Fragen und Antworten

Kathedrale, Dom, Basilika: Warum haben Kirchen so viele Namen?

Kathedrale, Münster, oder Dom – hinter diesen Namen stecken nicht Baustile, sondern Rang- und Funktionsbezeichnungen, die in zweitausend Jahren Kirchengeschichte entstanden sind. Als Kathedrale wird die Hauptkirche eines Bistums (eines Verwaltungsbezirks der Kirche), genauer der Bischofsstuhl (griechisch: Cathedra = Stuhl) bezeichnet, der dort aufgestellt ist. Sehr häufig heißen Kathedralen aber auch Dom. Denn die Bischofskirchen sind meist so prächtig, dass man sie Domus Dei (Haus Gottes) nannte. Aber Vorsicht: Gelegentlich werden auch besonders imposante Kirchen als Dom bezeichnet, die keinen Bischofssitz vertreten. Beispiel: der Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus. Noch komplizierter wird es bei der Bezeichnung Münster: Ursprünglich war damit ein Kloster (lateinisch: monasterium = Kloster) oder die Kirche des Klosters gemeint. Aber auch Kathedralen, wie die von Straßburg, können Münster heißen. Grund: Hier wohnten die Priester in klosterähnlichen Verhältnissen. Anders als Kathedrale, Dom oder Münster bezeichnet der Begriff Basilika streng genommen tatsächlich einen Baustil. Er kommt von basiliké (griechisch = Königshalle), der Name des Regierungsgebäudes im antiken Athen. Im Alten Rom wurden Gerichtsgebäude und Markthallen als Basilika bezeichnet. Typischer Grund-riss: ein Langbau mit drei oder mehr Seitenschiffen, die allesamt niedriger waren als das Mittelschiff. Die ersten christlichen Kirchen orientierten sich daran, hießen deshalb auch Basilika. Später wurde das Wort aber ein Ehrentitel für Kirchen von besonders hohem Rang. Zum Beispiel für die vier Hauptkirchen Roms: Petersdom, Sankt Paul vor den Mauern, Santa Maria Maggiore und die Lateranbasilika.

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