Meist besuchte Orte

Archäologisches Museum
arkeoloji müzesi
 

Das Archäologische Museum befindet sich unterhalb des Topkapi Palastes und ist ein Komplex bestehend aus den beiden weiteren Gebäuden, die das Museum für altorientalische Kunst und das islamische Keramik Museum beherbergen. 1991 wurde es mit dem Museumspreis des Europarates ausgezeichnet.

Das Museum wurde im Jahre 1891 unter Sultan Abdulhamid II. durch den Maler und Archäologen Osman Hamdi Bey gegründet. Das im neoklassizistischen Stil errichtete Gebäude umfasst rund 15.000 Sammlerstücke aus Mesopotamien, unter anderem aus der babylonischen und ägyptischen Antike, des prä- und frühgriechischen Anatoliens sowie der vorislamischen und islamisch-arabischen Kultur.

Besonders sehenswert ist der herausragende Alexander-Sarkophag, gefunden von Osman Hamdi Bey selbst im heutigen Libanon. Im Museum für altorientalische Kunst sind die Hethitischen Keilschriftentafeln aus Bogazkale zu sehen, darunter eine der drei erhaltenen Ausfertigungen des Friedensvertrags nach der Schlacht von Kadesh zwischen dem Hethitischen Reich und Ägypten, die von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe ernannt worden sind. Außerdem die Kolossalstatue des Zeus, der Kopf der Schlangensäule des Hippodroms, Bronzewaren aus Zypern, griechische Vasen und Münzen sowie Objekte aus Troja.

Das islamische Keramik Museum (Çinili Kösk) wurde nach Restaurierung 2005 wieder eröffnet und stellt die ornamentale Kunsttradition des Osmanischen Reiches aus. Unter anderem sieht man hier farbige Kacheln, die mit einer besonderen Formel durch Glasur geschützt sind und für die viel künstlerische Energie verwendet wurde. Besonders beliebt war damals das Motiv der Tulpe in Azurblau. Das Gebäude des Keramikmuseums ist das älteste, das als kleines Schlößchen im Jahre 1472 erbaut worden ist.

 

Beylerbeyi Palast
Beylerbeyi Palast
1865 wurde er im Auftrag von Sultan Abdulaziz unter Bauleitung des berühmten osmanischen Architekten Sarkis Balyan errichtet.

Der Palast diente den Sultanen als Sommerresidenz und beherbergte zudem viele ausländische Gäste wie den Prinzen von Montenegro, den Schah von Persien, König Eduard VIII., die Gemahlin Napoleon III. und die Kaiserin Eugenié. Mit seinen beiden Pavillons am Ufer und seiner Marmor Fassade ist der Palast Ausdruck für ein verspieltes Rokoko.

Der Beylerbeyi-Palast war die Szene für die erste Weltfrauenkonferenz im Jahre 1935, veranstaltet von Kemal Atatürk.

 

Chora Kirche (Kariye Müzesi)
Chora Kirche
 

Sie ist eine ehemalige byzantinische Kirche, deren Mosaiken und Fresken im Stil der palaiologischen Renaissance zu den weltweit bedeutendsten und aufwendigsten Sakralzyklen zählen.

Die Chora Kirche in ihrer heutigen Konstruktion stammt allerdings erst aus dem späten 11. Jahrhundert. In den Jahren 1077-81 wurde sie von Maria Doukania, der Schwiegermutter des Kaisers Alexios I., in einer damals sehr beliebten Architektur, bei der es sich wahrscheinlich um eine Vier-Säulen-Kirche handelte, gestiftet. Die dabei entstandene Ausschmückung mit umfangreichen Bilderzyklen und Mosaiken, welche aus derselben Zeit wie die der Fethiye Moschee stammen, spiegeln beispielhaft die Renaissance der Palaiologen wider. Es handelt sich hierbei um die prächtigsten byzantinischen Kirchenmosaiken, die in Istanbul noch zu sehen sind.

 

Cinili Kösk Müzesi
cinili köşk
Der Çinili Köşk (deutsch Fliesen-Häuschen) ist ein osmanisches Gebäude auf dem Gelände des Archäologischen Museums von Istanbul, das heute als Ausstellungsgebäude für islamisch-türkische Keramik dient.

Das Gebäude gilt als der älteste erhaltene Teil des Topkapi-Palastes. Es wurde im Jahre 1472 von Sultan Mehmed II. in der Nähe seines neuen Palastes als Lustpavillon (Kiosk) angelegt.

Die Sammlung des Museums umfasst rund 2.000 Artefakte aus der Zeit der seldschukischen und der osmanischen Herrscher (11. bis 20. Jahrhundert)

 

