Christentum

Ökümenischen Konzile

 

DIE ERSTEN 8 KONZILIEN IN ANATOLIEN

 

  JAHR STADT TAGUNGSORT OSTROMISCHEK KAISER VORSITZ TEILNEHMER
1. KONZIL( In Nicea) 325 NICEA Im Kaiserlichen Sommerpalast Konstantin der Große Kaiser 318
2. KONZIL (1. In Konstantinopel) 381 KONSTANTINOPEL   Theodosius der Große Patriarch Meletius von Antiochien 150
3. KONZIL 431 EPHESOS Marienkirche Theodosius 2 Cyrill von Alexandrien 193
4. KONZIL 451 CHALKEDON Kirche der Heiligen Euphemia Marcian 6 kaiserlicheKonzilskommissaren i 600
5. KONZIL In Konstantinopel) 553 KONSTANTINOPEL  Irene Kirche Justinian der Große Sekretarium der Bischofskirche 164
6. KONZIL (3. In Konsiantiriopel) 680 – 681 KONSTANTINOPEL Kuppelsaal des Kaiserpalastes Konstantin 4 päpstliche Legaten 174
7. KONZIL(2. In Nicea) 787 NICEA Magnaura Palast Konstantin 6 Kaiserin Irene 300
8. KONZIL. (4. In Konstantinopel) 869 – 870 KONSTANTINOPEL Sophienkirche Basileios 1   102

Viele Briefe und Texte von Wanderpredigern, welche die Lehre des Jesus von Nazareth verkündeten, wurden gesammelt. Kaiser Konstantin erklärt einige dieser Texte als autoritär. Darunter auch die Briefe des römischen Bürgers Saulus (Paulus). Viele Texte, auch aramäische und hebräische Schriften wurden vernichtet, da diese für das römische Reich eine Gefahr darstellten.

Das erste Konzil von Nicäa (325)

 

Am Anfang der Verkündigung des Evangeliums stand zweifellos die Autorität der Apostel, die uns ja durch Paulus und die Apostelgeschichte immer wieder vor Augen geführt wurde auf dieser Reise. Sie verbürgten die Wahrheit des Evangeliums und verkündeten das was sie mit eigenen Augen gesehen, gehört und erfahren hatten. Im Neuen Testament allerdings schon entdecken wir die Ausbildung einer Struktur der Kirche: Es werden Älteste(Presbyter) eingesetzt und Episkopen (heutige Bischöfe), d.h. Aufseher, die dafür zu sorgen hatten, daß die Verkündigung des Evangeliums authentisch blieb.

Diese Bischöfe hatten nach den Aposteln die Autorität für die Wahrheit des Evangeliums inne.

Nach dem Jahre 313, als Kaiser Konstantin der Religion die freie Ausübung gewährte und sie gewissermaßen Staatsreligion wurde, konnte sich diese Struktur noch etwas weiter entfalten. Es wurden größere Gebiete gebildet, für die jeweils ein Episkops (Bischof) zuständig war. Nach dem Jahre 313 war es dann noch sehr wichtig, die Theologie seit 2 Jahrhunderten aufzuarbeiten, wozu man wegen der dauernden Verfolgungs-Situation noch nicht gekommen war. Außerdem mußte aufgearbeitet werden, was durch die Verfolgung der jungen Kirche an Problemen entstanden war: z.B. daß es immer wieder Christen gegeben hat, die in der Verfolgung schwach geworden war dem  Glauben wieder abschworen um dem Kaiser zu opfern, weil sie um ihr Leben Angst hatten, dann nach der Erlaubnis der Religion aber wieder in Scharen zur Kirche hindrängten. Wie sollte man mit solchen Christen verfahren?

Bei Streitfragen in Theologie und Disziplin verfuhrt man dann nach dem Vorbild des Apostelkonzils und setzte sich zusammen. Die „Synode“ ist dadurch:.zu einem Prinzip in der weiteren Entwicklung der Kirche geworden, und auch heilige noch spielen ja die Konzilien eine überragende Rolle. Synode: d.h. gemeinsam einen Weg suchen. In der Zeit nach 313 gab es verschiedene regionale Synoden.

In der Entwicklung der Theologie der Kirche nach 313 mußte- ebenfalls einiges aufge­arbeitet werden. Im Neuen Testament ist vom Vater-Gott Jesu die Rede, vom Sohn, und vom Heiligen Geist, den er den Menschen gesandt hat. !m Neuen Testament schon finden sich frühe Taufformeln, z. B. in Matthäus 28:„Tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes’.’

