Fragen und Antworten

Warum sagen wir …Du Idiot?

Wer einen Mitmenschen als „Idioten“ beschimpft, erfüllt den Straftatbestand der Beleidigung und muss mit einer Anzeige rechnen.

Das war nicht immer so: Bei den alten Griechen bezeichnete „Idiot“ schlicht ein Dasein als Privatperson. Entsprechend groß war der „Idioten“-Anteil an der Gesellschaft: Alle, die ihr Leben mit Kochen, Waschen, Putzen verbringen mussten, namentlich Frauen und Sklaven, wurden dazugezählt.

Aber auch all jene, die sich ihr täglich Brot mit eigener Hände Arbeit verdienten: Handwerker, Kaufleute, sogar Künstler – alles Idioten! Das Gegenbild des Idioten war in Athen der „polites“, der freie Staatsbürger, der am politischen Leben teilnehmen durfte. Natürlich hatten auch diese Leute hatten eine „idiotische“ Seite, doch sorgten sie peinlich dafür, dass aus ihrem Privatleben nichts an die Öffentlichkeit gelangte.

Auch als das Wort „Idiot“ im 16. Jahrhundert in Mitteleuropa wieder in der Sprache auftauchte, ging zunächst nichts Beleidigendes von ihm aus. An englischen Gerichten wurde damit eine strafunmündige Person bezeichnet.

Einige Jahrhunderte später und bis Anfang des 20. Jahrhunderts benutzten Ärzte den Begriff dann für Menschen mit einem extrem niedrigen IQ. Das hat sich geändert: Statt von „Idiotie“ spricht man in Fachkreisen heute von „schwerster Intelligenzminderung“. Seither ist der Begriff „Idiot“ nur noch ein Negativwort, das man besser vermeidet.

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