Antike Zeiten und KulturenÖren Yerleri

Bodrum-Halikarnasos

Halikarnossos

Die Geschichte von Bodrum

 

Bodrum ist auf Halikarnassos, einer der berühmtesten Städte der Antike, errichtet wor­den. Die Funde im hiesigen Museum zeugen von einer 5000 Jahre alten Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung. Viele dieser Funde weisen auf verschiedene Zivilisationen zurück und lassen annehmen, daß diese Region durch die Jahrhunderte mehreren Eroberungen ausge­setzt war. Oftmals kamen die Eroberer von den naheliegenden Inseln zur anatolischen Küste herüber. In der Antike war dieses Gebiet, dessen Territorien sich einst über das ganze heutige Muğla Gebiet und einen Teil des Aydın Bezirks erstreckte, von den Karen bewohnt. Anatolien war auch damals schon in verschiedene Regionen aufgeteilt. Nach Überlieferungen alter Schriften zufolge war der Menderes – Fluss die Westgrenze Kariens; Die Ostgrenze stieß bis ans Dalaman Flüsschen. Die Karen und die Lelegen waren die ältesten Einwohner der Region. In seiner Ilias berichtet Homer, daß die Karen sogar die ursprünglichen Einwohner Anatoliens waren und ihr Land zusammen mit den Trojanern gegen die Griechen verteidigten.

Herodot von Halikarnassos (484 – 425 v. Chr), der als der Vater der Geschichte gilt, schrieb, daß die Karen von den Inseln herübergekommen seien. Ursprünglich hatten sie unter dem Namen Leleg auf den Inseln gewohnt und waren vom Minosgeschlecht. Er berichtet fer­ner, daß> die Karen gute Seeleute gewesen seien. Das Bemalen von Kriegsschilden und die Griffe, die zum Halten der Schilder dienten, waren auch ihre Erfindungen. Herodot fügte noch hinzu, daß auch die Kretaner über die Herkunft der Karen auf diese Weise berichteten, obwohl die Letzteren immer darauf bestanden, seit jeher die Ureinwohner des Festlands gewesen zu sein.

Die Karen, wie auch die Lelegen, wohnten in kleinen Dörfern, die sie abseits von der Küste auf Hügeln errichteten und mit hohen Mauern umbauten. Nach Herodot wurde Halikarnassos ursprünglich von den Doren gegründet, die östlich von Mora (Trazien) kamen. Strabon, ein Geograph aus Amasya, behauptet jedoch, die Stadt sei von Anthes, dem Sohn von Poseidon, errichten worden.

Als 26 n. Chr., einige Botschafter nach Rom gingen, um dazu beizutragen, den Tempel für Kaiser Tiberius in Halikarnassos zu errichten, gaben sie an, daß es in ihrem Gebiet seit 1200 Jahren kein Erdbeben gegeben hätte. Dies wiederum zeigt, daß die Stadt mit großer Wahrscheinlichkeit kurz nach dem trojanischen Krieg errichtet wurde. Auf der anderen Seite behauptet Strabon, daß die Stadt im ersten Viertel des XL Jh. v. Chr. überhaupt noch nicht existiert hat. Der weitgereiste Geograf Pausanias wiederum hält einen Enkel von Aeton, den Sohn von Anthes, für den eigentlichen Gründer der Stadt.

Die Doren kamen um das Jahr 1000 von den Inseln nach Südwestanatolien. Am Ende der aufeinanderfolgenden Wanderungen der Doren siedelten sich die nachkommenden Gruppen am Küstenstreifen an. Die erste Stelle, wo sie sich in Halikarnassos niederließen, war die einstige kleine Insel, auf der heute die Festung steht. Es wird berichtet, daß die Insel damals „Zephyria“ genannt wurde, was vermutlich soviel wie Westwind (Zaphiros) bedeutet. Halikarnassos war eine der Städte, die dem Sechs-Städte-Bund (hepsapolis) angehörten. Das Kultzentrum dieses Bundes befand sich in der Nähe von Knidos, wo der Triopon Tempel stand. Zu bestimmten Zeiten wurden hier Versammlungen abgehalten, bei denen ökonomi­sche und politische Themen diskutiert und im Namen Apollons Wettkämpfe veranstaltet wur­den. Soweit Herodot berichtet, hätte bei einem dieser Wettkämpfe ein gewisser Agasikles seine Siegestrophäe mit nach Hause genommen und dort an die Wand gehängt, statt sie tra­ditionsgemäß dem Tempel zu schenken. Dieser Vorfall führte dazu, daß die anderen dori­schen Städte des Bundes, – Lyndos, lalilos, Kamiros, Kos und Knidos, entschieden, Halikarnassos aus dem Bund auszuschliessen. Schließlich hatte einer ihrer Mitbürger die Ehre des heiligen Apollos verletzt. Dies geschah kurz vor der persischen Invasion im Jahre 546 v. Chr. Das Erblühen der Macht von Halikarnassos nach diesem Ereignis, führte zum Neid der Städte des alten Bundes. Seit ihrem Austritt aus dem Bund wurde die Stadt vermutlich starken ionischen Einflüssen ausgesetzt. Daß auch Herodot und sein Onkel Panyasis, ein epischer Dichter, im ionischem Dialekt geschrieben haben, sei wohl deshalb kein Zufall.

Am Anfang des VI. Jh. v. Chr., befand sich Karten unter der Herrschaft der Lydier. Die Beziehungen der Karen zu diesem Volk begann um 700 v. Chr. Ihrer Tradition zufolge akzep­tierten die Karen nicht nur sie, sondern auch die Misias als Brudervölker. Nach einem Sieg der Karen in einer Schlacht gab der lydische König Giges das seit Jahrhunderten in der lydischen Hauptstadt Sardes aufbewahrte Beil des Gottes Herakles dem karischen Herrscher als Geschenk. Daraufhin brachte man das zweispitzige Machtsymbol zu einem gemeinsamen WALLFAHRTSORT, dem Labraunda – Tempel in der Nähe von Milas, der sowohl von den Karen und Lydiern, als auch von den Misias besucht wurde. Auch auf den Münzen von Halikarnassos ist dieses zweispitzige Beil eingeprägt.

Nachdem Sardes vom persischen Kaiser Kiros erobert wurde, kamen auch die restlichen westanatolischen Städte allmählich unter persische Herrschaft. So auch Halikarnassos. Jenen Familien, die sich in den eroberten Städten der persischen Herrschaft vollends unterwarfen, wurde die Führung der Region überlassen. Während sich der persische Kaiser Kserkes 480 v. Chr. auf Kriegszug in Griechenland befand, regierte Königin Artemisa 1, die Tochter des Tyrannen Ligdamis, in Halikarnassos. Herodot gibt umfangreiche Auskunft über diese Königin. Er berichtet, daß sie mit den Persern gegen die Griechen Kriege geführt und neben Halikarnassos auch über Nisyros, Kos und Kalydnos geherrscht hat. Einmal hatte sie vergeb­lich versucht, dem persischen Kaiser von einer Meeresschlacht gegen die Griechen abzuraten.

Der Kaiser ließ sich von der Mehrheit überreden und begann mit seiner Flotte eine Schlacht! gegen die Griechen. Zu seiner Unterstützung nahm daraufhin Artemisia I. an dieser Schlacht in Salamis persönlich Teil, wonach sogar Kserkes selbst zugeben mußte, daß „… die Männer von heute sich wie Frauen und die Frauen wie Männer benehmen“. Herodot gibt jedoch keine Auskunft über den Namen ihres Mannes. Es wird angenommen, daß sie nach dessen Tod die Herrschaft übernahm.

Nach Artemisia I. wurden zuerst ihr Sohn Psindalis, und nach ihm dessen Sohn Ligdamis! Herrscher über das Gebiet. Beide waren jedoch ausgesprochene Tyrannen. Psindalis war ein unbedeutender Tyrann, der nichts Nennenswertes vollbrachte. Ligdamis aber durchlebte eine! despotische Herrschaftszeit. Es wird berichtet, daß zu seiner Zeit sogar Herodot gezwungen wurde, seine Geburtsstadt zu verlassen. Er kehrte aber später zurück, um dazu beizutragen, der Tyrannei des Ligdamis ein Ende zu bereiten. Danach verließ er seine Heimat abermals, da er diesmal mit der neuen Regierung in politische Konflikte geriet.