Aus diesen Fragmenten des Neuen Testamentes ergab sich dann die drängende Frage, wie denn das Verhältnis vom Vater zum Sohn und zum Heiligen Geist zu beschreiben oder definieren ist. Der alexandrinische Priester Arius übernahm von seinem Lehrer Lucian von Antiochien die Auffassung, daß die drei Personen Vater, Sohn und Geist Er­scheinungsweisen des einen Gottes seien. Nach ihm ist der Logos(Sohn) ein Geschöpf des Vaters, er entbehrt der Eigenschaft der Ewigkeit. Arius sagt: Es war eine Zeit, da er nicht war. Sein Bischof Alexander schloß ihn wegen dieser Lehre auf einer Synode 318 aus der Kirchengemeinschaft aus. Aber Arius hatte schon eine große An­hängerschaft. Es gab dann noch andere Streitfragen, wie z.B. der Termin der Ostern-Feier; deshalb rief der Kaiser Konstantin die Bischöfe seines Reiches nach Nizäa in Bithynien/ca. 220 Bischöfe kamen hier zusammen zu dem Konzil, das dann später als das erste ökumenische Konzil bezeichnet wurde. Vom 20. 5. bis 25. 7. 325 tagte dieses Konzil in einem Saal der kaiserlichen Sommerresidenz in Nizäa Arius verteidigte seine Lehre persönlich; er hatte 17 Anhänger. Nach heftigen Auseinandersetzungen einigte man sich dann auf ein Taufbekenntnis der Kirche von fäsare, daß deren Bischof Eusebius vorgelegt hatte. Dieses Taufbekenntnis wurde das  nizanische Glaubens­bekenntnis, das in eindeutigen Ausdrücken jede Unterordnung des Sohnes unter den Vater ausschloß: Er ist „aus dem Wesen des Vaters“,“Gott aus Gott,Licht aus Licht,wahrer Gott aus wahrem Gott wahrem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesensgleich mit dem Vater“. Es ist das Glaubensbekenntnis, das wir heute noch als das „große Glaubensbekenntnis“ beten. Am 19. 6. 325 wurde es vom Konzil angenommen.

Allerdings gäbe es nach diesem Konzil keine Ruhe, denn die Anhängerschaft des Arius war schon sehr groß geworden. Der Streit entbrannte dann um das Wort „wesensgleich“, Es wurde dann von einigen interpretiert, daß der Sohn dem Vater ähnlich ich oder in allem ähnlich oder ähnlichen Wesens mit dem Vater ist. In dieser Auseinandersetzung sind drei große Theologen zu nennen:Gregor von Nazians, Gregor von Nyssa und 8a- • Silius der Große. Sie haben in ihren Schriften davon gesprochen, daß Gott eine Wesenheit in drei Personen ist.

Wegen der andauernden Streitigkeiten berief Kaiser Theodosius I. ein weiteres Reichs Konzil ein. Es sollte die Spannungen ausräumen und die Gottheit des Heiligen Geistes klären. Denn konsequenterweise hatte Arius gesagt, daß der Heilige Geist ein Geschöpf des Sohnes sei.

Dieses Konzil fand 381 In Konstantinopel statt. Es tagte vom Mai 381 bis Juli 381. Hier waren nur die Bischöfe des Ostens vertreten, ca. 150. Die Bischöfe des Westens hatten im Jahre 381 im Frühjahr schon eine Synode abgehalten.

Ergebnis dieses Konzils war: 1. Die Erneuerung des Glaubensbekenntnisses von Nizäa und eine nochmalige Verurteilung der Arianer (Anhänger des Arius). Zum 2. wurde Konstantinopel als neue Kaiserresidenz festgelegt. Damit ergab sich eine neue Ent­wicklung, die dann wieder zu Streitigkeiten führte: Der Bischof von Konstantinopel erhielt eine Vorrangstellung vor den übrigen Patriarchaten (Jerusalem, Antiochien, Alexandria) – aber immer noch nach dem Patriarchen von Rom (den Papst). Zum 3. wurde in das Glaubensbekenntnis von Nizäa ein’ Zusatz eingefügt, der die Gott­heit des Heiligen Geistes bekräftigte: „Den Herrn und Lebendigmacher, der vom Vater ausgeht, der mit dem Vater und dem Sohne in gleicher Weise angebetet und verherrlicht wird, der durch die Propheten gesprochen hat.“ Für die östliche Kirche wurde dies so verstanden: der Geist, der vom Vater durch den Sohn ausgeht  In der westlichen Kirche wurde später ein Zusatz eingefügt: der vom Vater und vom Sohn ausgeht. In die­sem späteren Zusatz sahen die Griechen in der Ostkirche eine Verfälschung des ge­heiligten Textes des Konzils von Konstantinopel. In allerletzter Konsequenz, be­dingt auch noch durch politische Auseinandersetzungen zwischen den Patriarchaten, führte dies zum 1. großen Schisma, Kirchentrennung, von 1054, durch die es dann die sog. griechisch-orthodoxe Kirche bis heute gab.

Auch nach diesem Konzil gab es noch keine Ruhe, denn der Streit um die Christusfrage hielt an. Zwei Schulen gab es mit zwei verschiedenen Christusbildern.

1.         Auf der einen Seite war die alexandrinische Katechetenschule. Deren Vertreter war Clemens von Alexandrien und Origines. Origines war der größte Theologe der alten Kirche. Cyrill von Alexandrien war seit 412 Patricharch von Alexandrien und stützte Origines in seinen Aussagen. Er versuchte die Verbindung von Gott und Mensch in Jesus Christus möglichst innig darzustellen: „eine Natur des fleischgewordenen Logos“. Er benutzte ein Bild zur Veranschaulichung: Die göttliche Natur durchdringt die menschliche wie das Feuer einer glühenden Kohle. Der Nachteil dieses Bildes war, daß die menschliche Natur in Christus verflüchtigt wurde. Das Zusammen beider Naturen konnte als Vermischung aufgefaßt werden.

2.         Dagegen stand die Schule von Antiochien _ Ihr Vertreter: Lucian von Antiochien. Diese Schule versuchte eine nüchterne grammatische und historische Erklärung der Schrift und kam vom griechischen, aristotelischen Denken her.

