Aktuelles

Landkarte über das Kultur-Erbe der Türkei

Cultural Heritage Map of Turkey (Türkiye Kültür Varlıklari Haritasi) nennt sich eine spezielle On¬line Landkarte der Türkei. Sie ist das vorläufige Ergebnis des „Inventarisierungsprojektes Kultur¬Erbe der Türkei” der Hrant Dink Stiftung.
Diese Landkarte versucht das Kulturerbe der christlichen und jüdischen Minderheiten der Türkei zu dokumentieren. Aufgenommen sind (ehemalige) öffentliche Gebäude, wie Kirchen, Schulen, Klöster, Friedhöfe, Synagogen und Krankenhäuser der armenischen, griechischen, syrischen und jüdischen Gemeinden. Damit soll die Vielfalt ihrer Kulturen und Facetten in Anatolien aufgezeigt werden.
Seit 2 Jahren werden Informationen aus primären und sekundären Quellen sowie aus verschiedenen Archiven1 gesammelt und in der Karte eingetragen und damit für andere Forscher und Interessierte zugänglich gemacht. Die Karte ist kein fertiges Projekt, sondern „work in progress”, das v.a. von den Beiträgen und dem Feedback seiner Nutzer lebt. Die Seite lädt ein, weitere Informationen oder mögliche Änderungsvorschläge zu neuen bzw. bereits vorhandenen Gebäuden, Fotos, Postkarten u. a. bekanntzugeben und mit der Forschungsgruppe zu teilen.
In jedem Eintrag finden sich – soweit bekannt – Name und Art des Gebäudes, die ethnische Gruppe und wenn verfügbar Fotografien, Bilder oder weitere Informationen (bzgl. Geschichte, ungefähre Lage, Quellenangaben …). Wenn es eine amtliche Eintragung als Kulturerbe in der Türkei gibt, sind Datum und Nummer dieser Eintragung vermerkt.
Man kann alle Einträge suchen, aber auch konkrete Abfragen sind möglich (Gebäudeart, Minderheitengruppe, Region, sowie Kombinationen …). Sind zu viele Gebäude an einem Ort, werden sie zusammengefasst und es ist nur die Anzahl sichtbar, durch Anklicken kam der Maßstab aber vergrößert und die einzelnen Objekte sichtbar gemacht werden.
Neben diesen ethnischen Gruppen wurden auch „zufällig entdeckte” Informationen der bulgarischen, georgischen und katholischen Gemeinden aufgenommen. Diese sind aber in der Landkarte nicht verzeichnet.
Gebäude, die nicht von diesen oben genannten Gemeinschaften besessen oder benutzt wurden, wurden in dieser Studie auch nicht berücksichtigt, unabhängig davon, wer sie gebaut hat.
Vertiefung durch Feldforschung
Durch Feldforschung werden die Daten überprüft und zum Teil geändert. So erfolgten im Sommer / Herbst 2015 zwei Reisen nach Kayseri. Dabei konnte ungefähr die Hälfte der Gebäude in Zusammenarbeit mit den verschiedensten Organisationen und Gruppen vor Ort lokalisiert werden. Manche Dubletten wurden herausgenommen, andere kamen aufgrund von Gesprächen vor Ort hinzu. Weitere Feldforschungen sind geplant.
Die Veröffentlichung dieses Projekts wurde durch die EU und den türkischen Staat finanziell unterstützt. Für den Inhalt ist allein die Hrant Dink Stiftung verantwortlich.
Im Internet ist die Seite auf türkisch und englisch abrufbar unter: http://turkiyekulturvarliklari.hrant- dink.org

Comment here