Das Hippodrom
Das Hippodrom
Das Hippodrom, ehemaliges Pferdewagen –Rennplatz, war eine gewaltige Anlage, mit deren Bau Kaiser Septimius Severus 203 begonnen hatte. Konstantin der Große ließ es später durch Umbauten erweitern. 480 Meter maß dieses Stadion in seiner gesamten Länge, 117,5 Meter war es breit, 100000 Zu­schauer, so schätzt man, dürften hier Platz gefunden haben. Die Mittellinie der Rennbahn, die spina, war durch Obelisken und Säulen abgesteckt, von denen nur noch drei vorhanden sind. Die abgeschlos­sene Loge des Kaisers, kathisma genannt, befand sich wahrscheinlich in der Mitte der östlichen Seite der Arena und war nur vom Kaiser­palast aus betretbar. Sie enthielt im Untergeschoß Räume für eine Musikkapelle und die Leibgarde. Am Nordende, wo früher zwei Kolossalstatuen von Kastor und Pollux standen, strömten die Zu­schauer durch überwölbte Zugangswege herein, durch andere Pas­sagen kamen die Wagen in die Arena gefahren. Sie lagen etwa dort, wo heute der Brunnen Kaiser Wilhelms 11. einen seltsamen Akzent setzt. Während dieses nördliche Ende eine gerade Begrenzung hatte, war das Hippodrom nach Süden im Halbkreis gerundet – die soge­nannte sphendone. Sie ist heute mit den Gebäuden der Handelshoch­schule am Südende des At Meydanı überbaut. Auf der Höhe der Umfassungsmauer der byzantinischen Anlage lief eine Säulenarkade mit einem deckenden Epistyl nach klassischem Vorbild. Hier standen die vier vergoldeten Pferde des Lysippos, die die Venezianer 1204 nach Venedig brachten und die heute auf der Loggia über dem Ein­gang von San Marco stehen .

Das erste der entlang der spina aufgereihten Monumente – wir beginnen von Norden – ist der ägyptische Obelisk. Der Pharao Thutmosis III. (1549-1503 v. Chr.) hatte ihn in Auftrag gegeben im Westen der oberägyptischen Stadt Theben aufstellen lassen: als Denkmal für seine Feldzüge in Syrien, bei denen er den Euphrat überschritt. Zu sehen ist, daß der untere Teil des Obelisks fehlt. Seine Höhe beträgt heute nicht ganz 20 m, doch nach Ansicht des berühmten Ägyptologen Sir Flinders Petrie war er ur­sprünglich dreimal so hoch und wog 800 Tonnen. Irgendwann wäh­rend des 4. Jahrhunderts hat man den Obelisk nach Konstantinopel geschafft, und obwohl es sich ja nur noch um ein Bruchstück des ursprünglichen Monuments handelte, war man zunächst technisch nicht in der Lage, ihn aufzurichten, weshalb er am Strand längere Zeit herumlag. Erst Theodosius der Große hat ihn dann 390 hier aufstellen lassen. Er ruht auf vier ehernen Stützblöcken, die ihrerseits einem Marmorsockel mit Relief aufgelagert sind. Das Relief zeigt den Kaiser mit Familie in der ihm reservierten Loge des Hippodroms. Auf der Südseite sehen wir ihn als Zuschauer bei den in der unteren Reliefzone dargestellten Wagenrennen. Auf der Ostseite hält er dem Sieger den Kranz bereit. Auf der Nordseite wohnt er der Aufrichtung des Obelisken bei – man sieht diesen im unteren Feld noch am Boden liegen, während sich Sklaven mit ihm abmühen. Die Westseite zeigt dann den Kaiser bei der Entgegennahme der Huldigung durch unter­worfene Völker. Griechische und lateinische Inschriften geben die Dauer für die Aufrichtungsarbeiten am Obelisken verschieden an: 32 beziehungsweise 30 Tage. Der Präfekt Proklus wird als Leiter der ganzen Aktion genannt. Insgesamt erreicht das Denkmal eine Höhe von 26 Metern, und an der tief in den Boden eingesenkten Basis läßt sich das einstige Niveau der Arena ersehen.

Als nächstes der auf der spina befindlichen Monumente erreichen wir die Schlangensäule. Die drei spiralig ineinander verschlungenen Schlangenleiber aus Bronze, die diese Säule bilden, dienten einst als Träger einer goldenen Dreifußschale im Apollotempel in Delphi.

Als drittes Monument der alten spina trifft der Besucher auf einen gemauerten Obelisk von 32 m Höhe.

 

Das Museum der Unschuld-Orhan-Pamuk
Das Museum der Unschuld-Orhan-Pamuk
Das Museum zum gleichnamigen Buch „Museum der Unschuld“. Es erzählt die fiktive Liebe zwischen Kemal und der schönen Füsun. Dabei sind jene Dinge ausgestellt, die seine Romanfigur Kemal u. a. mit Erinnerungen an seine Geliebte verknüpft: Fotografien, alte Filmplakate und Postkarten, Kästchen voller Knöpfe, Kleider, Schminkutensilien, Eintrittskarten, Lottoscheine, Gläser und aber vieles mehr. Das Gebäude selbst soll Wohnsitz der beiden zwischen 1975 und 1984 gewesen sein. Um all diese Sammelstücke auch im Buch verwenden zu können, dachte sich der Schriftsteller Situationen aus, die exakt zu seinen Figuren, den Momenten und Szenen passten. Und auch umgekehrt ergab sich genug Schreibstoff aus aufgestöberten Dingen in Secondhandläden, auf Flohmärkten oder aus dem Besitz von Bekannten. Ebenso wurden Dinge extra von Künstlern angefertigt oder in Geschäften nachgefragt und eingekauft. Es ist ein Museum der großen Gefühle und Emotionen, bei dem jedes der Ausstellungsstücke seine eigene Geschichte veranschaulicht.

 

Das Pera-Museum
Peramuzesi
Das Pera-Museum ist ein Kunstmuseum im Istanbuler Stadtteil Tepebaşı. Die Sammlung befindet sich im ehemaligen Bristol Hotel, das 1893 vom Architekten Achille Manoussos entworfen wurde.