Hier wurde das Menschsein Christi so ernst genommen, daß die seinsmäßige Verbindung ‚ mit der Gottheit gelockert wurde. Die Gottheit wurde nur als moralische verstanden.

Der Bischof Johannes Chrysostomos (398) sah das nicht so. Aber sein Nachfolger Nestorius(428) Bischof von Konstantinopel sagte: Der Logos wohnt im Menschen Jesus wie in einem Tempel.

Aus diesen beiden verschiedenen Verständnissen ergab sich ein starker Gegensatz: Cyrill, der Patriarch von Alexandrien stand gegen Nestorius, dem Patriarchen von Konstantinopel. Es standen nicht nur zwei theologische Schulen gegeneinander, sondern auch zwei Bischofssitze. Die Spannung erhöhte sich durch die Rivalität auch der Bischofssitze.

Hier wird auch immer wieder ein Geheimnis der Kirchengeschichte deutlich, daß hand­feste, politische Auseinandersetzungen Hand in Hand gehen mit theologischen Streit­fragen. Auch das Menschliche hat in der Kirche seinen Platz. Und dennoch wird gerade durch Konzilien immer wieder ein Weg in die richtige Richtung gefunden. Nestorius war konsequenterweise auch gegen die Bezeichnung Marias, der Mutter Jesu, als Gottesgebärerin. Er sprach nur von der „Christusgebärerin“. Aber im Kirchen­volk war immer schon lebendig, daß Maria die Gottesgebärerin ist. Cyrill von Alexandrien bat Papst Cölestin I. (422 – 432) um eine Entscheidung. In einer Synode von Rom 430 schließt sich der Papst der Auffassung des Cyrill an.

In diesen Streitfragen beruft Kaiser Theodosius II. am 19. II. 430 durch ein Rund­schreiben zu Pfingsten 431 ein Konzil nach Ephesus ein. Dieses Konzil fand dann zu Pfingsten 431 in der Marienbasilika statt, die wir bei den Besichtigungen ge­sehen haben. Am 22. 6. 431 wurde das Konzil von Cyrill von Alexandrien, der gleich­zeitig der Vertreter des Papstes war, eröffnet. Nestorius lehnte eine Teilnahme ab. Es wurde auf dem Konzil Lehrschreiben des Cyrill verlesen und gebilligt. Hierin wird Maria als Gottesgebärerin betitelt.

Das erste ökumenische Konzil wurde 325 abgehalten und von dem römischen Kaiser Konstantin l. einberufen. Das Konzil sollte die Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit der Lehre von Arius um die Wesensart Jesu Christi beilegen. 318 der insgesamt 1800 Bischöfe des Römischen Reiches nahmen an dem Konzil teil. Die Kirche übernahm als offizielle Position das Nicäanische Glaubensbekenntnis (Nizäum), das Christus als wesensgleich mit Gott definierte und die Dreifaltigkeit prägte. Die Stellung des neuen Bekenntnisses als Dogma wurde durch den Bann gegen die, im heiligen Land verbreitete Lehre von Arius bekräftigt. Arius lehrte, dass Gott nicht selbst gezeugt und ohne Ursprung sei. Der Sohn, die zweite Gestalt der Dreifaltigkeit, könne daher, weil er gezeugt worden sei, nicht Gott im selben Sinne wie der Vater sein. Jesus sei nicht der Sohn, sondern schon immer ein Gesandter Prophet Gottes gewesen. Trotz der Verurteilung starb die Lehre des Arius bis ins 7.Jht. nicht vollständig aus.

Das Konzil legte weiterhin fest, dass das Osterfest am Sonntag nach dem jüdischen Passahfest gefeiert werden soll.

 Das Passahfest wurde als besonderer Anlass von Jesus zum Abendmahl erklärt.

Der Sabbat (Samstag), der als heilig galt, wurde auf den Sonntag verlegt.

Die römische Todesstrafe mit der Kreuzigung wurde aus Respekt vor Jesus Christus abgeschafft.

Die biblischen Speisegebote (5Mo14, 3-21), die das Essen von unreinen Tieren wie Schweine oder Fische ohne Schuppen verbieten, wurden aufgehoben. Bestimmte Tiere galten zurzeit Jesu als unrein und durften daher nicht gegessen werden. Erlaubt (hebräisch: kascher) war bis zum Konzil das Fleisch von Tieren mit gespaltenen Hufen, die ihr Futter wiederkäuen, jedoch nur, wenn der Schlachter strenge Regeln zu Gunsten des Opfers beachtet und das gesamte Blut vor dem Verzehr vollständig entfernt hat (Schächten). Die Abschaffung der Speisegebote begründet das Konzil aus dem Markusevangelium. (Mk 7,19)

Die tägliche rituelle Reinigung (3Mo11, 25-40; 15, 5-7), die bis anhin jeden Tag durchgeführt wurde, wird als Ritus der Taufe weitergeführt. Der neue Sinn bekam die Initiation (Beitrittserklärung) in die Kirche.

Der eigentliche Bund Gottes, der durch die Beschneidung nach der Bibel (1Mo17,9-14) auch bei Jesus vollzogen wurde, hatte aus der Sicht des Konzils keine Bedeutung mehr und wurde allmählich nur noch in einzelnen Priester-Klöstern vorgeschrieben.