Halikarnassos nahm am ionischen Aufsandt teil und wurde 468 v. Chr. Mitglied des Attika-Delos Meeresbundes. Die Steuern, die sie dem Bund bezahlten, waren im Verhältnis zu anderen lelegischen Städten, wie Temara oder Pedasa, erheblich niedriger. Dies führt zu der Vermutung, daß Halikarnassos in der Mitte des V. Jh. v. Chr. ein kleiner Siedlungsort war. Als 404 v. Chr. die Spartaner den Meeresbund auflösten, hatte vermutlich für eine kurze Zeit in Halikarnassos eine demokratische Regierung geherrscht. Am Anfang des IV. Jh. v. Chr. haben die Perser das Gebiet erneut erobert. Nachdem im Jahre 386 v. Chr. die Athener mit den Persern Frieden schlossen, wurde Anatolien vollkommen persischer Herrschaft überlassen. Auch sie haben, – wie schon vorher – das Land in Bezirke aufgeteilt. Das karische Gebiet wurde der Hekatomnos Familie in Milasa überlassen. Der erste persische Satrap, der uns bekannt ist, war Hyssaldomus. Nach ihm kam sein Sohn Hekatemnos an die Herrschaft über Karien (387 v. Chr.). Er hatte drei Söhne (Mausolos, Idrieus, Piksodaros) und zwei Töchter (Ada und Artemissa II.). Nach seinem Tode ernannte Mausolos, der neue Herrscher, Halikarnassos erneut zur Hauptstadt von Karien, wie es zu Zeiten von Ligdamis und seiner Familie auch gewesen war. Da die Stadt gut verteidigt werden konnte und dem Handel und Wasserverkehr geeignet war, konnte sie sich in kurzer Zeit entwickeln. Mausolos verordnete den Einwohnern sechs lelegischer Städte nach Halikarnassos umzusiedeln. Er eroberte Kos und Rhodos, herrschte über Lykien und sammelte harte Steuern. Sogar lange Haare waren zu seiner Zeit Grund für Steuerpflicht. Mit dem zusammengebrachten Geld wurden die berühmtesten Architekten und Bildhauer der Antike nach Halikarnassos gerufen, um die Stadt von Neuem aufzubauen. Mausolos herrschte 24 Jahre lang über Karien. Als er 353 v. Chr. starb, übernahm Artemisia II., – seine Frau und Schwester zugleich-, die Herrschaft (Inzest war damals eigentlich nur bei den ägyptischen Pharaonen und in Herrscherfamilien der polynesischen Inseln Tradition; sonst war es kaum irgendwo üblich. Damit wollten die Herrscherfamilien zeigen, daß sie auserwählte waren und über dem Volke standen, deshalb konnten sie nur ebenbürtige Ehen eingehen.). Die Herrschaftszeiten von Artemisia II. dauerte nur zwei Jahre lang. Die bedeutendste Arbeit, die sie vollbrachte, war die Vollendung des Mausoleion Grabdenkmals, dessen Bau schon zu Lebzeiten ihres Mannes begonnen hatte. Das wichtigste Ereignis während dieser Zeit war die Zurückeroberung von Rhodos. Doch weil die Inseleinwohner es nicht lange ertragen konnten, unter der Herrschaft einer Frau zu leben, bereiteten sie eine Flotte und stürmten Halikarnasso. Artemisia II. hatte jedoch vom Vorhaben der Rhodos Flotte erfahren und vorsorglich ihre eigenen Schiffe im geheimen Hafen der Stadt unterbracht. Die Rhodos Schiffe drungen in den großen Hafen ein und glaubten schon an einen sicheren Sieg. Doch Artemisias Flotte segelte um die einstige Insel, auf der sich heute die Festung befindet, und schlug die Feinde von hinten. Einige Rhodos Soldaten, die es trotz­dem schafften, an Land zu gehen, wurden in der Angora geschlagen. Nach einem blutigen Sieg segelten die Halikarnasser mit den Rhodos Schiffen zur Insel zurück. Die Einwohner, die ihre eigenen Schiffe zurückkehren sahen, glaubten die Schlacht selbst gewonnen zu haben und öffneten unbesorgt die Tore ihrer Stadt. Dies ermöglichte den Halikarnassiern die Stadt ohne viel Widerstand zu erobern. Als Andenken an diesen doppelten Sieg ließ Artemisia II. in Rhodos ein Denkmal ihrer eigenen Statue errichten. Damit dieses Siegesdenkmal von den Inseleinwohnern nicht zerstört wurde, ernannte sie den Ort zum verbotenen Gebiet, ließ es ummauern und ständig bewachen. Nach Artemisias Tod im Jahre 351 v. Chr. kam Idrieus, der Gatte ihrer Schwester Ada, an die Herrschaft. Nach dessen Tod im Jahre 344 v. Chr., wurde seine Frau Ada Königin über Karien. Doch Piksodaros, ihr jüngster Bruder, verbannte Ada nach Alinda und ernannte sich selbst zum Herrscher über einen Teil des Landes. Kurz vor seinem Tod (334 v.Chr.) verheiratete er seine Tochter mit dem persischen Adligen Orontobates. Im Frühling des gleichen Jahres schlug der makedonische König Alexander der Große das persische Heer in Granikosta und begann Schritt für Schritt Anatolien zu erobern.

Als Alexander im Herbst 334 v. Chr. Halikarnassos eroberte, befand sich die Stadt zu der Zeit unter der Herrschaft von Orontobates. In der Stadt waren zu dem Zeitpunkt neben per­sischen Truppen auch griechische Soldaten stationiert, von denen die letzteren unter dem Befehl von Memnon aus Rhodos standen.

Soweit uns von den Geschichtsschreibern Arrianus und Diodoros überliefert wurde, hatte sich die Stadt gegen die Makedonier heldenhaft verteidigt. Zuerst stürmte Alexanders Heer das Milasa Tor im Osten der Stadt. Die stärkeren Angriffe jedoch wurden auf das Myndos -Tor im Westen gerichtet. Orontobates und Memnon verzogen sich in die Doppelfestung auf der damaligen Insel. Alexander auf der anderen Seite befahl seinen Männern, die Stadt zu ver­nichten. Das makedonische Heer vertrieb die Einwohner von Halikarnassos, die einst Mausolos aus sechs lelegischen Städten umgesiedelt hatte. Die Festung jedoch verteidigte sich weiterhin. Alexander übergab Ada, die ihm die Tore ihrer Stadt Alinda eröffnete und den makedonischen König zum Sohne ernannte, die Herrschaft über Karlen. Er befahl ferner die Eroberung der Innenburg. Daraufhin begab er sich mit seinem Heer auf den Weg nach Lykien Es gelang den Persern noch ein Jahr lang, Widerstand zu leisten. Während dieser Zeit konnten sie sogar mit ihrer Flotte die Insel Kos erobern. Wie lange Ada noch an der Herrschaft blieb, ist uns nicht bekannt. Nach Alexanders Tod kam Asandros, einer seiner Generale an die Macht. Im jähre 313 v.Chr. wurde Antigonos, der auch unter dem Namen Monoftalmos (Der Einäugige) bekannt war, Herrscher über Karien. Nach seinem Tod im Jahre 301 v.Chr.  übernahm General Lissimahos die Herrschaft, bis er im Kuya Krieg auf dem Schlachtfeld fiel und von den Ptolemaios abgelöst wurde. Unter deren Herrschaftszeit mußte Halikarnassos den Ägyptern jährlich eine Tirireme  (ein Kriegsschiff mit drei Ruderreihen) als Steuer bezahlen. Da Alexanders Heer Halikarnassos stark zerstört und verbrannt hatte, konnte sich die Stadt lange Zeit nicht erholen. Im Jahre 201 v. Chr. besetzte der makedonische König Philip für eine kurze Zeit das Gebiet. Der syrische König Antiohos-II. versuchte vergeblich um 197 v. Chr. die Stadt zu er-obern. Schließlich wurde Halikarnassos 189 v. Chr. Von den Römern durch den Apameia Friedensvertrag an den Meeresstaat Rhodos gebunden,was jedoch nur als Formalität angesehen wurde. Bis 129 v. Chr. konnte die Stadt ihre Souveränität bewahren. Zu der Zeit war sie eine Kleinstadt im östlichen Bezirk des Römischen Reiches im Jahre 80 v. Chr. wurde sie von dem Piraten Verres angegriffen; 60 v. Chr. sieht man sie als eine verhältnissmässig arme Stadt. Während der Machtstreitereien um die Kaiserkrone in Rom, benutzten die Mörder des Caesar, – Brutus und Cassius – den nahen Ort Myndos als Hauptquartier, – was später für Halikarnassos schlechte Folgen haben sollte. Einige Tempel – unter ihnen auch der Mars – Tempel – wurden zu dieser Zeit erbaut. Als im IV. Jh. n.Chr die Länder des Römischen Reiches erneut aufgeteilt wurden, konnte Karien ihren eigenen Bezirk beibehalten. Nachdem das Christentum als offizielle Religion des Reiches anerkannt wurde, wurde Halikarnassos zur Bischofsstadt ernannt und der Aphrodisias Metropole angeschlossen.