Das Museum zeigt drei ständige Ausstellungen: die Sammlung anatolischer Maße und Gewichte; Kütahya-Kacheln und -Keramiken sowie orientalische Kunst. Die orientalische Sammlung umfasst mehr als dreihundert Gemälde, darunter Arbeiten europäischer Künstler aus dem 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert, die von der osmanischen Welt inspiriert wurden.

 

Das Topkapi Serail – Der Palast des Großherrn

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Unmittelbar nach der Einnahme Konstantinopels, begann Sultan Mehmet II. (reg. 1451-1481), der Eroberer, i.J. 1453 mit dem Bau des Topkapi Serail. Die neue Hauptstadt des Reiches sollte einen Sultanspalast erhalten, der Regierungs- und Wohnsitz des Großherrn ebenso wie staatliches Verwaltungszentrum war. Fünf Jahrhunderte residierten die osmanischen Herrscher in dieser prächtigen Residenz, die in den nachfolgenden Jahrhunderten von vielen Herrschern mit Um- und Anbauten versehen wurde. Umfangreiche Renovierungen und Erweiterungen erfolgten vor allem unter Süleyman I. (reg. 1520-1566), dem Prächtigen, Murat III. (reg. 1574-1595), Ahmet I. (reg. 1603-1617), Mehmet IV. (reg. 1648-1687) und Ahmet II. (reg. 1703-1730). Erst Sultan Abdülmecit I. (reg. 1839-1861) verlegte die großherrliche Residenz und zog i.J. 1856 in den am Ufer des Bosporus erbauten Dolmabahçe-Palast.

Lage und Disposition der Palastanlage

Das Topkapi wurde auf der Spitze einer Halbinsel, die an der Mündung des Goldenen Horns ins Marmarameer hineinragte, errichtet. Es liegt auf einem weit über die Stadt aufragenden Hügelrücken, von dem aus sich ein grandioser Blick über den Bosporus eröffnet. Der Name des Baus, der anfangs “Seray-ı deschedid” oder “Yeni Seray” (Neuer Palast) hieß, bedeutet “Kanonentorpalast“ (topkapı, osm.-türk., Kanonentor; seray, pers. Palast des Großherrn) und war seit dem 18. Jh. gebräuchlich. Er leitet sich von einer zum Palast gehörigen, im Norden der Landzunge befindlichen Kanonengießerei ab. Ebenfalls in unmittelbarer Umgebung, an der Südseite des Palastes, war die sog. Hohe Pforte (Bab-ı ali), der Amtssitz des Großwesirs, gelegen, dessen Name im Laufe der Zeit zum Synonym für die Regierung und den osmanischen Staat wurde. Die insgesamt 70 ha große Anlage des Topkapi Serail glich einer Art Palaststadt, in der zeitweise bis zu 40 000 Menschen lebten. Sie war von einer gewaltigen Befestigungsmauer mit 28 Türmen umschlossen.

Der Erste Hof

Man betrat das Palastareal durch das “Bab-ı hümayun” (Großherrliches Tor) und gelangte in eine Art Vorhof, den sog. Ersten Hof. Um diesen gruppierten sich in lockerer Bebauung verschiedene Dienstleistungsbetriebe des Regierungs- und Verwaltungszentrums. Auch die Kasernen der Janitscharen befanden sich hier. Andere Einrichtungen dienten den Erfordernissen der Hofhaltung z.B. Personalunterkünfte, Magazine, Stallungen. Außerdem wurde der als riesige Garten- und Parkfläche gestaltete Hof als Paradeplatz genutzt.

Der Zweite Hof

Der eigentliche, in sich abgeschlossene Palastkomplex bestand aus drei weiteren, hintereinander liegenden Hofsystemen, um die sich zahlreiche einzelne Baugruppen und Gebäude arrangierten. Der Zugang zum sog. Zweiten Hof erfolgte über ein mächtiges, von Doppeltürmen flankiertes Tor, das “Bab-ı salam” (Tor der Begrüßung) oder “Orta kapı” (Mitteltor). Auch dieser Bereich war in eingeschränktem Maße öffentlich zugänglich. Denn der von säulenumstandenen Bogengängen gesäumte Hof wies mehrere Zweckbauten und Funktionsflächen auf. So wurde die gesamte Ostseite von den riesigen Palastküchen eingenommen. Hier bereiteten die Köche bis zu 6000 Mahlzeiten pro Tag zu. Im Westen lag um den sog. Hof der Lanzenträger, das Quartier der Leibgarde des Sultans. Im Zweiten Hof fanden außerdem verschiedene offizielle Veranstaltungen statt, z.B. die Staatsempfänge für ausländische Gesandte. Daher gab es hier auch repräsentative Räumlichkeiten für Staats- und Verwaltungszwecke. So der dreifache Kuppelbau des “Kubbe altı”, des Beratungssaals des Diwans, begleitet von Staatskanzlei und Schatzkammer, der den gesamten Hof dominierte. Es war ein schicksalsträchtiger Ort, an dem über die Politik des Reiches, über Krieg und Frieden ebenso wie über Wirtschaft und Staatsfinanzen entschieden wurde. Oft verfolgte der Sultan die Diwansitzungen in der sog. Sultansloge im Verborgenen, hinter einer Wand mit vergittertem Fenster. Durch Klopfen tat er kund, dass er das besprochene Thema noch einmal mit dem Wesir zu erörtern wünschte. Wurde bei prekären Staatsangelegenheiten ein offenes Wort gesprochen, konnten sich die Mitglieder des Staatsrates nie sicher sein, ob nicht der Padischah insgeheim mithörte, um sich der Loyalität seiner Beamten zu vergewissern. Neben dem “Kubbe altı” erhob sich ein turmartiger Pavillon (Köşk-ı ´adl, Adalet kulesi, osm.-türk. Turm der Gerechtigkeit). Von hier aus verfolgte der Sultan die Veranstaltungen im Zweiten Hof, auch die Hinrichtungen, daher der Name. Vermutlich symbolisierte das Bauwerk in diesem Zusammenhang die Gerechtigkeit der Staatsmacht ebenso wie die Allgegenwärtigkeit des unsichtbar über das Reich wachenden Sultans und bezog daher seinen Namen.

