Fragen und Antworten

Woher kommt das Amen in der Kirche?

Über 30-Mal kommt das hebräische Wort Amen im Alten Testament vor. Seine Bedeutung: Ja, gewiss! Oder auch: So geschehe es! Mit dieser Formel drückten jüdische und später christliche Gemeinden ihr Einverständnis am Ende eines vom Priester oder Vorbeter gesprochenen Glaubensbekenntnisses oder Gebets aus.

In diesem Sinn ist das Wort inzwischen bei uns auch in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen: »Ja und Amen sagen« heißt so viel wie: uneingeschränkt zustimmen. Auch der Islam hat das Amen (als Amin) übernommen. Es wird nach Bittgebeten und nach Lesung der ersten Koransure gesprochen.

Spekulationen bestehen über einen vor-hebräischen Ursprung des Worts. Manche sehen darin eine über den Orient zu uns gekommene Version der bei den Hindus heiligen Silbe OM. Wahrscheinlicher ist aber eine andere Version: Danach stammt das Wort aus alt-ägyptischen Zeiten, war ursprünglich eine Anrufung des Amun – der höchsten Gottheit im ägyptischen Pantheon. Die Juden haben es danach neben anderen liturgischen Traditionen aus dem Pharaonenreich in ihr Gelobtes Land mitgenommen.

Stimmt diese Annahme, würden die Gläubigen dreier Weltreligionen mit jedem Amen immer noch – ohne es zu ahnen – einer ägyptischen Gottheit gedenken.

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