Im letzten Viertel des XI. Jahrhunderts besetzten zwar die Türken die Stadt, doch nach dem ersten Kreuzzug (1096-1099) fiel das Gebiet wieder den Byzantinern in die Hände.In der Mitte des XIII. Jh. n. Chr. gelang es den Gazi Truppen unter dem Befehl des Menteşe Beğ. Halikarnassos zurückzuerobern. Sie errichteten hier ihre Festung, doch als im Jahre 1402 Yildirım Beyazid die Schlacht in Ankara gegen Timur verlor, begann die Anatolische Einigigkeit sich langsam aufzulösen. Während dessen erbaten die Johanniter Ritter von Mehmet Celebi ein Stück osmanisches Land an der Küste Anatoliens, um eine Burg zu bauen, denn ihre alte Festung  in  Izmir war zerstört worden.   Daraufhin  verließ Mehmet Celebi  die Stadt Halikarnassos den Ordensbrüdern. Nach der Eroberung von Rhodos, die Kanuni Süleyman am  1. Januar 1523 verwirklichte, wurde die Stadt wieder dem Türkisch-Osmanischem Imperium angeschlossen. Im Jahre 1770 bombardierte die russische Flotte die Stadt. Währe des griechischen Aufstandes im Jahre 1824 wurde Bodrum von den Türken als Hauptquartier benutzt. Im ersten Weltkrieg versuchte das französische Kriegsschiff Duplex am 26. Mai 1915 die Stadt zu besetzen, doch gelang es den hiesigen Truppen Widerstand zu leisten und das Schiff zu vertreiben. Als jedoch die Türken im ersten Weltkrieg besiegt wurden, besetzten die Italiener am 11. Mai. 1919 die Stadt. Sie benutzten die Festung als Hauptquartier und gaben darauf Acht,  mit den Einwohnern in friedlichen Beziehungen zu leben.  Während des Befreiungskrieges, den Mustafa Kemal Atatürk in Anatolien begonnen hatte und der sich zu Gunsten der Türken entwickelte, wurde die Besetzung am 5. Juli 1921 aufgehoben. Daraufhin zogen sich die italienischen Truppen von Bodrum und dem Mugla Gebiet zurück. Heute ist Bodrum eine sympathische Kleinstadt, die sich immer mehr zu einem beliebten Ferienziel entwickelt.

 

Die Burg

 

Die Burg von Bodrum steht auf einer felsigen Halbinsel, die sich zwischen zwei Häfen befindet. Die nördliche Seite ist mit dem Festland verbunden. Der Grundrissplan der Festung ist quadratförmig und misst 180 m. x 185 m. Ihr höchster Teil ist mit 47,50 m. von Meeresspiegel der französische Turm. Außer diesem Turm gibt es noch vier weitere-, den Englischen, Italienischen, Deutschen und den Schlangenturm. Die östliche Seite ausgenommen, ist die Festung mit einer doppelten Mauer umbaut. Da sich die Ritter auf ihre gut ausgerüstete Flotte verlassen konnten, hatten sie nur die Mauern an der Landseite verstärkt. Die innere Burg er­reicht man durch sieben Tore. Das erste Tor befindet sich an der Nord Westecke der Festung, die man über eine Rampe neben dem heutigen Polizeirevier erreicht. Dieses Tor schützte das Tor vor direkten Kanonenanschlägen. Auf dem Querstein über diesem Marmoreingang sind griechische Inschriften zu sehen. Mit dieser Schrift warnt ]acques Gatineau, der Burgkommandant im Jahre 1512-13, daß Spione sehr harten Strafen ausgesetzt seien. Dies wiederum zeigt, daß die Ritter kein Vertrauen zu den Menschen dieser Umgebung hatten. Durch dieses Tor betritt man den Teil der Festung, der als Nord-Graben bezeichnet wird. Auf der Innenseite der Burg ist eine Dreierwappengruppe zu sehen (Wappen = Arma, bedeutet auf lateinisch ‚Waffe‘). Wappen sind besondere Zeichen einer Gruppe, Familie oder Person, die von ihren Ahnen vererbt wer­den, oder auch später verliehen werden können. Sie wurden erstmals während der Kreuzzüge von christlichen Europäern hervorgebracht. Um sich vor der ungewohnten Hitze in Jerusalem zu schützen, bevorzugten die Ritter Stoffbekleidungen, die sie über ihren Metallrüstungen anlegten. Damit sie sich mit dieser Aufmachung bei strategischen Teilungen leichter erkennen konnten, befestigten sie bestimmte Zeichen auf ihrer Kleider und Schildern, was bei islamischen Kriegern schon lange zuvor angewendet wurde.

Es gibt insgesamt 249 Wappen an den Mauern des Kastells. Weitere 16 Stück werden im Garten des Museums ausgestellt. Viele von ihnen sehen sich auf Anhieb sehr ähnlich. Da sie auch ursprünglich bemalt waren, die Farben jedoch mit der Zeit verwischt wurden, kann man heute bei einigen sehr schwer urteilen, wem sie einst gehört haben. Die Wappen sind hauptsächlich mit Kreuzen, vertikalen und horizontalen Streifen, Drachen oder Löwenmotiven verziert. Auf einigen von ihnen sind manche Farbenreste bis heute erhal­ten geblieben. Diese befinden sich in der Nordostecke der Ostwand des Französischen Turmes. Auch an den Sankt Katarinen Reliefs sind noch teilweise Farbspuren zu sehen.

Diese Wappen geben Auskunft und Daten über Anbauungen und Renovierungen, die nach manchen Schlachten in der Burg unternommen wurden.

Das Wappen, in der Mitte der dreier Gruppe über dem ersten Tor, gehörte dem Burgkommandanten Jacques Gatineau. Das Wappen rechts daneben, gehörte Gui de Blanchfort, einem Staatsoberhaupt, das zwischen 1512-1513 regierte. Ursprünglich war es mit zwei roten Löwen auf goldgelbem Untergrund bemalt. Das linke Wappen ist das Zeichen des Ordens, und zeigte im Original ein weißes Kreuz auf rotem Untergrund, Die lateinische Inschrift, gleich unter ihnen deutet darauf hin, daß der christliche Glauben, im Namen der Katholischen Kirche, hier von Gatineau geschützt wird. Der Steinlöwe links von dieser Wappengruppe stammt aus der hellenistischen Epoche. Ein Holzsteg, der ursprünglich eine Hängebrücke war, mündet auf einen abwärtsführenden Steinweg. Bevor der Hafen ausgebaut wurde, füllte sich einst der Graben teilweise mit Meerwasser. Die Steinmauer zur rechten Seite wurde zu Zeiten, als die Festung als Gefängnis benutzt wurde, hinzugebaut. Das große Gebäude, mit massiven Wänden und abfallendem Dach diente zeitweise als Waffenlager. Es schützte auch den Graben vor Überfällen vom Westen und wurde, wie von den Wappen hervorgeht, im Jahre 1513 erbaut. Um feindliche Schiffe besser treffen zu können, befinden sich die Schiessscharten für die Kanonen nahe dem Wasserspiegel. In diesem Nord-Graben wird heute das Bodrum Kultur Festival veranstal­tet. Zeitweise werden hier auch Theaterspiele aufgeführt. Das Grabmal, das hinter den Sitzbänken zu sehen ist, gehört zur römischen Epoche. Es wurde während Straßenarbeiten in der Gegend von Yokuşbaşı gefunden und hierher gebracht.