Der Dritte Hof

Das “Bab-ı saadet” (Tor der Glückseligkeit) oder “Arz kapısı” (Audienztor) führte in den von Säulenhallen umstandenen Dritten Hof. Hier befanden sich weitere wichtige Staatsquartiere, vor allem der unmittelbar hinter dem Eingang gelegene Thronsaal des Sultans (Arz odası), naturgemäß ein Schauplatz epochaler Ereignisse der osmanischen Geschichte. Hier fanden Audienzen (arz) für stattliche Würdenträger oder fremde Botschafter statt, Zeremonien und Feste wie Thronbesteigungsfeiern oder auch der Auftakt eines Kriegszugs mit dem großartigen Auszug des Feldherrn. Hinter dem Komplex erbaute Ahmet III. (reg. 1703-1730) einen als Bibliothek genutzten Pavillon.

Beiderseits des Tores befanden sich die Räume der großherrlichen Palastschule, der “Kaderschmiede” für die Jungen aus der Knabenlese. Hier wurden die künftige politische Elite und die Funktionäre des Staates von ihren Lehrern, den “Weißen Eunuchen“ erzogen. Im Nordwesten lagen neben der Palastmoschee (Ağalar camii), der sog. Moschee der Schwarzen Eunuchen – diese waren im Palastdienst tätig -, der Beschneidungssaal (“Sünnet odası”) sowie die Reliquiensäle. In diesen bewahrte man die Andenken des Propheten Muhammad auf, z.B. sein Gewand, seinen Bogen und Köcher, Barthaare, einen Zahn sowie einen Fußabdruck von ihm.

Der Harem

Im Westen des Hofareals lag der Harem, der Privatbereich (haremlik) des Sultans und seiner Familie. Dieser war lediglich dem Hausherrn, den Familienangehörigen und deren Bediensteten zugänglich. Allen anderen Mitgliedern des Hofstaates, die sich noch in den halböffentlichen Trakten des Palastes (selamlik) aufhalten durften, war der Zugang streng untersagt. Der “verbotene Ort“ (haram, arab. verboten, tabu) wurde von den Osmanen “Dar-ı saadet” (Haus der Glückseligkeit) genannt. Hier lebten die Frauen und Kinder des Padischahs sowie seine Mutter (valide sultan), umsorgt von zahlreichen Dienerinnen und Sklavinnen. Schutz und Aufsicht über den Harem sowie die Sorge um die Erziehung der Prinzen oblagen den Schwarzen Eunuchen, deren Vorsteher (kızlar ağası) somit ein einflussreiches Amt innehatte.

Die labyrinthartige Anlage des Harems wies etwa 300 Räumlichkeiten auf, die als einzelne Baugruppen um mehrere kleine Innenhöfe disponiert waren. Die meisten Gebäude wurden 1667/69 nach einem großen Brand errichtet. Die Sultansmutter, die das Regiment im Harem führte, residierte im Zentrum des Komplexes. An ihr großes, um einen Hof gelegenes Appartement mit Wohn- und Empfangsräumen, schlossen sich die Gemächer der bis zu vier Ehefrauen des Sultans (kadın) an. Ein Korridor führte zur Suite des Padischahs. Der zu dieser gehörige “Hünkar Sofasi”, der Thronsaal des Herrschers, war der größte Raum des gesamten Topkapi-Palastes. Er diente als privater Empfangssaal, in dem der Sultan und seine Familie sich bei kleineren Festen und Veranstaltungen amüsierten. Zu den Wohnräumen des Großherrn gehörten weitere überkuppelte Salons mit Brunnen und Kaminen, die u.a. als Bibliothek und Lesezimmer genutzt wurden. Das berühmteste Zimmer war der großartige, vom dem angesehenen Architekten Sinan (1489-1587) erbaute Kuppelsaal Murats III. (reg. 1574-1595).

Die Gemächer der Haremsdamen gruppierten sich, von Galerien und Säulenkolonnaden begleitet, in mehreren Stockwerken um die übrigen Innenhöfe des Harems. Dabei drückten Anordnung, Größe und Ausstattung der Räumlichkeiten den Rang ihrer Bewohnerinnen aus. Im “Hof der Favoritinnen“ logierten die Lieblingsfrauen des Sultans. Der “Hof der Mädchen“ beherbergte die Quartiere – gemeinsame Wohn-, Ess- und Schlafsäle, Baderäume (hamam) und sogar ein Hospital – für die nachgeordneten Haremsdamen und die Dienerinnen. Der sog. Goldene Weg (Altın yol), ein den Harem durchquerender Korridor, verband die einzelnen Trakte des Komplexes. Angeblich zeugt der Name vom Brauch der Sultane, ihren Sklavinnen und Frauen Goldstücke zuzuwerfen, wenn sie an Festtagen den Gang durchschritten.

