Christentum

Jerusalem –Kampf um den Tempelberg

 Juden, Muslimen und Christen ist er heilig – jeder beansprucht den Tempelberg für sich. Die Wurzeln des Konflikts um den Ort reichen bis in vorbiblische Zeiten zurück. Heute gerät die Gewalt erneut außer Kontrolle.

Juden, Muslimen und Christen ist er heilig – jeder beansprucht den Tempelberg für sich. Die Wurzeln des Konflikts um den Ort reichen bis in vorbiblische Zeiten zurück. Heute gerät die Gewalt erneut außer Kontrolle.

Fangen wir mit Abraham an, dem Stammvater der Israeliten: Gott fordert ihn auf, den Berg Moria zu besteigen und dort seinen einzigen Sohn Isaak zu töten. Abraham gehorcht und zückt schon das Messer, doch da verhindert ein Engel in letzter Sekunde die Bluttat – Abraham opfert statt des Sohnes einen Widder. Bibelwissenschaftler vermuten, dass diese Geschichte die Abkehr vom Menschenopfer beschreibt – und zwar an einem Ort, den die Überlieferung mit einer Erhebung in Jerusalem gleichsetzt: dem Tempelberg. Das 14,5 Hektar große Areal zählen Juden und Muslime zu ihren heiligsten Stätten, und auch die Christen betrachten diesen Ort mit besonderer Ehrfurcht. Hier soll der biblische König Salomon ein Heiligtum errichtet haben – doch haben die Archäologen dafür noch keinen Beweis gefunden. Wegen seiner religiösen Bedeutung ist dieser Berg – 740 Meter über dem Meeresspiegel gelegen – bis heute ein Zankapfel der Weltgeschichte und sorgt für eine politische Brisanz, die schon zahlreiche Tote gefordert hat.

Die Muslime nennen ihn »al-haram asch-scharif« (das edle Heiligtum), und vor 1300 Jahren errichteten sie hier den Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee. Betrachtet man den Tempelberg von Westen, das heißt von Jerusalem aus, bildet er eine niedrige Anhöhe über der Stadt. Von der Ostseite her erhebt er sich aus dem tiefer gelegenen Kidrontal. Dank der Architektur hinterlässt das eigentlich kleine Plateau einen prächtigen Eindruck.

Das war – folgt man den Spuren der Bibel – nicht immer der Fall. Im 10. vorchristlichen Jahrhundert eroberte König David dieses Gebiet vom kanaanitischen Volk der Jebusiter. Als er hier seine Königsstadt Jerusalem gründete, war der spätere Tempelberg – vielleicht hieß er schon damals »Zion« (Dürrland) – lediglich eine von mehreren Erhebungen des Berglands von Judäa. Die Stadt entstand südlich des Hügels, abseits des heutigen Jerusalemer Stadtkerns. Im Alten Testament steht, dass zu dieser Zeit eine Seuche in Israel wütete. Um das Leiden zu beenden, sollte David dem Herrn ein Opfer darbringen. Das 2. Buch Samuel berichtet, ein Engel habe ihn auf den Berg Zion aufmerksam gemacht. David fand auf dem Gipfel eine Tenne, die dem Jebusiter Arauna gehörte. Er kaufte Arauna das Stück Land mit dem Dreschplatz ab und baute darauf einen Altar für sein Opfer.

Manche Historiker bezweifeln, dass die Jebusiter den flachen, steinigen Boden am Berggipfel nur als Nutzfläche gebrauchten, und vermuten, dass das kanaanitische Volk hier ein Heiligtum pflegte. Berge sind seit jeher in vielen Religionen bevorzugte Kultstätten. Womöglich erwähnten die Israeliten die jebusitische Tradition nicht, um die Exklusivität der eigenen Ansprüche hervorzuheben.