Über dem zweiten Tor befindet sich eine weitere Wappengruppe, worüber noch eine gekrönte Adlerfigur zu sehen ist. Das Wappen rechts gehörte dem Staatsoberhaupt Fabrizio del Carreto (1512-1521). Die Originalfarben waren gelbe Schrägstreifen und weiße Kreuze auf rotem Hintergrund. Das Wappen links gehörte dem Orden. Das dritte unten gehörte Cornelius Hambroeck, Kommandat der Burg zwischen 1517-1518, und einem gewissen Wallahim Berghes. Das Wappen links von dieser Gruppe, gehörte dem Ritter Jacques Aylmer De La Chevalerie. Auf der linken Seite des Tores befand sich ursprünglich ein zweiter Eingang, der später zugemauert wurde. Darüber ist das Wappenschild des Staatsoberhauptes Pierre d’Au-busson zu sehen. Das Schild darunter gehörte dem Burgkommandanten Tomas Provana (1490).

Das zweite Tor führt auf einen kleinen Hof, an dessen Meeresseite der Hafenturm steht. Auch hier befindet sich der Eingang zum Waffenlager. Über dieser Pforte ist eine griechische Inschrift zu lesen, die Auskunft über Kaiser Hadrian gibt. Heute dient das ehe­malige Waffenlager als Kunstgalerie.

Das dritte Tor ist sehr gut abgesichert. In seinen Mauern sind Vertiefungen für eine eventuelle Eisentür und Löcher zum Ölen vorhanden. Über diesem Tor ist links das Wappen des Ordens und rechts daneben das Schild des Staatsoberhauptes Guy de Blanchfort (1512 – 1513) zu sehen. Wem das Schild mit Kreuzen das sich darunter befin­det, gehörte, ist uns nicht bekannt.

Durch dieses Tor gelangt man zum Westgraben. Die grünen Steine, in den Fassademauern, stammen sämtlich vom Mausoleion. In einer Nische des Wachtturmes, gegenüber dem vierten Tor, ist die Statue eines römischen Offiziers zu sehen. Höchst­wahrscheinlich gehörte sie dem römisch Kaiser Trajan (98-117 n. Chr.) Statuen dieser Art sind oft anzutreffen. Da der Körper und das Haupt getrennt verarbeitet wurden, vertauschte man nur den Kopf des vorherigen Kommandanten mit dem des nächsten und setzte diesen auf den Körper. Über dieser Statue ist wieder eine Dreierwappengruppe zu sehen, wovon das Rechte dem Staatsoberhaupt Giovanni Battista Orsini (1467-1476) gehörte. Das Schild links, gehört dem Orden und das dritte darunter, mit den stilisierten Lilien, war das Landeswappen Frankreichs.

Das vierte Tor führt in ein Gewölbe mit Stufen. Über diesem Eingang befindet sich rechts, das Wappen des Staatsoberhauptes Amaury d’Amboisc (1503-1512), das im Original mit gelben Streifen und weißen Kreuzen auf rotem Untergrund bemalt war. In der Mitte befinden sich das Kreuz von Malta und darunter das Wappen des Antoni de San Marti, der zwischen 1520-1512 Bungkommandant war. Das Schild links gehört dem Orden.

Wenn man statt durch das vierte Tor auf dem gebäumten Weg den West-Graben ent­lang geht, kann man dort die Opfersteine, Steingräber und andere Fundstücke des antiken Halikarnassos besichtigen. Die Steinmauer, die neben dem Wasserspeicher beginnt, gehört(17 ve 18.sayfanın bir bölümü eksik-armalarla ilgili bölüm)

 

Die Amphorenausstellung

 

Beim Betreten der inneren Festung ist unter dem Wetterdach auf der linken Seite d vor der äußeren Festungsmauer die Amphorenausstellung zu sehen.

Die größte Fundgruppe des Archäologischen Museums in Bodrum bilden die Amphoren. Die Amphore ist ein irdenes Gafäß (Krug) mit zwei Griffen und spitzem Boden. Das 1 wurde aus den griechischen Worten Amphi  (doppelseitig)  und Pharos  (transporte gebildet.  Die Amphoren dienten in der Antike dem Transport und der Lagerung Handelsgütern wie zum Beispiel Wein, Öl und haltbare Lebensmittel.

Die Amphoren der Antike wurden größtenteils in der Region um die Ägäis he hergestellt und verwendet. Die verschiedenen Amphoren aus Rhodos, Cnidos, Kos, Chios Thassos haben unterschiedliche Formen und können auch an den Stempeln auf ihrem Ru erkannt werden. Die Amphorensammlung in diesem Museum ist die  größte Amphorenkollektion der Welt. Ein Großteil hiervon sind Unterwasserfunde. Sie wurden den Schwammtauchern und Fischern gefunden und dem Museum geschenkt. Neben diesen  befinden sich die Amphoren welche von den Arbeiten des Unterwasser – Archäologieinstitut (INA) stammen. Nur zehn Prozent der im Museum befindlichen Amphoren konnten unteren Hof, dem Ausstellungsbegriff unserer Tage genüge tragend ausgestellt werden, ältesten Amphoren der Kollektion stammen aus dem Jahre 1400 v. Chr.

Es werden hier Beispiele, angefangen bei den ältesten bis zu den Krügen von 1992, den Besuchern gezeigt, Außerdem wird der Transport der Amphoren, ihr Inhalt und wie sie in den Schiffen gelagert wurden, anhand von Bildern und Tafeln vermittelt.

Die Amphorenausstellung beginnt mit einer Landkarte auf welcher die Zentren der Herstellung gezeigt werden. Über die Produktion der Amphoren, der Stempel, der Verwendungszwecke wird Auskunft gegeben.

Die ägyptischen Amphoren aus dem VII – V Jhr. v. Chr. wurden in einem Korb getragen. Durch die Griffe des Korbes war ein Stock durchgesteckt und dieser lag den beiden Trägern auf den Schultern.

Die hier ausgestellten Chios – Amphoren sind hauptsächlich im Mittelmeer – Gebiet bis nach Marseille anzutreffen. Die Eigentümlichkeit dieser Amphoren ist der Knopfgriff am Boden. Da sie den berühmtesten Wein der Antike transportierten, waren sie sehr bekannt. Auf manchen dieser Amphoren ist eine Sphinx zu sehen, das Symbol der Insel. Diese Stempel bezeichnen den Städtenamen, den königlicher Wappen, die Werkstatt oder den Namen des Kaufmannes.

Nach diesen Amphoren sehen wir ein Bild des antiken Hafens von Bodrum. Auf diesem Bild wurden Boote, Anker, Amphoren und das Leben und Treiben am Hafen dargestellt.

Die Cnidos – Amphoren aus dem III. Jhr. v. Chr. hatten spitze Böden und konnten dadurch für den Transport übereinander gestapelt werden. Die Lagerung der Amphoren wird hier gezeigt. Die Cnidos Amphoren wurden in Cnidos, (auf der Halbinsel Datca) hergestellt. Ihre typische Eigenschaft waren die Griffe in Zapfenform. Auf manchen dieser Griffe ist der(31. sayfa eksik)

 

Die Kapelle

 

Das Gebäude im gothischen Stil, das gleich rechts im Hof zu sehen ist, war einst die Kapelle der Ordensritter. Sie ist einst der ersten Gebäude, das während der Bauarbeiten der Burg, zwischen 1402-1437, fertiggestellt wurde. Der Plan und die Ornamente weisen auf spanischen Einfluss hin, da die Kapelle im Jahre 1519 von spanischen Rittern renoviert wurde. Die Frontfassade ist deshalb reichlich verziert. Der Eintritt wird in der Mitte durch eine große Tür und an den Seiten durch zwei kleinere Türen ermöglicht. Gleich über diesen Seitentüren befinden sich je ein Bogenfenster. Diese beiden Fenster und die Pflanzenornamente über dem Haupteingang in der Mitte weisen auf gothischen Baustil hin.