Die Haremsdamen – im späteren 17. Jh. lebten hier etwa 2000 Frauen – führten ein Dasein in völliger Abgeschlossenheit und durften den Harem nie verlassen. Viele von ihnen waren Ausländerinnen, z.B. aus dem Kaukasus oder Europa, und wurden dem Sultan von Günstlingen oder fremden Mächten zum Geschenk gemacht. Sie waren von ausgesuchter Schönheit und erhielten im Harem eine gefällige Erziehung, so wurden sie beispielsweise in Musik und Tanz unterrichtet. Wenn der Sultan eine Nacht mit einer Haremsdame verbrachte, stieg sie zur Odaliske auf und hatten das Anrecht auf ein eigenes Gemach (oda). Hatten die Auserwählten des Herrschers das Glück, ihm Kinder zu gebären, konnten sie von der Favoritin zur offiziellen Gattin (kadın) avancieren.

Im Harem befanden sich auch die berühmten “Goldenen Käfige“ (kafes, osm.-türk. Käfig), die Prunkgemächer, in denen die Prinzen der Osmanendynastie, die nicht dem Brudermord durch den regierenden Sultan anheim gefallen waren, gleichsam als vornehme Gefangene lebten.

Der Vierte Hof

Der sog. Vierte Hof im Norden des Topkapi-Palastes bestand aus ausgedehnten Garten- und Parkanlagen, die auf verschiedenen Terrassen verteilt waren. Es gab Blumengärten wie den Tulpengarten (lale bahçesi), Wein- und Obstgärten. Prächtig verzierte Springbrunnen, Zierbassins und Wasserspiele sorgten für Kühlung. Zahlreiche Gartenpavillons, sog. Kioske (z.B. der Revan und Bağdad Köşk) – die deutsche Bezeichnung leitet sich aus dem Türkischen ab – luden zum Verweilen in der Natur ein und boten einen einzigartigen Blick über den Bosporus. Die enge Verbindung zwischen Architektur und Natur ist ein typisches Merkmal der osmanischen Palastarchitektur. Ob sie als ein Relikt der alten Lebensweise des umherziehenden Steppenvolkes anzusehen ist, ist umstritten. Ebenso bleibt es ein Geheimnis, ob die charakteristischen Kuppeln und Zinnen der gesamten Palastanlage eine architektonische Umsetzung der traditionellen Zeltwohnstatt sind.

 

Der Dolmabahçe-Palast
Der Dolmabahçe-Palast
Der Dolmabahçe-Palas liegt am europäischen Ufer des Bosporus in Istanbul und war seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Residenz des Sultans.

Das Gebäude misst in der Länge 600 Meter, hat eine Fläche von 45.000 m², 46 Säle, 285 Zimmer, sechs Hamam und 68 Baderäume. Die Räume des Palastes sind streng getrennt, der südliche Flügel enthält die Repräsentationsräume und im nördlichem Teil befindet sich der weitläufige Wohnbereich des Sultans und seinem Harem.

Der große Empfangssaal hat eine Grundfläche von 2.000 m² und hinzukommend eine 36 Meter hohe Kuppel, unter welcher ein 4,5 Tonnen schwerer Kronleuchter, mit 750 Glühbirnen, hängt.

Er wird aber auch weiterhin für repräsentative staatliche Anlässe, wie Staatsbesuche, genutzt.

 

Der versunkene Palast
Basilika-Cisterne
Eines der imposantesten historischen Bauwerke Istanbuls. Der Bau dieser großen unterirdischen Zisterne wurde vom Byzantinischen Kaiser Justinian (527-565) angeordnet. Wegen der unzähligen Marmorsäulen, die sich aus den Wassern emporheben, wird sie im Volksmund auch als „Versunkener Palast” bezeichnet. Da sich anstelle der Zisterne befand, früher eine Basilika befunden hat, kennt man sie auch als Basilikazisterne.

Insgesamt hat die Zisterne eine Größe von 9.800 qm und ein Fassungsvermögen von 100.000 Tonnen Wasser. In der südwestlichen Ecke der Zisterne befinden sich zwei Medusenhäupter, die als Sockel verwendet wurden und ein Meisterwerk der römischen Bildhauerei darstellen. Mehr als alles andere in der Zisterne ziehen diese beiden Medusenhäupter die Besucher in ihren Bann, doch es ist unbekannt, aus welchem Bauwerk sie ursprünglich stammen. Forscher gehen davon aus, dass sie während des Baus lediglich als Sockel beigeschafft wurden.

 

Der Yıldız-Palast
yildiz-palace
Der Yıldız-Palast (Yıldız Sarāyı) ist ein großer Komplex der früheren Osmanen-Pavillons und -Villas in Istanbul. Er wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert an den Westhängen des Bosporus erbaut. Er war als Residenz des Sultans und seines Hofes bis ins späte 19. Jahrhundert in Gebrauch.

Der Palast ist ein Komplex von Gebäuden aus Wohnsitzen bzw. Apartments (Büyük Mabeyn), mit dem Şale-Pavillon, dem Malta-Pavillon, dem Çadır-Pavillon, dem Yıldız Denater und mit dem Opernhaus, mit dem Yıldız-Palastmuseum und mit der Kaiserlichen Porzellan-Manufaktur. Die Palastgärten des Yıldız sind auch eine beliebte öffentliche Fläche für die Einwohner von Istanbul. Eine Brücke verbindet den Yıldız-Palast mit dem Çırağan-Palast über den Bosporus mit einem Weg durch diesen Garten hindurch.