Die Grabeskirche wurde im Garten des Joseph von Arimathaia (Jerusalem) erbaut, wo sich das Grab Christi befunden haben soll.

Verehrung von toten Heiligen in der Gestalt von Engeln entwickelte sich. Davor befahl die Schrift, nichts außer Gott zu Verehren. (2Mo20,4)

1. Konzil von Konstantinopel (381)

Dieses Konzil war das 2. ökumenische Konzil der Kirche. Es wurde von Theodosius l. einberufen, dem Kaiser des Oströmischen Reiches. Die 150 Bischöfe, die bei dem Konzil zusammenkamen, bestätigten die Resolutionen des 1. ökumenischen Konzils von Nicäa (325) und definierten den Heiligen Geist zusammen mit Vater und Sohn als substantiellen Bestandteil der göttlichen Dreieinigkeit (Trinität).

Das Konzil erkannte dem Bischof von Konstantinopel den höchsten Rang nach dem Bischof von Rom zu,

Der nichtbiblische Begriff „Ursünde“ wurde erstmals geprägt und 1545-1563 als Erbsünde am Konzil von Trient bestätigt.

Sechs gefälschte Paulusbriefe werden von Augustinus als autoritär erklärt. Diese Schriften sind heute im Neuen Testament enthalten.

Weiter wurde der 25. Dezember, der Tag des römischen Sonnengottes als Geburtstag von Jesus Christus festgelegt.

Es wurde die von Augustinus gelehrte Theorie, dass die Erde eine flache Scheibe sei im Dogma aufgenommen, obwohl frühere Gelehrte und Philosophen die Erde als eine Kugel darstellten. Zudem wurde festgelegt, dass die Erde im Mittelpunkt steht und sich die Sonne um die Erde dreht.

Die Messe wird öffentlich in Basilisken zelebriert. Zuvor wurde sie in größeren Privathäusern gefeiert.

Konzil von Ephesus (431)

Drittes allgemeines oder ökumenisches Konzil der christlichen Kirche, das in Ephesus (heute Türkei) abgehalten wurde. Die Versammlung wurde von Theodosius II., dem Kaiser von Ostrom, einberufen, um die Auseinandersetzung zu beenden, die durch den Nestorianismus hervorgerufen worden war. Der Streit nahm seinen Anfang, als Nestorius (gestorben um 451), der Patriarch von Konstantinopel, sich weigerte, den Titel „Gottesmutter“ für Maria, die Mutter von Jesus Christus, zu akzeptieren. Verfechter seiner Ansicht hoben die Verschiedenartigkeit der menschlichen und der göttlichen Natur Christi hervor und gingen davon aus, dass er zwei voneinander getrennte Wesen darstelle, ein göttliches und ein menschliches, die in Übereinstimmung miteinander gehandelt hätten. Dementsprechend betrachteten sie Maria als Mutter des Menschen Jesus, nicht des göttlichen Jesus. Dem stand jedoch der bereits anerkannte Lehrsatz entgegen, dass Christus eine einzige Person gewesen sei, gleichzeitig Gott und Mensch. Unter der Führung Kyrills, des Patriarchen von Alexandria, setzte das Konzil Nestorius ab und verurteilte seine Lehre.

Die Versammlung erklärte, dass Jesus Christus wahrer Gott und wahrer Mensch sei, dass er zwei Naturen (eine menschliche und eine göttliche) in seiner Person vereine. Als logische Konsequenz dieser Ansicht bestätigte das Konzil den Titel Marias als „Gottesmutter“ (griechisch theotokos: Gottesgebärerin). Da das Konzil jedoch die Gegensätze nicht überbrücken konnte, traten die Gegensätze auf der Räubersynode von Ephesus (449) erneut zutage.

Die von dem engl. Mönch und Kirchenschriftsteller Pelagius u. a. gegen Augustinus vertretenen Anschauungen (Pelagianismus), dass der sittlich freie Mensch, kraft der Gnade, durch eigene Bemühungen zum Heil gelangen kann, wurde vom Konzil von Ephesus (431) verurteilt. Der Begriff „Ursünde“ wurde durch Augustinus am 1. Konzil von Konstantinopel geprägt.

Der Begriff der Inkarnation Gottes, der Menschwerdung Gottes durch Jesu wurde geprägt. Dies war die Folge ungeklärter Eigenschaften Jesu, nachdem beim ersten Konzil Jesus wesensgleich mit Gott dogmatisiert wurde.

 

 Konzil von Chalkedon, 4. ökumenisches Konzil (451)

Vom Ostkaiser Markian auf Geheiß Papst Leo I. einberufen, um die Beschlüsse der so genannten „Räubersynode“ von Ephesus wieder aufzuheben und die eutychianische Kontroverse zu beraten. An die 600 Bischöfe nahmen an den 17 Sitzungen teil, die zwischen dem 8. Oktober und 1. November abgehalten wurden. Das Konzil verurteilte den Eutychianismus (von der Räubersynode noch anerkannt), auch Monophysitismus genannt, jene Lehrmeinung, nach der Jesus Christus nur eine einzige, und zwar göttliche, jedoch keine menschliche Natur besitze. Die Definition von Chalkedon, die sich auf Papst Leos Formulierungen in seinem Brief an Flavian, den Bischof von Konstantinopel, gründete, sowie auf die Synodalbriefe des heiligen Kyrill von Alexandria an Nestorios, legte fest, dass Jesus Christus sowohl eine göttliche, als auch eine menschliche Natur besitze, die untrennbar voneinander seien.

