ChristentumFragen und Antworten

Wer ist der Schutzheilige der Klofrauen?

Den letzten Sprung in seiner kirchlichen Karriere erlebte Papst Julius I. nicht mehr: Als der Geistliche im Jahr 352 das Zeitliche segnete, wurde er schon bald darauf in den Stand eines Heiligen erhoben.

Mit dieser Ehre war zugleich ein besonderer Job verbunden – künftig galt der verstorbene Papst als Wächter über Latrinenreiniger und damit auch über moderne Klofrauen. Ob ihm seine besondere Güte und Milde diesen Posten eingebracht haben, ist heute leider unbekannt.

 

Doch für gewöhnlich ist der Zuständigkeitsbereich eines Schutzpatrons eng mit seiner Biografie verknüpft. So reiste die Mystikerin Bona von Pisa im 12. Jahrhundert unter Lebensgefahr ins Heilige Land, was sie heute zur Aufpasserin der Pilger und Stewardessen macht.

 

Der französische Bischof Eligius (588–660) soll indes einem störrischen Pferd ein Bein abgeschnitten haben, um dessen Huf in aller Ruhe zu beschlagen. Mit Gottes Hilfe setzte er dem verdutzten Tier anschließend das Bein wieder an. Noch heute können sich Pferdehändler deshalb vertrauensvoll an ihn wenden.

 

Eine wesentlich düsterere Legende brachte die Zahnärzte zu ihrer Schutzpatronin. Verzweifelte Dentisten können die Märtyrerin Apollonia um Beistand anrufen – der frühen Christin wurden im Jahr 249 von einem tobenden Mob alle Zähne ausgeschlagen. Rund 7000 Heilige tummeln sich derzeit im Himmel, wo manche von ihnen bis heute mit immer neuen Aufgaben konfrontiert werden.

 

Beispiel Isidor von Sevilla: Der spanische Bischof sammelte und sortierte bis zu seinem Tod im Jahr 636 so erfolgreich das Wissen seiner Zeit, dass er auch im Multimediazeitalter nicht zur Ruhe kommt. Wer sich im Datenchaos des Internets verirrt, sollte Isidor ein Stoßgebet schicken – seit mehreren Jahren verehrt ihn die Gemeinde der Websurfer als Schutzheiligen des Internets.

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