 

Die Blaue Moschee
blaue mosche
Bekannt, wegen des vor­herrschenden Farbtons in ihrem Inneren als ‚‘ Blaue Mosche‘‘ .Viele halten diesen Bau für die schönste aller Sultansmoscheen; mag sein. Sicher gewährt der Stufenbau der Kuppeln und Halbkuppeln, das silbrig zarte Grau des Steins und der Bleidächer mit dem Gold der aufgesetzten Zierate an Minaretten und Kuppeln ein prächtiges Bild. Intensiviert wird dieser reiche Außeneindruck noch durch die Anzahl der Minarette: es sind deren sechs – also zwei mehr, als andere Sultansmoscheen.

Bauherr der Blauen Moschee war Sultan Ahmet I., damals im Alter eines Studenten. Den Plan entwarf Mehmet Aga, der zwischen 1609 und 1616 die Bauleitung hatte. Es heißt, der junge Sultan sei mit fiebernder Ungeduld auf der Großbaustelle erschienen, um sich bei jeder Gelegenheit ein Bild vom Fortgang der Arbeiten zu machen.

Die Blaue Moschee ist ein nahezu quadratischer Raum (51m lang, 53 m breit), den eine Kuppel von 23,5 m Durchmesser und 43 m Scheitelhöhe überwölbt. Sie wird getragen von vier weiten Spitz­bögen, die das Kuppelrund über vier Zwickel dem quadratischen Grundriß des Kernraums vermitteln, der durch die mächtigen Stütz­pfeiler an seinen Ecken markiert ist. All dies und auch noch die nach Westen und Osten den Raum erweiternden Halbkuppeln entspre­chen im Prinzip der Anlage der Hagia Sophia.

Licht flutet ins Innere durch 260 Fenster, die früher mit buntem Glas versehen waren, gleich der Wand des Mihrabs. Es ist geplant, weitere Fenster wieder mit bunten Glaseinlagen zu versehen, da­mit wenigstens ungefähr der alte Eindruck eines zwar nicht däm­merigen, aber doch gedämpft belichteten Raums erzielt wird, wenn­gleich die neuen Glasfenster nie die Schönheit der alten auch nur annähernd erreichen. Auch die Ausmalungen der Kuppeln, Zwickel und Bogenlaibungen sind leider nicht mehr original. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurde diese Art von Malerei viel lockerer und zügi­ger im Pinselduktus ausgeführt, auch raffinierter im ornamentalen Design, wie der Vergleich mit den originalen Kacheln an den unteren Wandteilen und in den Galerien zeigt. Sie sind Erzeugnisse der Öfen von Iznik noch aus der guten Zeit. Lilie, Nelke, Tulpe und Rose, auch Zypressen und andere Bäume sind hier in durchaus kenntlicher, wiewohl ornamental stilisierter Form in wundervoll klaren und stim­migen Farben wiedergegeben, unter denen Blau- und Grün töne dominieren. Originale Werke der Entstehungszeit der Moschee sind auch Mihrab und Mimbar aus prokonnesischem Marmor.

Die zur Moschee gehörenden Stiftungen des Gesamtkomplexes (külliye) hatten einen angemessenen Umfang und schlossen eine Medrese (Theologische Lehranstalt), die Sultanstürbe, Hospital und Karawanserei, Grundschule, Armenküche und Bazar ein. Hospital und Karawanserei wurden im 19. Jahrhundert abgerissen, die Armen­küche wurde in das Gebäude der Schule für Angewandte Kunst an der Südseite des At Meydan einbezogen.

 

 

Die Hagia Sophia
Hagia-Sophia-Istanbul
Die Hagia Sophia ist das letzte bedeutende Bauwerk der Spätantike und zugleich das erste Beispiel der byzantinischen Architektur.

Die Hagia Sophia wurde in der Funktion einer Staatskirche genutzt. Hier fanden alle großen kirchlichen Handlungen unter der zeremoniellen Teilnahme des Kaisers statt.

Im Grundriß zeigt die Hagia Sophia ein Rechteck mit den Maßen: 74,80 x 69,70 m. Die Kuppel, beherrschende Mitte der Hagia Sophia hat eine lichte Höhe von 56,20 m und einen Durchmesser von 31,90 zu 30,87 m. Mit ihren 40 Rippen und dazwischen 40 Fenstern ist sie das beherrschende Element dieses herrlichen Raumes. Noch bis in die späten 1980er glaubten die meisten Historiker, dass diese Fenster nur des visuellen Effektes wegen nachträglich eingebaut wurden. Heute geht man jedoch davon aus, dass die Fenster einer Rissbildung in der Kuppel vorbeugen sollen, indem sie entstehende Risse ins Leere laufen lassen und so die weitere Ausbreitung der Risse mit möglicher Zerstörung der gesamten Kuppel verhindern. Seit dem 14. Jahrhundert zierte sie ein Christus Pantokrator Mosaik mit einem Durchmesser von 11 m, das heute leider zugeputzt ist.

Die Grundfläche des Gebäudes bildet ein Rechteck von etwa 70 x 75 Metern. Damit erste kuppelige Basilika. Der Hauptraum wird durch die rund 55,60 Meter hohe und WO 30.80.- NS 31.88 Meter durchmessende Kuppel beherrscht. Die Grundfläche beträgt 7.570 m², was etwa einem Fußballfeld entspricht.