Das Baumaterial des Gebäudes wurde gänzlich von hellenistischen Bauwerken herange­tragen. Die grünen Steine in den Seitenwänden, zum Beispiel, stammen von Mauseleion. In den Ecksteinen der Vorderfront sind die Daten 1519-1520 und die Namen der spanischen Ritter, die den Bau renovierten, zu lesen. Nachdem die Osmanen die Burg und ihre Umgebung eroberten, wurde nach osmanischer Tradition ein Minarett angebaut, und die einstige Kapelle als Moschee benutzt. Um den Aufstieg zum Minarett zu erleichtern, wurde ferner der Vorderfront eine Steintreppe hinzugefügt. Evliya Çelebi, der 1671 die Stadt besuchte, berichtet, daß der Bau zu seiner Zeit Süleymaniye Moschee genannt wurde. Während der Bombenanschläge der Franzosen im Jahre 1915, sind die Holzverzierungen im inneren Teil des Gebäudes gänzlich abgebrannt und das Minarett eingestürzt. Das Minarett wurde in sei­ner Originalform wiederaufgebaut. Es ist eigentlich ein symbolisches Minarett ohne Verbindungstreppe. Der Balkon des Minaretts (Serefe) von dem der Hodscha die Muslime zum Gebet ruft, ist mit 16 Geländertafeln versehen, die die 16 türkischen Staaten symbolisieren, die vor der türkischen Republik gegründet waren.

Das Heck des byzantinischen Schiffwracks, das in das 7. J.H. n. Chr. datiert wird, wird hier in einem Maßstab von l/l dargestellt (36-95 in ilk bölümü eksik)

Der Johanniter Orden

 

Es ist schwer, das genaue Datum der Gründung des Johanniter Ordens festzulegen. Die lange Reise und Krankheiten erschwerten es den frühen Christen nach Jerusalem zu pilgern. Um das Jahr 600 n. Chr. verordnete Papst Gregor I der Große dem Abt Probus in Jerusalem ein Pflegeheim für arme und kranke Pilger einzurichten. Um 800 n. Chr. gab Harun-al-Raschit -die weltbekannte Figur aus den Märchen der Tausend und eine Nacht die Erlaubnis das Heim zu erweitern und eine Bibliotek hinzuzufügen. Dies geschah gemäß den Verordnungen des zu der Zeit herrschenden Karl des Großen. Die gute Beziehung zwischen den christlichen und islamischen Welten nahm -zweihundert Jahre später- unter der Herrschaft des Kalifen El Hakin ein Ende. Das Pflegeheim und die Bibliothek wurden geschloßen. Der Handel jedoch zwischen beiden Welten wurde fortgeführt. Nach dem Tod von el Hakim erwarben Kaufleute aus Amalfi, einer kleinen Republik an der italienischen Küste südich von Neapel, das Land und das Pflegeheim. Die Kaufleute errichteten dort eine Kirche und ein weißes achtzackiges Kreuz wurde zu ihrem Zeichen. Dieses Kreuz, auch als Malta – Kreuz bekannt ist, stammte ursprünglich von den Fahnen amalfischer Handelschiffe.

Im Jahre 1096, gingen europäische Christen auf ihren ersten Kreuzzug. Auf ihrem Weg über Anatolien haben sie viele Muslime getötet und viel Blut vergoßen. Endlich im Sommer 1099 erreichten sie Jerusalem und nach sechswöchiger Belagerung gelang es ihnen, die Stadt zu erobern. Während dieser Belagerung bot das christliche Krankenhaus armen wie auch wohlhabenden Verletzten ihre Hilfe an. Viele Ritter, die an dieser Belagerung teilnahmen, spendeten der Pflegeanstalt beträchtliche Beiträge. Das damalige Oberhaupt des Krankenhauses, der Gesegnete Gerard, trennte sich vom Benediktiner – Orden und gründete den neuen Orden der Pflegeanstalt. Er schloß sich Sankt John von Jerusalem an, wonach augustinische Prinzipien angenommen wurden. Im Jahre 1113 wurde die Vorschrift des neuen Ordens von Papst Pascalis II anerkannt. Unter anderem wurde zur Sicherheit der Christen, ein militärischer Dienst im Orden eingerichet. Nach Sankt Gerard wurde Raymond du Puy zum Prior des Ordens anerkannt, und seine Vorschriftsregeln wurden bis zum heutigen Tag unverändert fortgeführt.

Im Jahre 1187 hat Seladin Eyubi Jerusalem zurückerobert, und die Ritter aus der Stadt vertrieben. Daraufhin begaben sich die Mitglieder des Ordens zuerst nach Akkaya und später, -im Jahre 1291- siedelten sie nach Zypern. Nach neunzehnjährigem Aufenthalt auf der Insel, wurden sie gezwungen, auch diesen Ort zu verlassen. Im Jahre 1308 haben sie sich auf Rhodos niedergelassen, das zu der Zeit unter der Herrschaft von Mentese Beg stand. In Kurzer Zeit nahmen die Ritter viele benachbarte Inseln unter ihre Kontrolle und begannen ihre Festungen zu errichten. Im Jahre 1402, setzten sie Fuß auf die anatolische Küste und bauten in Bodrum, -dem damaligen Halikarnassos- eine weitere Festung.

Der Orden war aus Gruppen sieben verschiedener Länder zusammengestellt. Diese Gruppen wurden jeweils als Langue (Sprache) bezeichnet, da die Ritter unterschiedliche Muttersprachen hatten. Jene Languen waren Provence, Auvergne (beide Provinzen von Frankreich heute) Frankreich, Italien, Spanien, England und Deutschland, später wurde Kastilien (Portugal) als achte Langue, hinzugefügt. Jede dieser fromm katholischen Gruppen wurde von einem Ritter aus dem eigenen Land angeführt.

Rhodos wurde im Jahre 1522, nach sechsmonatiger Belagerung, von Türken erobert. Am 20. Dezember 1522 ergaben sich die Ritter, und am 1. Dezember 1523 verließen sie die Insel und ihre weiteren Festungen in der Umgebung.

Eine Zeit lang zogen die vertriebenen Ritter im Mittelmeerraum ziellos herum. Darufhin übergab Karl V. Herrscher von Österreich, Spanien und Sizilien, im Jahre 1530 die Mittelmeerinsel Malta, den heimatlosen Ordensbrüdern. Die Türken haben 1565 auch diese Insel angegriffen doch dieses Mal gelang es den Rittern, Malta zu verteidigen. Noch heute wird der 7. September in Malta als Befreiungstag gefeiert. l798 besetzte Napoleon Bonaparte die Insel, die in drei Tagen von den Rittern ohne jeden Widerstand aufgegeben wurde. Damit wurde auch der Orden aufgelöst. Erst 1831 wurde der Orden in England wieder gegründet. Heute fungiert der unabhängige Johanniter Orden in über dreißig verschiedene Ländern als eine Art Erste- Hilfesorganizasion. Ihre neuen Vorschriftsregeln wurden 1961 vom Papst anerkannt.

Der Englische Turm

 

Der Englische Turm befindet sich in der süd-östlichen Ecke der Festung. Das Fundament des Turmes sitzt auf einem Felsenbett. Der dreistöckige Bau hat auf der Westseite, außerhalb Festungsmauern und auf der Nordseite zur Innenburg hin, zwei Eingänge. Der Eingang der Westseite, führt direkt ins mittlere Geschoß, das zur Zeit als Glaslabor des Museums dient. Das erste Stockwerk dient als Lagerraum für Funde, die zur Ausstellung noch nicht bereit­gestellt sind. Darüber befinden sich noch zwei miteinander verbundene Gewölbe, die einst als Kerker, gebraucht wurden. Wegen der Löwenstatue, die an der Westfront zu sehen ist, wird der Turm unter den Einwohnern von Bodrum auch ‚Löwenturm‘ genannt. Über dieser Statue ist das Wappen des englischen Königs Heinrich des IV. (1339 – 1413) zu sehen. Das gleiche Wappen sieht man auch in der Mitte der Wappengruppe, die sich über dem Nord-Eingang zur Innenburg befindet. Das Wappen, Heinrich des IV. ist größer als die anderen und darauf ist (99-104 ilk bölüm eksik)

 

 

Das Mausoleum

 

Der ehemalige Standort des Mausoleums ist heute in ein Freilichtmuseum umgestaltet worden. In dem langen Gebäude links sind Reliefs, ein Modell des Mausoleions und einige architektonische Zeichnungen ausgestellt.