Der Bibel zufolge war König David jedenfalls der Erste, der beschloss, an dieser Stelle einen Tempel zu erbauen. Weil aber seine Hände vom vielen Kriegführen mit Blut befleckt waren, durfte erst sein Sohn Salomon diesen Wunsch in die Tat umsetzen. Das neue Gotteshaus sollte in erster Linie als würdiger Aufbewahrungsort für die sagenumwobene Bundeslade dienen, jene mysteriöse Truhe, die Moses einst zimmern ließ, um in ihr die Gesetzestafeln zu verwahren. Jahrhundertelang hatten die nomadischen Israeliten dieses tragbare Heiligtum mit sich geführt und die Truhe mit einem Zelt vor Wind und Wetter geschützt. Doch nun war das Volk sesshaft geworden.

König Salomon habe, so die Bibel, für den Bau einen Vertrag mit Hiram, dem König von Tyrus geschlossen. Dieser schickte Arbeiter und Zedernholz aus dem Libanon. Als Gegenleistung lieferte Salomon Olivenöl, Wein, Weizen und Gerste. Die Bauarbeiten werden im Alten Testament ausführlich geschildert. Zu-nächst sollte auf dem Berggipfel eine Plattform geschaffen werden. Damit ließ sich der Baugrund praktisch verdoppeln. Das Portal des Gebäudes bauten die Architekten 15 Meter in die Höhe. Zwei neun Meter hohe Säulen flankierten die Türen und wurden mit vier Finger dicker Bronze verkleidet. Der Volksmund nannte die Säulen »Boas« und »Jachin« – oft übersetzt mit »Stärke« und »Festigkeit«. Doch die Namen lassen sich heute kaum mehr zuverlässig deuten.

Salomons Prachtbau: Im Alten Testament wird er bis ins Detail beschrieben

Das Innere des Salomonischen Tempels hatte eine Gesamtfläche von etwa 330 Quadratmetern und wurde in eine große Vorhalle und das Allerheiligste geteilt: Hier stand die Bundeslade. Der Raum bildete das quadratische Kernstück des Gotteshauses. Er hatte keine Fenster, und seine Wände waren mit Blattgold verkleidet. Der Hohepriester erreichte das Allerheiligste durch eine prächtige goldene Doppeltür; geflügelte Fabelwesen und Palmetten (Ornamente in Form eines Palmwipfels) schmückten die Wände. Außerdem gehörten zum Inventar ein siebenarmiger Leuchter aus Gold und ein goldener Tisch. Nur der Hohepriester durfte diesen Raum betreten – und das nur einmal im Jahr, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur. Nach siebenjähriger Bauzeit wurde 951 v. Chr. »Das Haus des Herrn« eingeweiht, wobei man reichlich Tiere opferte.

Der prächtige Tempel stand kaum dreißig Jahre, als er zum ersten Mal bedroht wurde. 925 v. Chr. marschierte der ägyptische Pharao Scheschonk in Israel ein und belagerte Jerusalem. Er forderte Tribut und drohte, die Stadt in Schutt und Asche zu legen. »Schätze aus dem Haus des Herrn« konnten ihn besänftigen, und er zog weiter. Im 8. Jahrhundert musste sich Judäas König Ahas (733–727 v. Chr.) von Kostbarkeiten des Tempels trennen, um nun die Gier der Assyrer zu befriedigen. Da das nicht gelang, ließ nur wenige Jahre später sein Nachfolger Hiskija (727–698 v. Chr.) die Goldverkleidung an den Türrahmen des Tempeleingangs herunterreißen, um sie dem assyrischen Eroberer Sennacherib zu schenken.

Die Bedrohung Judäas verschärfte sich im Laufe des 7. vorchristlichen Jahrhunderts zusehends. Schließlich trugen Priester schweren Herzens die Bundeslade bei Nacht und Nebel heimlich aus dem Tempel, und seitdem gilt sie offiziell als verschollen. Doch das Schlimmste sollte noch kommen: 586 v. Chr. griff der babylonische König Nebukadnezar II. Jerusalem an. Seine Soldaten plünderten die noch im Tempel verbliebenen Schätze, dann brannten sie die ganze Anlage nieder. Daraufhin verschleppte Nebukadnezar die Überlebenden der jüdischen Oberschicht nach Babylon ins Exil.