Unter dem Kuppel(55,6m) passen die Freiheitstaute (mit Fackel 46m)ohne Fackel und Nötredam Kirche(34 m).

Die Kosten: Nach heutigem Wert rund 2,4 Milliarden Euro.

Gottesdienste: Schriftliche Quellen nennen uns die Zahl der Geistlichen, die zum Dienst an der Großen Kirche in Konstantinopel bestellt worden waren. Diese Verzeichnisse führen eine Gesamtzahl von 600 Personen an, die in byzantinischen Zeiten an der Hagia Sophia Dienst taten: 80 Priester, 150 Diakone, 40 Diakonissen, 60 Unterdiakone, 160 Leser, 25 Sänger und 75 Türhüter.

 

Galata Mevlevihanesi
Galata Mevlevihanesi
Im ältesten Derwischkloster, dem sogenannten Mevlevihane von Istanbul im Stadtteil Beyoglu, hat man die Möglichkeit diese Kultur einmal näher kennen zu lernen. Gewänder, traditionelle Musikinstrumente und wertvolle Kalligraphien von osmanischen Hofdichtern, die einst in diesen Gemäuern gelebt haben, sind hier ausgestellt.

 

Hagia Irene
Hagia Irene
Hagia Irene, die „Kirche des göttlichen Friedens“ ist eine byzantinische Kirche aus dem 4. Jahrhundert in Istanbul

Erstmalig im Auftrag des römischen Kaisers Konstantin dem Großen erbaut worden, ist sie die älteste Kirche der Stadt. Zweihundert Jahre nach ihr wurde die  Hagia Sophia errichtet, bei der Justinian I. zum Anlass nahm, die Hagia Irene zu erneuern. Von nun an war die Hagia Irene die zweitgrößte Kirche der Stadt.

Die einst schönste Kirche der Christen war die Geburtsstädte des Glaubensbekenntnisses, ein Versammlungsort vieler verschiedener Anlässe: Kaiser Konstantin I. rief hier am 11. Mai 330 sein Reich – das „Nova Roma“ – aus, im Jahre 381 tagte Kaiser Theodosius I. das Erste Konzil und zugleich das Zweite Ökumenische Konzil von Konstantinopel. Auch war die Kirche Schauplatz der teilweise blutigen Auseinandersetzungen zwischen Arianern und Trinitariern während des Arianischen Streits.

Nach der osmanischen Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 nutzte die Palastwache der Janitscharen die Hagia Irene als Waffenlager. Seit 1973 wird die Hagia Irene aufgrund ihrer beachtlich akustischen Atmosphäre für klassische Konzertveranstaltungen genutzt, ist aber seit 1948 offiziell als Museum deklariert worden.

 

Istanbul Modern Museum

YAP ISTANBUL MODERN

YAP ISTANBUL MODERN


Das 2004 eröffnete Museum steht für die Kunst der Gegenwart und verfügt über eine einzigartige Lage. Es ist das erste private Museum der Stadt und besitzt eine reichhaltige Sammlung an zeitgenössischer Kunst und türkischer Moderne. In Wechselaustellungen stellt es die contemporary art von internationalem Rang vor und sorgt gleichzeitig für die steigende Anerkennung von türkischen Künstlern in der ganzen Welt, deren Werke bereits in europäischen Museen, Galerien und auf Kunstmessen zu sehen sind.

 

Jüdisches Museum
Das judische Museum
Die ehemalige sephardische Zülfaris Synagoge von 1671 beherbergt in Karaköy das Museum der türkischen Juden, das anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Ankunft sephardischer Juden aus Spanien und Portugal im Osmanischen Reich konzipiert wurde.

Die Dauerausstellung des Museums informiert über die Geschichte der Juden in der Türkei und macht anhand zahlreicher Kulturgegenstände und kunsthandwerklicher Exponate sichtbar, wie stark sich islamische und jüdische Kunst, Symbolik und Alltagskultur im Osmanischen Reich gegenseitig beeinflusst haben.

 

 

 

Mosaikenmuseum Istanbul (Büyük Saray Mozaikler Müzesi)
Mosaikenmuseum Istanbul (Büyük Saray Mozaikler Müzesi)
Dieses kleine Museum, das auf den Grundmauern des Großen Byzantinischen Palastes steht, stammt mit seinen eindrucksvollen Mosaiken aus der spätantiken Zeit zwischen 450-550.

Interessant ist, dass das Mosaikenmuseum genau auf dem partiell erhaltenen Mosaikboden des nordöstlichen Teiles der Säulenhalle des Palastes errichtet wurde.

Die Mosaiken zeigen hauptsächlich Motive aus Jagd- und Hirtenszenen, dem damaligen Landleben, Tieren und vielen Fabelwesen auf. Highlight der Sammlung ist zweifellos das große Bodenmosaik, das bei Ausgrabungen vor ca. 60 Jahren entdeckt und innerhalb vieler Jahre mühsam und meisterhaft rekonstruiert wurde.

 

Museum für türkische und islamische Kunst (Türk ve Islam Eserleri Müzesi)
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Im ehemaligen Palast des Großwesirs Halil Ibrahim Pascha ist heute die Sammlung für türkische und islamische Kunst untergebracht.

