Wissenwertes

MEERSCHAUM

Turkei-Eskisehir

Meerschaum ist ein eher selten vorkommendes Magnesiumsilikat.
Nicht mit dem Mineral zu verwechseln ist die Pflanze Seemoos, die auch als Meerschaum bezeichnet wird.
Das Mineral ist allerdings oft sehr porös, enthält also ähnlich wie Bims viel Luft, was seine Dichte soweit verringern kann, dass es schwimmfähig wird.
Vor dem Trocknen ist die Meerschaumknolle wachsweich und fühlt sich fettig an. Durch die Berührung mit Wasser schäumt sie wie Seife und wurde deshalb schon von den Griechen für Reinigungszwecke verwendet. Zur Pfeifenherstellung eignet sich diese Knolle ausgezeichnet, da sie leicht zu bearbeiten und wegen der porösen Struktur sehr saugfähig ist.
Die Entstehung des Namens Meerschaum wird unterschiedlich erklärt. Eine Deutung geht von der levantinischen Handelsbezeichnung mertscavon aus. Die österreichischen Händler, die seinerzeit den Meerschaummarkt kontrollierten, hätten das unaussprechliche Wort so eingedeutscht. Eine Verbindung mit „Schaum“ ist für das weißliche, manchmal auch gelblich oder leicht grau getönte und dabei poröse Mineral jedenfalls naheliegend.

Zu den klassischen Fundorten zählt allerdings die Türkei, genauer die Provinz Eskişehir mit seinen tertiären Tonerde-Lagerstätten.
Sepiolith wird vor allem zur Herstellung von Meerschaumpfeifen abgebaut. Es dient aber auch zur Herstellung von Schmuckstücken wie Armbändern, Halsketten und anderem.
Früher war Wien die Metropole der Meerschaumpfeifenerzeugung, bekannte Hersteller sind Andreas Bauer, Leopold Weiss und Strambach.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Türkei haben dazu geführt, dass Meerschaum nicht mehr als Rohmaterial exportiert werden darf. Er muss in türkischen Werkstätten zu Pfeifen oder Schmuck verarbeitet werden. Nur sogenannte Halbfabrikate dürfen das Land verlassen, um in anderen Ländern mit einem Mundstück versehen und poliert zu werden.
Als weitere Anwendung von sogenannten Meerschaumstaub gilt die Entfernung von Fettflecken im Haushalt.

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