An Stelle des zu den sieben Weltwundern zählenden Monuments, befindet sich heute nur noch eine große Grube. Für ausführliche Auskunft sollte zuerst der Ausstellungssaal besichtigt werden. Das Mausoleion dessen Grundriss 32 x 38 Meter maß, erhob sich in der nordöstlichen Ecke einer 245,5 x 105 Meter großen Fläche.

Aus Schriften der Antike wird geschloßen, daß das Monument aus vier Hauptteilen bestand. Der erste Teil war der ‚Podium‘ genannte Unterbau. Darüber erhob sich ein zweiter Teil, der ionischer Ringtempeln ähnlich, mit 36 Säulen umgeben (9 Säulen auf den Schmal- und 11 Säulen auf den Längsseiten). Der dritte Teil war das 24 Stufen zählande pyramiden­förmige Dach, das auf dem obersten Teil ein Viergespann mit den Statuen von Mausolos und Artemisea trug.

Obwohl Plinius in seinen Schriften genaue Angaben über die Höhe des Monuments gab, sind diese Teile heute sehr schwer zu entziffern. Als eines der sieben Weltwunder des römis­chen Kulturraumes, war das Mausoleion vermutlich 160 ionische Fuß hoch, was heute unge­fähr 55 Metern oder einem 20 stöckigen Wolkenkratzer entspricht. Das Modell im Ausstellungsraum ist nach diesem Maßstab hergestellt.

Nach Angaben antiker Schriften war der Architekt des Monuments Phyteos. Es wird auch ein gewisser Satyros erwähnt. Vitrivius berichtet, daß vier bedeutendsten Bildhauer des IV. Jahrhunderts an diesem Bau gearbeitet haben: Skopes arbeitete an der Ostfassade, Leohares an der Westseite, Bryakis an der Nordfront und Timotcos an der Südseite. Es ist überliefert, daß der Architekt Pyteos selbst den Viergespann mit den Statuen hergestellt hat.

Mausolos begann mit den Bauarbeiten während seiner Herrsschaft, vermutlicht um 355 v. Chr. Nach seinem Tod (353 v.Chr.) wurde der Bau unter der Leitung von Artemisia, seiner Frau und Schwester zugleich, fortgeführt. Als auch sie 351 v. Chr. starb, war das Mausoleion immer noch nicht vollendet und die Geschwister von Mausolos fuhren mit den Bauarbeiten fort. Während der Streitigkeiten zwischen Pixadoras und Ada um die Herrschaft über das Gebiet in 340 v. Chr. bleib das Monument unbeendet.

Die grünen Steinblöcke und das Felsenfundament deuten darauf hin, daß sich das Mausoleion an der Stelle erhob, wo sich heute nur noch eine riesige Grube befindet. Der letz­te Berichterstatter, der das Monument in voller Pracht stehen sah, war Bischof Eustathios, der im XII. Jahrhundert n. Chr. gelebt hat. Daraus ist zu schließen, daß das Monument 1500 jahrelang unversehrt gestanden hatte. Es wird angenommen, daß dieser Prunkbau durch ein Erdbeben in 1303 zerstört wurde. Als die Ritter des Johanitter – Ordens im Jahre 1402 nach Bodrum kamen, fanden sie nur noch die Ruinen des einst prachtvollen Bauwerkes vor. Im Jahre 1484 trugen die Ritter zur weiteren Zerstörung der Ruinen bei, indem sie diesen Ort als Steinbruch gebrauchten, und für den Bau ihrer Festung die Überreste verwendeten. Die eigentliche Grabkammer, die sich an der tiefsten Stelle der Grube befand, war wegen ihrer ver­steckten Lage jahrhundertslang fern von neugierigen Augen geblieben. Doch als im Jahre 1522 die Ritter gezwungen waren, die Festungsmauern zu verstärken, damit sie den neuent­wickelten Waffen standhielten, begannen sie erneut nach Baumaterial in alten Ruinen zu suchen. Das wurde die letzte Zerstörungsphase des ehemaligen Mausoleums. Ein Ritter namens De La Touret schrieb folgendes in sein Tagebuch: ‚…zuerst fanden wir die zwölfstu­fige Treppe, die mit einem Ziegeldach überdeckt war… ein Korridor mit Statuen zu beiden Seiten führte zur Grabkammer…‘ De la Touret schreibt, daß sie diese Statuen und Fresken zuerst mit Bewunderung betrachtet hatten. Doch dann hatten die Ritter die Kunstwerke trotz­dem zerschlagen. Er berichtet ferner, daß gerade als sie die Grabkammer erreichten, das Hörn zu Feierabend ertönte, und sie den Eintritt in die Kammer auf den nächsten Tag verschoben.

Als die Ritter jedoch am nächsten Tag zurückkamen, fanden sie die Eingangstür offen; die Grabkammer war geplündert und wertvolle Stoffe und Goldjuwelen lagen zerstreut in der Gegend herum.

Heute steht eines der zwei Tonnen schweren Steinblöcke, die zum verschließen der Kammer dienten, im Korridor. Der englische Archäologe Charles Newton fand bei seinen Ausgrabungen (1856-1857) diesen Steinblock an seiner Originalstelle vor. Fresken, die Newton bei diesen Ausgrabungen ans Tageslicht brachte, die Statuen von Mausolos und Artemisia und ferner die Überreste des Viergespanns brachte er ins Britische Museum.

Doch noch vor Newton hatte Lord Stratford Canning (der damalige Britische Konsul in Istanbul) im Jahre 1846-mit der Erlaubnis von Sultan Abdulmecit- die restlichen Fresken an den Mauern der Festung nach London verfrachten lassen. Heute ist die Ausfuhr von his­torischen Werken strengstens verboten.

Seit 1966 arbeitet der dänische Archäologe Prof. Kristian Jeppesen, unter der Erlaubnis des General Direktorats für Historische Werke und Museen, an den Ausgrabungen des Mausoleums. Die Informationen, die bei diesen Forschungsarbeiten erhalten werden, stimmen mit den überlieferten Schriften antiker Berichterstatter überein. Die Funde dieser Ausgrabungen werden auch hier ausgestellt.

Wenn die Grabungsstätte näher betrachtet wird, sieht man Einschnitte an verschiedenen Stellen des Felsenfundaments. Die Säulenbasen, die in der Grube herumliegen, gehörten einst zum zweiten Teil des Mausoleions. Auch einige Reihen des Unterbaus, aus grünen, würfelför­migen Steinblöcken sind noch heute zu sehen. Vermutlich wurden für den Bau des Monuments 160000 dieser 30x90x90m. messenden Steinblöcke verwendet.

Die Treppenstufen, die auf der Südseite der Grube in den Felsen geschlagen sind, gehören einem anderen Grabmal, das vor dem Mausoleum hier gestanden hatte. Diese Treppe wurde während der Bauarbeiten des Mausoleums überbaut. Das Felsenbett ist ziemlich weich, so daß. es an manchen Stellen teilweise bröckelt. Die Treppe führt unten rechts durch eine Tür in einen Korridor, der ebenfalls in den Felsstein gehöhlt ist. Am Ende dieses Korridors befindet sich eine Grabkammer aus der archaischen Epoche (VI. Jahrhundert v. Chr.). Die Nischen am Eingang und an beiden Wänden des Korridors wurden zur Lagerung von Opfergaben verwen­det. Die Kanäle unterhalb, zur linken Seite des Eingangs, dienten noch lange vor dem Bau des Mausoleums, zum abführen von Grund- und Regenwasser. Am Ende des Korridors, zur linken Seite befindet sich eine große Grabkammer, die ebenfalls in den Felsen gehöhlt ist. Ein kleines Fenster an der Wand hat den Ausblick in die Richtung des Mausoleums. Neben diesem Raum befindet sich eine weitere Grabkammer, die von Newton geöffnet, bei den dänischen Ausgrabungen jedoch nicht erforscht worden ist. Unter dem Fensterteil sind Ausläufer der Wasserkanäle zu sehen, die auch das Mausoleion umgeben. Die Belüftungsschächte wurden zur Erleichterung der Bauarbeiten Hinzugefügt, und einige wurden später zu Wasserreserven umfunktioniert. Wozu die quadratförmigen Steinsockeln an der Südseite des Grabens verwen­det wurden, Treppen, die zur eigentlichen Grabkammer des Mausoleions führten, waren nicht wie Newton annahm, in den Felsen gehauen sondern ein Teil dieser Stufen wurde aus Steinblöcken hergestellt.