Der Kult am Tempelberg kam vorübergehend zum Erliegen. Aber schon knapp 50 Jahre später berichtet die Bibel vom Sieg des Persers Kyros II. (559–530 v. Chr.) über die Babylonier. Er ermunterte die Juden, in ihre Heimat zurückzukehren – und versprach sogar Hilfe beim Wiederaufbau des Tempels. Der Monarch pflegte allen eroberten Völkern eine gewisse Autonomie einzuräumen, um ihre Loyalität im persischen Vielvölkerstaat zu sichern. Allerdings fühlten sich die meisten Hebräer mittlerweile in Babylon heimisch, und daher nahmen – so der jüdische Historiker Josephus – nur »42462« von ihnen das Angebot an.

Die Propheten Esra und Nehemia leiteten den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem. Kyros gab den Priestern obendrein Schüsseln, Becher, Krüge und Opferschalen aus Gold und Silber zurück, die die Babylonier aus dem ersten Tempel geraubt hatten. Verglichen mit dem Vorgänger war das neue Gotteshaus freilich eher unspektakulär. Die Bibel erzählt von Heimkehrern, die bittere Tränen vergossen, als sie es zum ersten Mal erblickten. Doch Hauptsache, der Tempel stand wieder – wenn auch ohne Bundeslade.

Das Allerheiligste stand fortan leer, was auf Nichtjuden umso größeren Eindruck machte. In einem Zeitalter, in dem die meisten Menschen pompöse Standbilder ihrer Götter anbeteten, sprach es sich herum, dass der Gott der Juden unsichtbar sei. Als der römische Feldherr Pompeius 63 v. Chr. in Jerusalem einmarschierte, wollte er unbedingt den Tempel betreten, um zu überprüfen, was es mit den Gerüchten über den unsichtbaren Gott im Allerheiligsten auf sich hatte. Mit gezücktem Schwert betrat er den Raum. »Da fand er kein Abbild der Gottheit vor«, schrieb der römische Historiker Tacitus (um 55–116), »das Allerheiligste war leer.«

Rom hatte Judäa bereits fest im Griff, als König Herodes der Große im Jahr 19 v. Chr. den Entschluss fasste, den Tempel komplett zu sanieren. Vielleicht war das Gotteshaus nach 500 Jahren baufällig oder es wirkte für den Geschmack des ambitionierten Herrschers zu veraltet. Herodes plante jedenfalls ein perfektes Gotteshaus. Er verwandelte den ganzen Berggipfel in eine Plattform, die doppelt so groß war wie die aus salomonischer Zeit, und ließ eine Riesenmauer um sie errichten. Ein Teil von ihr, die »westliche Mauer«, steht heute noch und erlangte Berühmtheit als »Klagemauer«.
Herodes starb im Jahr 4 v. Chr. Die Arbeit an seinem Tempel dauerte bis 27 n. Chr. Sein Gotteshaus war größer als die Akropolis in Athen, und Tacitus berichtete ehrfürchtig, es sei »bemerkenswerter als jedes andere Werk der Menschen«. Und doch: Nach wenigen Jahrzehnten lag das architektonische Juwel in Schutt und Asche. Die Ursachen für die Tragödie waren der Bürgerkrieg in Judäa sowie Machtkämpfe der Juden untereinander. Der jüdische Aufstand gegen die Besatzer begann 66 n. Chr. Im August 70 griffen die Legionen des Feldherrn Titus nach dreijähriger Belagerung Jerusalems den Tempelberg an. Hier hatten sich die jüdischen Rebellen verschanzt.