Das Konzil verkündete darüber hinaus 27 kirchenrechtliche Vorschriften, welche die kirchliche Disziplin und Hierarchie, und das geistliche Verhalten regelten, welche alle von der Westkirche angenommen wurden. Abgelehnt wurde dagegen die 28. Vorschrift, die dem Bischof von Konstantinopel den Titel eines Patriarchen, und damit im Osten einen Status gleich dem des Papstes von Rom verliehen hätte.

Die Lehre vom Leiden Christi am Kreuz wurde nach langem Streiten bestätigt. Zuvor gab es geteilte Meinungen um den Tod am Kreuz. Es gab Bischöfe, welche die Lehre vertraten, einer von Jesu Anhänger, möglicherweise Judas Ischariot oder Simon von Kyrene, sei für ihn am Kreuz gestorben. Andere vertraten die Ansicht, Jesus hatte die Kreuzigung überlebt (auferstanden = ins Leben zurückgerufen), weil er nicht wie üblich mehrere Tage am Kreuz hängen musste, sondern nach einigen Stunden vom Kreuz genommen und in die Grabhöhle gelegt wurde. Diese Bischöfe wurden vom Konzil verurteilt und derartige Lehren exkommuniziert.

Neue Gewänder wurden für die Bischöfe und Priester eingeführt.

2. Konzil von Konstantinopel (553)

Diese Zusammenkunft in Konstantinopel war das 5. ökumenische Konzil der Kirche und wurde von Justinian l., dem byzantinischen Kaiser, einberufen, um die Schriften der griechischen Theologen Theodor von Mopsuestia, Theodoret von Cyrrhus und Ebas von Edessa zu diskutieren. Diese Schriften, die man auch als „Die drei Kapitel“ bezeichnet, waren vom 4. ökumenischen Konzil angenommen worden, das 451 in Chalkedon abgehalten worden war. Das Konzil von 553 verurteilte die drei Kapitel jedoch und belegte die Autoren mit dem Kirchenbann. Die Schriften von Theodor von Mopsuestia zeigten historische Kriterien, welche das Leben und Sterben des Jesus von Nazareth beschrieben. In seinen biblischen Kommentaren lehnte Theodor jede Form der allegorischen Interpretation ab und hob stattdessen den wörtlichen Sinn sowie den geschichtlichen Kontext hervor.

Die Lehre vom Fegfeuer wurde von Gregor dem Grossen erklärt. Sie sagt, dass jeder nach seinem Tod durch Gottes Feuer von den Sünden gewaschen, und dann nach Einsicht der schlechten Taten wieder in den Himmel gelangen kann.

Die lateinische Sprache als die Sprache des Gebets und Sprache der Anbetung in den Kirchen wurde von Papst Gregor l. festgelegt. Sie galt als die autoritäre heilige Sprache. Jesus sprach nur aramäisch und konnte hebräisch lesen.

Der Titel Papst oder Weltbischof wurde dem Bischof von Rom zum ersten Mal von dem Kaiser Phoklas verliehen. Er tat dies Bischof Ciriacus von Konstantinopel zum Trotz, der ihn wegen dem an seinem Vorgänger, Kaiser Mauritius, verübten Meuchelmord rechtmäßig in den Kirchenbann getan hatte. Gregor L, damals Bischof von Rom, verweigerte diesen Titel, aber sein Nachfolger, Bonifatius III., nahm zum ersten Mal den Titel, Papst an. Das Konzil ernannte rückwirkend Petrus zum ersten römischen Papst, obwohl nirgends in der Schrift oder in der Kirchengeschichte erwähnt wird, dass Petrus je in Rom war. Auch nicht, dass er dort 2.5 Jahre lang Papst gewesen wäre. Clemens, der dritte Bischof von Rom, bemerkt, dass es im 1. Jahrhundert keinen eigentlichen Beweis dafür gibt, dass sich Petrus je in Rom befand. Jesus ernannte Petrus nicht zum Haupt der Apostel und verwarf derartige Absichten. (2Mo 2,20,4; Luk. 22. 24-26; Eph. 1, 22-23; Kol. 1, 18; 1. Kor. 3, 11)

3. Konzil von Konstantinopel (680)

Das 3. Konzil von Konstantinopel war das 6. ökumenische Konzil. Es wurde von Konstantin IV., dem Kaiser von Byzanz (Regierungszeit 668-685), einberufen und verurteilte den Monotheletismus (Jesus als göttliche und irdische Natur) sowie dessen Anhänger.

4. Konzil von Konstantinopel (691)

Die vierte Zusammenkunft in Konstantinopel wurde vom byzantinischen Kaiser Justinian II. (Regierungszeit 685-695; 705-711) einberufen, um einen Gesetzeskodex für die Kirche zu erlassen. Dieser Kodex wurde später Bestandteil des kanonischen Rechtes der orthodoxen Kirche. Das Konzil von 691 wurde in Ostrom als Zusatz zu den vorhergehenden ökumenischen Konzilen betrachtet (dem 5. und 6.) und ist daher unter der Bezeichnung Quinisext-Synode bekannt (lateinisch: „fünft-sechste“). Dieses Konzil wurde auch nach dem Versammlungsort im trullum („Kuppel“) des Kaiserpalastes als Trullan-Synode bezeichnet.