Während der dänischen Ausgrabungen wurden am Ende dieser Treppe, wo Newton nicht gearbeitet hatte, Teile von Stier-Lamm-, Ziegen-, Hähnchen- und Taubenknochen gefunden. Diese Tiere wurden wahrscheinlich bei den Bestattungsritualen des Mausolos geopfert. Sie soll­ten Gaben für Mausolos Leben im Jenseits sein. Der Kanal, der hier zu sehen ist, gehört auch zum Mausoleum.

Wenn man durch die Tür, die sich auf der rechten Seite der östlichen Gartenmauern befindet, das Gelände verläßt, sieht man einen Teil der Peribolos Mauern, die ehemals das heilige Gelände des Grabdenkmals umgaben.

Das Antike Theater

Das bodrumer Amphitheater ist ein monumentales Werk, das seit der klassi­schen Epoche bis zum heutigen Tag erhaltengeblieben ist. Das Bauwerk lehnt-nach antiker Tradition, an den Südhang von Göktepe. Wie die meisten Amphitheater, ist auch dieses aus drei Hauptteilen zusammengestellt. Diese sind: das Bühnenhaus (Skene), der halbkreisförmige Vorplatz (Orchestra) und der Zuschauerraum (Kavea). Dieses Theater ist eins der ältesten Amphitheater Anatoliens und stammt aus der Zeit der Herrschaft von Mausolos.

Die Sitzreihen, die aus dem weichen Felsenstein herausgehauen wurden, wer­den als ‚Kavea durch einen breiteren Umgang (Diazoma) zweigeteilt: die obere Maenia und die untere Maenia; von denen die letztere gut erhalten geblieben ist. Zwölf radiallaufende Stufenreihen teilen die untere Maenia in elf Sitzblöcke. Auf eini­gen Sitzplatten sind Namen eingeschnitzt. Vermutlich deuteten sie auf Persönlichkeiten, die für eine ganze Saison ihren Platz reserviert hatten. Auf den Sitzreihen befinden sich an manchen Stellen runde und quadratförmige Löcher, die wahrscheinlich zum Befestigen von Pfeilern für Sonnenblenden vorgesehen waren. In der unteren Maenia befinden sich 30 Sitzreihen von denen die Oberste mit einer Rücklehne versehen ist. Da die obere Maenia fast völlig zerstört ist, sind ein großer Teil ihrer Sitzreihen nicht mehr vorhanden. Es wird geschätzt, daß auch hier etwa 25 Sitzreihen gewesen sind. Wenn man sich vorstellt, daß jedem Zuschauer 40 cm. Sitzbreite geboten wurde, so kann man daraus schließen, daß dieses Theater bis zu 30.000 Zuschauer aufnehmen konnte. Die Kanäle am Fuß der oberen Maenia dien­ten zum Abführen des Regenwassers.

Das Orchestra ist etwas größer als ein Halbkreis. Vor den unteren Sitzreihen steht ein rechteckieger Opferaltar. Vor jeder Vorführung wurden hier Tiere für den Weingott Dionisios geopfert. Zwischen diesem Altar und den ersten Sitzreihen waren ehemals zwei Reihen Brüstungen angebracht. Nur wenige Steinplatten dieser Geländer sind bis heute erhalten geblieben. Jetzt ziehen sich nur zwei Reihen ihrer Basen entlang, wo einst rhombenförmige Marmorbrüstungen gestanden hatten.

Da im III Jh. n. Chr. Gladiatorenkämpfe und Wildtierschauen auch im oströmi­schen Reich in Mode kamen, wurden diese Balustraden zur Sicherheit der Zuschauer angebracht. Es wird vermutet, daß auch das Orchestra mit Marmorplatten ausgelegt war. Die Sitzreihen waren außerdem mit niedrigen Mauern verstärkt, die als ‚Analemnata‘ bezeichnet werden. Die zwei Gänge, die von beiden Seiten des Bühnenhauses zur Kavea führten, werden Tarados‘ genannt. Durch diese Gänge wurden die Zuschauer eingelassen. Einige Platten der Brüstung wurden während des Eintritts vermutlich entfernt.

Das Bühnenhaus des Theaters ist ein rechteckiger, zweistöckiger Bau. An beiden Seiten befinden sich Ausgänge für die Schauspieler. Außer dieser Türen hat das Gebäude drei weitere Haupteingänge, von denen der Mittlere ‚Potaregia‘, und die bei­den seitlichen ‚Portahaspitales‘ genannt wurden. Bedeutende Persönlichkeiten betrat­en das Theater durch diese Eingänge. Das Bühnenhaus wurde mit der Zeit vielen Veränderungen ausgesetzt. Auf der Straßenseite wurde in der byzantinischen Epoche ein mit Arkaden geschmückter Anbau hinzugefügt, wovon heute nur noch die Basenteile erhaltengeblieben sind. An die Fassade zum Orchestra hin wurde ähnlich wie im Priene Theater, eine Vorbühne (Proscene) angebaut. Das Proscenium, wo während der hellenistischen Epoche das eigentliche Theaterspiel stattfand, wurde einst von Säulen gestützt. Kleine Löcher auf den Hinterseiten dieser Säulen weisen darauf hin, daß hier während der Vorstellungen portable Holzplatten befestigt wur­den, auf denen passende Dekorationen gemalt waren. Auch die Fassade des Bühnenhauses wurde vermutlich mit diesen bemalten Holzplatten dekoriert. Während der römischen Epoche wurde das Bühnenhaus abermals verändert und mit Theatermasken und Bukranionen geschmückt. In der byzantinischen Epoche diente dieses Gebäude als Wohnung. In späteren Jahrhunderten wurde ein großer Teil des Theaters durch Erosionen verschüttet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Johanniter
Ein Ritterorden, der bis heute lebt