Der Zorn der Römer: Kein Jude darf mehr in Jerusalem leben

Augenzeuge Josephus schildert, wie die Legionäre durch das Blut der Gefallenen wateten. Sie plünderten und brandschatzten, bis der Tempel nur noch eine Ruine war. Nach der jüdischen Überlieferung wurden beide Gotteshäuser, das salomonische und das herodianische, am gleichen Tag des jüdischen Kalenders, dem 9. Av (etwa Anfang August) zerstört. Bis heute begehen gläubige Juden diesen Tag als Trauer- und Fasttag.

Eine Zeitlang bestand sicher noch Hoffnung, dass ein Wiederaufbau des Tempels möglich wäre. Im Jahr 135 kam es erneut zu einem Aufstand gegen die Römer unter dem Rädelsführer Simon bar Kochba (Sternensohn). Man hielt ihn für den ersehnten Messias, doch Kaiser Hadrian bezwang die Rebellen. Juden – und Christen – war der Aufenthalt in Jerusalem fortan verboten. Hadrian ließ die Stadt in Aelia Capitolina umbenennen und auf dem Tempelberg ein Standbild von sich und ein weiteres zu Ehren des höchsten Gottes Jupiter errichten.

Für die Juden aber wandelte sich der verlorene Tempel zu einem Symbol und in eine Sehnsucht. Bis heute beten gläubige Juden dreimal täglich für seinen Wiederaufbau. Ob dieser Wunsch noch zeitgemäß ist, bleibt dahingestellt. Schon antike Quellen bestätigen, dass die Juden die Ruinen auf dem Tempelberg regelmäßig besuchten, um dort zu trauern. Sie zerrissen ihre Kleider und zogen ihre Schuhe aus, um dieser Trauer Ausdruck zu verleihen. Ein namenloser christlicher Pilger aus Bordeaux berichtete um das Jahr 330, dass er die Gläubigen dort beobachtet habe, wie sie einen »durchlöcherten Stein« mit Öl begossen. Er zählte auch sieben Synagogen auf dem Berg Zion. Der Kirchenvater Hieronymus besuchte Mitte des 4. Jahrhunderts den Tempelberg. Er hat das Hadrianstandbild und die Jupiterstatue noch gesehen. Der Kirchenvater Eusebius (um 260–340) behauptete, der Berg diene teilweise als Ackerland.

Dann erschien ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Der römische Kaiser Julian, der den Christen feindlich gesonnen war, plante im Jahr 362, den jüdischen Tempel wieder aufbauen zu lassen – denn er sah sich als »neuen Kyros« an. Tatsächlich begannen die Bauarbeiten, und die Juden jubelten – darin sind sich die Quellen einig. Ein Feuer brach aus, dessen Ursache unbekannt ist. Dann suchte ein Erdbeben Jerusalem heim, und die gerade errichteten Wände stürzten wieder ein. Bald darauf, im Jahr 363, starb Julian, worauf die Bauarbeiten endgültig zum Erliegen kamen.

250 Jahre später nahmen die Perser Jerusalem ein, doch dem oströmischen Kaiser Heraklios gelang es 629, die Stadt zurückzuerobern. Nun wurde sie Wallfahrtsziel der christlichen Pilger, die vor allem die Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem besuchten.

Als die Muslime die Stadt in Besitz nahmen, änderte sich die Lage schlagartig. Eine Legende berichtet: Im Winter 638 marschierte Kalif Omar-ibn-al-Khattab mit seinen arabischen Kämpfern in Jerusalem ein und fragte als Erstes nach dem Standort »des Tempels der Juden, den Salomon baute«. Dann verbrachte er die Nacht in den Ruinen. Am nächsten Tag entschied er, auf dem Tempelberg eine Moschee errichten zu lassen. Erst am Ende des 7. Jahrhunderts wurde der prächtige »Felsendom«, der älteste muslimische Sakralbau, fertiggestellt. Ein paar Jahre später entstand die Al-Aqsa-Moschee am südlichen Rand der herodianischen Plattform.