Das Küssen der Füsse des Papstes wird üblich. Es war eine königliche Sitte, die Füsse der Kaiser zu küssen. Das Wort Gottes verbietet solche Handlungen. (2Mo 20,4; Apg. 10, 25-26; Offb. 19, 10; 22, 9.)

Die Anbetung vom Papst, dem Stellvertreter von Jesus Christus, und die Anbetung der toten Heiligen wurde zur Pflicht. Kritiker wurden hingerichtet, nachdem diese die ersten Gemeinden als Vorbild sahen und sich weigerten, Gebete an Maria oder an tote Heilige zu richten. Die Bibel lehrt, dass allein zu Gott gebetet werden darf. (2Mo 20,3-4; Matth. 11, 28; Luk. 1, 46; Apg. 10, 25-26; 14, 14-18)

5. Konzil von Konstantinopel (754)

Das 5. Konzil von Konstantinopel wurde vom byzantinischen Kaiser Konstantin V. (Regierungszeit 741-775) einberufen und beschäftigte sich mit dem Problem der Bilderverehrung. Die Verehrung von Bildern wurde vom Konzil abgelehnt, dies wurde jedoch vom 7. ökumenischen Konzil in Nicäa 787 widerrufen. Das Konzil von 754 wurde im Westen nicht als ökumenisch anerkannt.

Stephan II. (III.) sicherte sich die Unterstützung Pippins des Jüngeren, der 751 den fränkischen Thron bestiegen hatte, indem er 754 seine Königssalbung erneuerte. Pippin besiegte die Langobarden und zwang sie, Teile des Exarchates von Ravenna und andere Territorien an den Papst abzutreten. Die Übergabe, die 756 erfolgte, und als Schenkung Pippins in die Geschichte einging, führte zur Gründung des Kirchenstaates und begründete die weltliche Machtposition des Papstes, der dadurch von seiner Abhängigkeit vom Byzantinischen Reich befreit wurde. Die heilige Schrift verwirft Machtpositionen (Matth. 4, 8-9; 20, 25-26; Joh.18, 36.)

Zweites Konzil von Nicäa(787)

Das zweite der Konzile, das siebte ökumenische Konzil, fand 787 statt. Es wurde von der oströmischen Kaiserin Irene einberufen und entschied im Bilderstreit, dass die Bilderverehrung erlaubt sei. Das führte dazu, dass in der Bibel das zweite der „Zehn Gebote“ entfernt und das letzte Gebot geteilt wurde. Das Kreuz durfte nun geschaffen, in Kirchen aufgerichtet und verehrt werden. Diese Entscheidung des Konzils brachte noch großen Widerstand bis ins 11.Jahrhundert. (2Mo 20, 4; 5Mo 27, 15; Psalm 115.)

Weiter wurde der endgültige Sieg der Kirche gegenüber der frühen christlichen Lehre des Arius aus dem 4. Jahrhundert nach lang anhaltendem Widerstand bestätigt.

Weihwasser, mit einer Prise Salz gemischt und vom Priester gesegnet, wurde eingeführt. Die heilige Schrift hingegen lehrt, dass man sich vor jedem betreten der Kirche die Hände und das Gesicht waschen soll. Sonst galt man als unrein.

6. Konzil von Konstantinopel (869-870)

Die sechste Zusammenkunft in Konstantinopel gilt für die westliche Kirche als 4. Konzil von Konstantinopel und wird als 8. ökumenisches Konzil anerkannt. Es wurde von dem byzantinischen Kaiser Basilios l. einberufen, um die Absetzung des Patriarchen von Konstantinopel, Photius, zu bestätigen. Photius, der für das Schisma zwischen der östlichen und der westlichen Kirche im 9. Jahrhundert verantwortlich war, wurde offiziell abgesetzt. Das Konzil von 869 bis 870 wurde von der Ostkirche nicht anerkannt.

7. Konzil von Konstantinopel (879)

Die siebte Zusammenkunft in Konstantinopel wurde von der östlichen Kirche als 8. ökumenisches Kirchenkonzil anerkannt. Es wurde von Photius einberufen, der im vorangegangenen Jahr wieder in sein Amt als Patriarch von Konstantinopel eingesetzt worden war. Dieses Konzil erkannte die Zusammenkunft von 869 bis 870 nicht an. Die Kirche des Westens lehnte das 7. Konzil wiederum ab.

Die Verehrung von St. Joseph begann. Joseph wurde als Pflegevater von Jesu Christi erklärt. Joseph war der Ehemann Marias, die Jesus gemäß der biblischen Berichte jungfräulich („unbefleckt“) geboren haben soll.

Die Heiligsprechung toter Heiliger erstmals von Papst Johannes XV. ausgeübt

Das Fasten an Freitagen wurde eingeführt und die Fastenzeit wurde für Normalbürger vereinfacht. Zurzeit Jesu sollte jeder Mensch möglichst einmal im Jahr, wie es schon Jesus tat, einen Monat fasten.

Der Gemeindepriester oder der Bischof erlegte allen schweren Sündern eine harte Busse auf; dazu gehörten u. a. Fasten und Pilgerfahrten. Später wurden diese durch Gebete oder Pflichtzahlungen in Verbindung mit Ablässen ersetzt.

Die Messe entwickelte .sich allmählich zum Opfer; der Besuch derselben wurde im 11. Jahrhundert Pflicht.