1524 wurde der Palast dem Großwesir zur Hochzeit mit Hatice Sultan, der Schwester von Sultan Süleyman dem Prächtigen, übergeben. Im Jahre 1536 allerdings ließ der Sultan vermutlich aufgrund eines Befehls seiner Gemahlin Hürrem, den mächtig gewordenen Halil Ibrahim Pascha ermorden. Der gesamte Besitz des Großwesirs wurde daraufhin beschlagnahmt. Der Palast diente von nun an unterschiedlichen Zwecken: als Regierungssitz, Textilwerkstätte, Kaserne und Gefängnis.

Die Sammlung ist reich an islamischer Kunst aus fast jeder Epoche und geht zurück bis ins 7. Jahrhundert. Seldschukisches und osmanisches Handwerk, vor allem Keramik, Glas, Stickereien, Miniaturen, Handschriften und insbesondere die weltweit historisch älteste Sammlung von Teppichen und Kelims haben hier ihren Sitz. In jeweiligen Abteilungen ist der Bestand des Museums nach Materialien, Topographie, Stilperioden und Ethnographie gegliedert. So bekommt der Besucher Einblicke in die Lebensweise verschiedenster Epochen und Kulturen.

 

Rahmi Koç Museum
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Das 1994 eröffnete Museum liegt am nördlichen Ufer des Goldenen Horns in einer ehemaligen Gießerei für die Erzeugung von Ankern und Ankerketten.

Ein Großteil des Museums befindet sich im Souterrain. Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus der privaten Kollektion des Geschäftsmanns und Museumsgründers Rahmi Koç. Zum Besichtigen gibt es unter anderem Objekte aus den Bereichen der Industrie, Marine, Luftfahrt, Ingenieurswesen, Aeronautik und Kommunikation. Um nur einige Exponate zu nennen, kann man hier Motoren, historische Transportmittel, wissenschaftliche Instrumente, bestimmte Kommunikationsgeräte, Gelddruckmaschinen, Motorräder und Motorboote besichtigen. Nicht umsonst hat das Rahmi Koç Museum den Kunst- und Kulturpreis 2001 gewonnen. Es verdeutlicht phasenhaft die Entwicklung der Industrie.

 

Sadberg Hanım Müzesi
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In einer aus Holz gebauten Ufervilla (Yalı) im Stadtteil Sarıyer befindet sich dieses private Museum vom Großindustriellen Vehbi Koç in Andenken an seine Frau.

Die Ausstellung umfasst eine breitgefächerte Sammlung aus eindrucksvollen Antiken und Keramiken, darunter archäologische Funde aus den Jahren 6000 v. Chr., osmanisches Kunsthandwerk, die einen Eindruck von gehobener Lebensweise wiederspiegeln und eine interessante ethnographische Abteilung.

Das Sadberk Hanım Museum ist in zwei separaten Gebäuden untergebracht. Das Hauptgebäude ist im 19. Jahrhundert erbaut worden. Es ist dreistöckig und lehnt sich in seinem Stil an die damalige traditionelle Architektur an. 1950 wurde das Haus seitens der Koç Familie gekauft und bis zu seiner Umwandlung in ein Museum als privates Sommerhaus verwendet. Nach zweijähriger Restaurierung öffnete es am 14. Oktober 1980 erstmals seine Türen der Öffentlichkeit. Bereits beim Eintreten erwartet den Besucher ein Anblick von zauberhaften Stuckwerken, die an römische Architektur erinnern, hölzerne Treppen und von Hand gezeichnete ausgemalte Marmornachahmungen an den Wänden. Die mittleren Hauptsäle der ersten und zweiten Etage sowie die vom Saal aus zu erreichenden nebenliegenden Räume werden als Ausstellungsräume verwendet. Im Dachgeschoss befindet sich neben Arbeitsräumen auch eine Bücherei. Das Museum erweiterte sich einige Jahre später. So wurde neben dem Hauptgebäude eine weitere Holzvilla restauriert, die vermutlich aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammt. Das Projekt nahm zwei Jahre in Anspruch. In diesem Gebäude liegt das Hauptmerk auf vorislamischen archäologischen Werken. Diese sind in chronologischer Reihenfolge aufgestellt. Aufgrund der modernen Museumsführung wurde es im Jahre 1988 auch mit dem „Europa Nostra“ Preis ausgezeichnet. Hier spricht wirklich ein modernes Museumsambiente für sich.

 

Sakıp Sabancı Museum
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In der ehemaligen Residenz des erfolgreichen und berühmten Großunternehmers Sakıp Sabancı wurde im Frühjahr 2002 in Emirgan, das gleichnamige Museum eröffnet.

Sakıp Sabancı war für seine Philanthropie im ganzen Land bekannt. Er war auch Begründer vieler sozialer Einrichtungen, zu denen Universitäten, Schulen, Kinderdörfer und Behindertenschulen gehören. Bis zu seinem Tod im Jahre 2004 galt er zudem auch als eine der größten Kunstmäzene in der ganzen Türkei.

So kann man heute einen Großteil seines erhabenen Kunstbesitzes in den Räumen und Etagen der Sabancı Villa besichtigen. Auch der prachtvolle Garten der einst zu osmanischen Zeiten bekannten „Atlı Köşk“ (Pferdepavillon) bietet eine archäologische Sammlung an Statuen, Skulpturen und verzierten Steinen vor einem wunderschönen Bosporus Panaroma, der dem Besucher zu Füßen liegt.

 

 

 

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