1095 rief Papst Urban II. zum ersten Kreuzzug auf, dessen Ziel die Rückeroberung Jerusalems war. Dreieinhalb Jahre später erreichte das Heer des Lothringers Gottfried von Bouillon die Stadt. Nach einer blutigen Schlacht am Tempelberg verwandelten die Christen den Felsendom in eine Kirche. Das Königreich Jerusalem, das die Kreuzritter errichteten, hielt sich kaum 100 Jahre: 1187 marschierte eine Armee unter dem kurdischstämmigen Sultan Saladin in Jerusalem ein und vertrieb die Kreuzfahrer.
Das Geheimnis des Tempelbergs: Wird das Allerheiligste je wiedergefunden?

Seitdem befindet sich der Tempelberg in muslimischer Obhut. Die Beziehung der Muslime zum »al-haram asch-scharif« hat sich verfestigt. Der israelische General Mosche Dayan versicherte dem »Waqf« (eine Art muslimische Stiftung, die sich um das Heiligtum kümmert) nach dem Sechs-Tage-Krieg im Jahr 1967, dass Israel kein Interesse hege, den Status quo zu ändern. Dennoch blicken viele Juden nach wie vor sehnsüchtig auf den Berg und träumen von einem dritten Tempel.

Damit sind wir in der Gegenwart angelangt: Immer häufiger rückt der Tempelberg in den Mittelpunkt fanatischer Auseinandersetzungen. Jüdische Extremisten schmieden Pläne, den Felsendom in die Luft zu sprengen, um den Grundstein für einen dritten Tempel zu legen. Auf islami-scher Seite wiederum wachsen Bemühungen, die Existenz der jüdischen Vergangenheit in Jerusalem ganz zu verleugnen. Seit der damalige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon im September 2000 den Tempelberg besucht hatte, kam es wiederholt zu schweren Ausschreitungen. Eine solche Situation erschwert natürlich wissenschaftliche Untersuchungen oder gar Ausgrabungen, da jede Seite das Tun der anderen argwöhnisch überwacht. Zudem wird die Substanz des Tempelbergs immer maroder: Wer hier gräbt, riskiert einen Erdrutsch, der den ganzen Berg gefährden könnte!

Woher hat der Felsendom eigentlich seinen Namen? Die Kalifen ließen ihn über einer Fläche aus Kalkfelsen errichten, die einst den Berggipfel bedeckte. Dieser große Stein, »Sachra« auf Arabisch, misst 72 Quadratmeter. Einige His-toriker mutmaßen, dass sich das Allerheiligste einst auf dem »Sachra« befand. Auch nach jüdischer Überlieferung stand das Allerheiligste auf einem bloßen Stein, »ewen schetija« (Grundstein). Die Rabbiner sehen in diesem »Grundstein« den Nabel der Welt.

Seit den 1970er-Jahren forscht der israelische Physiker Asher Kaufman auf dem Tempelberg. Er glaubt sogar, Mauersteine des herodianischen Baus wiederentdeckt zu haben und durch Messungen den Tempelumriss rekonstruieren zu können. Nordwestlich vom Felsendom steht eine viereinhalb Meter hohe Kuppel aus osmanischer Zeit. Sie trägt die Namen »Dom der Geister« und »Dom der Tafeln«. Kaufman glaubt, dass der flache Kalkstein unter dieser Kuppel der »ewen schetija« sei. Der Name »Dom der Tafeln« beziehe sich auf die Gesetzestafeln der Bundeslade. Ein archäologischer Beweis dafür existiert freilich nicht.

So verhält es sich auch mit dem biblischen König Salomon. Der heutigen Zeit ist er vor allem wegen seiner sprichwörtlich gewordenen Weisheit im Gedächtnis geblieben. Er soll ein geborener Diplomat gewesen sein, dem an guten Beziehungen zu seinen Nachbarn gelegen war – weshalb er unter anderem viele ausländische Frauen in seinen Harem aufnahm. Sicher ist allerdings: Ein Blick in die kriegerische Zukunft ist dem Weisen verwehrt geblieben. Sonst hätte er vielleicht den Tempel niemals erbauen.

PM

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