Kanons des Konzils von Nicäa

Kanon 1: Eunuchen können – außer wenn sie sich selbst kastriert haben – Priester werden.                                                                     Kanon 2: Leute, die nach kurzem Katechumenat entgegen 1. Tim. 3,6–7 gleichzeitig mit der Taufe zum Priester oder Bischof geweiht wurden, können ihren Status behalten, aber in Zukunft soll das nicht mehr vorkommen. Wenn ein so geweihter Geistlicher von zwei oder drei Zeugen einer Sünde überführt wird, wird er suspendiert werden.                                                                                              Kanon 3: Das Konzil verbietet absolut, dass Bischöfe, Priester und Diakone mit einer Frau zusammenleben, ausgenommen natürlich ihre Mutter, Schwester oder Tante oder eine über jeden Verdacht erhabene Frau.                                                                                 Kanon 4: Ein Bischof soll von allen Bischöfen der Provinz geweiht werden. Wenn dies nicht praktikabel ist, sollen mindestens drei Bischöfe die Ordination vornehmen, nachdem die übrigen schriftlich ihr Einverständnis gegeben haben. In jedem Fall steht dem Metropoliten das Recht zu, das Vorgehen zu bestätigen.                                                                                                                               Kanon 5: Die Exkommunikation eines Priesters oder Laien muss durch die Bischöfe aller Provinzen respektiert werden. Es soll jedoch eine Untersuchung durch die übrigen Bischöfe der Provinz geben, um sicherzustellen, dass niemand aus persönlichen Gründen von einem Bischof exkommuniziert wurde. Um diese Untersuchungen geordnet durchzuführen, sollen die Bischöfe jeder Provinz zweimal jährlich zu einer Synode zusammentreten.                                                                                                                                                Kanon 6: Die althergebrachte Autorität der Bischöfe von Alexandria, Antiochia und Rom über ihre Provinzen wird bestätigt. Eine Bischofswahl ohne Zustimmung des Metropolitans ist ungültig. Wenn es jedoch unter den wählenden Bischöfen zwei oder drei Gegenstimmen gibt, entscheidet die Mehrheit.                                                                                                                                          Kanon 7: Der Bischof von Aelia (Jerusalem) soll nach altem Brauch geehrt werden, ohne jedoch die Rechte des Metropolitans einzuschränken.                                                                                                                                                                                          Kanon 8: Geistliche der Novatianer, die öffentlich in die Kirche eintreten, dürfen ihren geistlichen Rang behalten, wenn sie sich schriftlich dazu verpflichten, die Dekrete der Kirche zu akzeptieren und zu befolgen. Sie sind jedoch im Rang allfälligen örtlichen Geistlichen der Kirche untergeordnet.                                                                                                                                                           Kanon 9: Wenn Leute ohne Prüfung zum Priester geweiht wurden und nachträglich eine Sünde bekennen, die sie dafür disqualifiziert, ist die Priesterweihe ungültig.                                                                                                                                                                       Kanon 10: Wenn entdeckt wird, dass ein Priester seinerzeit unter der Verfolgung abgefallen ist und nachträglich zum Priester geweiht wurde, ist die Priesterweihe ungültig.                                                                                                                                                               Kanon 11: Wenn Leute ohne Gefahr vom Glauben abgefallen sind, sollen sie milde behandelt werden, obwohl sie keine solche Milde verdienen: Sie sollen nach einer Buße von zwölf Jahren wieder zur Kommunion zugelassen werden.                                                        Kanon 12: Wenn Christen, die erst auf den Militärdienst verzichtet haben, zur Armee zurückgekehrt sind (was unter Licinius Opfer für heidnische Götter bedingte), sollen sie nach dreizehn Jahren Buße wieder zur Kommunion zugelassen werden. Diese Bußzeit kann jedoch im Fall von echter Reue durch den Bischof verkürzt werden.                                                                                                        Kanon 13: Einem Sterbenden darf die Eucharistie gegeben werden, wenn er danach verlangt, auch wenn er nicht zur Kommunion zugelassen war.                                                                                                                                                                                               Kanon 14: Katechumen, die abgefallen sind, dürfen nach einer Bußzeit von drei Jahren wieder mit den Katechumen beten.                          Kanon 15: Bischöfe, Priester und Diakone dürfen nicht von Stadt zu Stadt wandern, sondern sollen, wenn sie das versuchen, zu der Kirche zurückgeschickt werden, wo sie ordiniert wurden.                                                                                                                               Kanon 16: Priester und Diakone, die ihre Kirche verlassen, dürfen nicht von einer anderen Kirche aufgenommen werden. Bischöfe dürfen niemanden ordinieren, der zu einer andern Diözese gehört.                                                                                                           Kanon 17: Wer Wucherzinsen verlangt, soll abgesetzt werden.                                                                                                                  Kanon 18: Diakone dürfen die Eucharistie nicht Priestern geben, sondern sollen die Eucharistie von Bischof oder Priester empfangen. Kanon 19: Anhänger von Paul von Samosata, die bei der Kirche Zuflucht suchen, sollen in jedem Fall neu getauft werden. Geistliche können nach Prüfung neu ordiniert werden.                                                                                                                                                Kanon 20: Am Sonntag und in der Pfingstzeit soll nicht kniend, sondern stehend gebetet werden.

 Kanones des ersten Konzil von Konstantinopel

 

Die Beschlüsse (Kirchenrechtsquellen) des Konzils
Eigentliche Konzilsakten (wie Protokolle u.ä.) liegen nicht vor. Überliefert sind aber die folgenden Quellen.
Als erstes wäre hier die Proklamation des Tomos zu nennen: Das Nicaenoconstantinopolitanum, unser heutiges Glaubensbekenntnis. Das zwar schriftlich nie bei diesem Konzil festgelegt wurde, oder mittlerweile verloren ging. Welches, wie wir durch den Schriftverkehr der Bischöfe wissen, aber sehr wohl dort proklamiert war. Es ist anzunehmen, daß dies nach dem Abzug der Pneumatomachen entstanden ist.
Als weitere Beschlüsse des Konzils sind die 4 Kanones (Gesetze) zu nennen:
Kanon 1: ,,Der Glaube der im bithynischen Nizäa zusammengekommenen Väter darf nicht beseitigt werden, sondern soll entscheidend bleiben. Und jede Häresie der Eunomianer oder Anhomöer1, und die der Arianer oder Eudoxianer, und die der Semiarianer oder Pneumatomachen, und die der Sabellianer, Markellianer, die der Photinianer und die der Apollinaristen.“
Kanon 2: Ein Bischofsstuhl darf sich nicht in die Angelegenheiten eines anderen Bischofsstuhls einmischen.
Dadurch wurde indirekt Petrus von Alexandrien gerügt, der den Maximus zum Bischof von Konstantinopel erhoben hatte.
Dies war schon im Kanon 6 des Konzils von Nizäa verabschiedet worden. Nun galt aber, daß die kirchlichen und politischen Verwaltungsgebiete sich gleichten oder aneinander angepaßt werden sollten. Der Bischof steht dem kirchlichen Verwaltungsgebiet vor und hat somit das Recht eine Synode seines Gebietes einzuberufen und dort dann interne Probleme zu lösen (ohne Einflußnahme Fremder).
Kanon 3: ,,Nach dem römischen Bischof soll der Bischof von Konstantinopel den Ehrenplatz haben, weil diese Stadt das neue Rom ist.“ Dieser Kanon erzeugte erhebliche Spannungen zwischen Ost und West. Er kam wohl auf Druck des Kaisers zu Stande. Der ,,seine“ Reichshauptstadt stärken wollte. Dies erzeugt selbstverständlich eine Vormachtstellung über Alexandrien und Antiochien (die sich auf ihre apostolische Bedeutung beriefen) und eine nahezu Gleichstellung mit dem Bischofsstuhl von Rom.
Kanon 4: Er beschäftigt sich mit der Absetzung des Maximus und legitimiert sie.
Alle diese Kanons entstanden wohl in der Anfangszeit des Konzils, wohl noch ohne die westlichen Bischöfe. Am Ende des Konzils wurden sie in einem Synodalbrief dem Kaiser vorgestellt, der diese durch seine Unterschrift bestätigte und dadurch ein Gesetzescharakter erlangten.
Daneben liegt noch der Synodalbrief an den Kaiser vor, der einen kurzen Abriß über das Konzil bietet und dem Kaiser Dank ausspricht, sowie die Veröffentlichung der Beschlüsse durch ihn wünscht.

 

Kanones des Konzils vun Chalcedon: 

 

Mit den dogmatischen Klärungen verabschiedete das Konzil von Chalkedon auch 27+ 1 Kanones, welche disziplin re und administrative Festlegungen brachten. Der Akzent liegt dabei auf Fragen, welche den Klerus und das Mönchtum betreffen, um die hierarchische Kontrolle ber diese Gruppe zu verstärken

Hervorzuheben:

Can. 4: Verbot, ein Kloster ohne Erlaubnis des Bischofs zu errichten. Die Mönche in Stadt oder auf dem Land bleiben dem Bischof unterstellt.

Can. 18: untersagt verschw rungen und Geheimgesellschaften von Klerikern und Mönchen gegen Bischöfe oder andere Kleriker.

Can. 19: Verpflichtung pro Jahr zwei Privinzialsynoden abzu halten.

Can. 23: Klerikern und M nchen wird untersagt, sich ohne die Erlaubnis des Bischofs nach Konstantinopel zu begeben.

Can. 24: untersagt die Säkularisierung von Klöstern, schützt zugleich die Klöster gegen ber dem Zugriff des Bischofs.

Can. 25: Eine Sedisvakanz ist auf drei Monate begrenzt. Innerhalb dieser Zeit soll der Metropolit die Weihe eines neuen Bischofs durchführen.

Can. 9, 17 und bes. 28:

Dem Patriarchat von Konstantinopel gewinnen gegenüber den Metropolien an Autorität. Es kommt zu einer Angleichung der Vorrechte des Patriarchates von Konstantinopel mit jenem von Rom. Konstantinopel als das Neue Rom soll die selben Vorrechte genie en wie das Alte Rom . Auch Konstantinopel fällt das Ehrenprimat zu. Diesen Passus wird Rom naturgem anfechten. Zudem war auf dem Konzil von Nicäa can. 6 der Vorrang von Alexandria für den Orient festgelegt worden. Jerusalem wird zugleich in den Rang eines Patriarchates

gehoben.

57 PERRONE, Von Nicaea (325) nach Chalcedon (451), 121.

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