Als das Heilige Land für die Christen verloren war, gingen die Johanniter nach Zypern, Rhodos und später nach Malta. Heute versorgen sie die Opfer von Unfällen und Katastrophen.
Als das Heilige Land für die Christen verloren war, gingen die Johanniter nach Zypern, Rhodos und später nach Malta. Heute versorgen sie die Opfer von Unfällen und Katastrophen.
Wenn das keine steile Karriere ist: von einer Krankenpfleger-Bruderschaft zum mächtigsten Ritterorden des Mittelmeerraumes. Begonnen hat alles in Jerusalem, um die Mitte des 11. Jahrhunderts. Damals schlossen Kaufleute aus dem italienischen Amalfi einen Handelsvertrag mit dem Kalifen von Ägypten. Obendrein erhielten sie die Erlaubnis, in Jerusalem ein Hospiz und eine Kirche für christliche Pilger zu errichten. Mit Hilfe italienischer Benediktinermönche bauten sie bis 1080 das Hospital auf, das sie dem heiligen Johannes dem Täufer widmeten.
Als die Kreuzritter 1099 Jerusalem eroberten, leitete ein gewisser Bruder Gerhard das Krankenhaus. Er nutzte die Gunst der Stunde und gründete die Bruderschaft des Johannes, der immer mehr Mönche und Kreuzritter beitraten, die im Heiligen Land geblieben waren. Sie verpflichteten sich, die Pilger bei Krankheit zu pflegen und mit Waffengewalt zu schützen. Zunächst war wirklich nur medizinische Hilfe gefragt. Und Gerhard fand schnell Gönner, unter ihnen Gottfried von Bouillon, der erste christliche Herrscher Jerusalems, der der Bruderschaft ein Grundstück neben dem Hospital schenkte. Gerhard vergrößerte das Krankenhaus, in dem anfangs bis zu 500 Patienten behandelt werden konnten, später bis zu 2000. Gottfried starb im Juli 1100 an einer Seuche. Sein Bruder und Nachfolger Balduin zeigte sich noch spendabler und übereignete der Bruderschaft Burgen und ganze Dörfer. Sie begann Vermögen anzusammeln und gründete weitere Krankenhäuser.
Doch während sich König Balduin von Jerusalem daran machte, den eroberten Gebieten seine Ordnung nach christlichem Muster aufzuzwingen, bildete sich muslimischer Widerstand. Jetzt geschah, was unter islamischer Herrschaft nie passiert war: Christliche Pilger wurden überfallen und ermordet. Da war es mit dem rein karitativen Engagement der Johannes-Bruderschaft vorbei. Gerhard gründete eine Miliz, um die Pilgerwege zu sichern und die eigenen Besitzungen zu schützen. Schließlich schaffte es der ehrgeizige Gerhard, dass Papst Paschalis II. (1099–1118) die Bruderschaft 1113 als einen kirchlichen Ritterorden anerkannte. Ihr offizieller Titel lautete »Ritterorden des Hospitals vom heiligen Johannes in Jerusalem«, kurz Johanniter. Die Mitglieder mussten Armut, Gehorsam und Keuschheit geloben sowie »den Glauben schützen und den Bedürftigen beistehen«. 1120 starb Ordensgründer Gerhard, der später selig gesprochen wurde.
Gerhards Nachfolger machten den Orden zu einer ruhmreichen und angesehenen Organisation. Entlang der Kreuzfahrerrouten und Pilgerwege und in den von den Rittern eroberten Gebieten wie Antiochia, Edessa, Caesarea, Tripolis und Jaffa errichteten die Johanniter Herbergen und Krankenstationen. Von dankbaren Fürsten erhielten sie Burgen und Festungen geschenkt, oder Land, auf dem sie selbst bauen konnten. So kamen sie zu Besitzungen an strategisch wichtigen Punkten in ganz Palästina. Ihr wichtigstes Bollwerk war die Festung Krak des Chevaliers (heute Syrien, zwischen den Städten Homs und Tartus gelegen), wo oft bis zu 2000 Johanniter stationiert waren. Für das Wohl der Europäer sorgten muslimische Sklaven, die man entweder im Krieg erbeutete oder kaufte.
Mit der Wahl von Gilbert D’Assailly 1162 zum Großmeister des Ordens wurde der militärische Aspekt genauso wichtig wie der karitative. D’Assailly war zuvor Festungskommandant gewesen und rüstete die Miliz zur schlagkräftigen Truppe auf, die den Schutz christlicher Einrichtungen, Pilger und Soldaten übernahm. Zwar gab es schon damals Geistliche, die Mönchskutte und Ritterrüstung nicht für vereinbar hielten, doch die Päpste erkannten die Nützlichkeit der »Mönchskrieger«, wie David Nicolle in seinem Buch »Die Ritter des Johanniterordens« schreibt.
Die Johanniter lehnten es zwar ab, in Europa zu kämpfen, aber sie rekrutierten dort ihre Soldaten – in Frankreich, Spanien, England, Ungarn und besonders viele in Deutschland. Die Sanitätsbrüder kamen aus Handwerks- und Bauernfamilien, während die Ritterbrüder den Adelsfamilien entstammten. Vor allem jene, denen das väterliche Erbe versagt blieb, da sie nicht Erstgeborene waren, drängten in den Orden, angetrieben von Abenteuerlust und Aussicht auf Karriere. So konnte Großmeister D’Assailly um 1169 für die geplante Invasion Ägyptens 500 Ritter und 500 Fußsoldaten bereitstellen. Hundert Jahre später waren allein in Arsuf 1000 Männer stationiert. Die muslimischen Gegner urteilten über die Ritter: »Nehme dich vor den Mönchskriegern in Acht. Du magst deine Ziele wegen ihnen nicht erreichen, da eine religiöse Flamme in ihnen brennt und sie dieser Welt keine Beachtung schenken.«
Je jünger die Rekruten waren, desto besser. Schon mit zwölf Jahren konnte der Nachwuchs in den Orden eintreten und wurde ein Jahr lang im Reiten, dem Kampf mit Armbrust und Lanze, in Fechten und Taktik trainiert. Die Ausbildung fand in Europa statt, von wo per Schiff auch alles Material – Pferde, Kriegs- und Hospitalausrüstung und manchmal Nahrungsmittel – in den Nahen Osten transportiert wurde. Haupthafen  war Marseille, wo die Johanniter ein Kloster unterhielten und eng mit den Händlern zusammen-arbeiteten. Aus dem Heiligen Land exportierte der Orden Olivenöl und Rohrzucker, um die Kasse aufzubessern.
Als die Muslime das Heilige Land zurückeroberten, mussten die Mönchskrieger 1291 ihre erste Wirkungsstätte verlassen. Aus strategischen Gründen wählten sie die Insel Rhodos als neuen Standort, die sie jedoch erst erobern mussten, da sie zum Byzantinischen Reich gehörte. Nach einem kurzen Aufenthalt auf Zypern begann 1306 mit etwa zehn eigenen Galeeren der Kampf. Drei Jahre später zog das Hauptquartier des Ordens in die Stadt Rhodos ein. Die Johanniter machten aus der Insel ein wirtschaftliches und militärisches Juwel, errichteten Burgen und Befestigungsanlagen. Die christlichen Rittermönche verjagten die Türken, die Teile der Insel besetzt hielten. Auch die orthodoxen Griechen, die in den Ordensrittern Ketzer sahen, sollten schnell erfahren, wer die neuen Herren der Insel waren.
Die einheimische Bevölkerung wurde aus der Stadt Rhodos in einen nahe gelegenen Ort umgesiedelt, die Männer mussten auf den Galeeren arbeiten, und neue griechische Kolonisten erhielten weniger Land als katholische Siedler aus Europa, die in Scharen kamen: Handwerker, Schiffbauer, Rechtsanwälte, Bankiers, Apotheker, Ärzte, Chirurgen und Krankenpfleger. Sogar Piraten mit ihren Schiffen und Mannschaften schlossen sich den Johannitern an. Mit ihnen zusammen kämpften die Ordensritter gegen die Türken um die Vorherrschaft im Mittelmeer; andererseits gingen sie gegen die Freibeuterei in der Ägäis vor und störten ihrerseits die türkischen Handelsrouten nach Ägypten durch Überfälle auf osmanische Schiffe.
Um 1480 waren auf Rhodos 450 Ritter stationiert, 150 Sergeanten, die militärisch unter den Rittern standen, und 1500 bis 2000 Soldaten. Sie alle kamen aus verschiedenen europäischen Ländern, was die Verständigung erschwerte. Also schuf man Sprachgruppen, die »Zungen« genannt wurden. Da gab es deutsche, englische, französische (unterteilt in Provence und Auvergne), spanische, kastilische, portugiesische und italienische »Zungen«. Bei Kämpfen erhielt jede Sprachgruppe einen bestimmten Frontabschnitt oder eine bestimmte Aufgabe, und da jede Gruppe mit einer »Zunge« sprach, wurden auch die Befehle sofort verstanden.
Ende 1522 eroberte jedoch der osmanische Herrscher Suleiman der Prächtige (1520–1566) die Insel, nachdem die Johanniter ein halbes Jahr lang erbitterten Widerstand geleistet hatten. Suleiman war von der Kampfmoral der Ordensbrüder derart beeindruckt, dass er ihnen einen würdevollen Abgang gestattete: Er ließ sie unbehelligt ziehen, bewegliche Habe und ihre Flotte durften sie mitnehmen.
Nach genau 213 Jahren auf Rhodos waren die Johanniter zum zweiten Mal auf der Flucht. Zunächst segelten sie mit ihrer Flotte über Kreta nach Sizilien und machten in Messina Station, dann ging es weiter in die italienische Hafenstadt Civitavecchia in der Provinz Rom. In Italien wollten die Ritter aber auf keinen Fall bleiben, denn hier gab es keinen passenden Standort für sie. Schließlich ersuchte der Orden Kaiser Karl V. (1519–1556) um ein eigenes Gebiet. Doch dieser zögerte. Als die Osmanen 1528 die zu Spanien gehörende Stadt Tripolis angriffen, bat Karl V. die Johanniter um Hilfe. Die Spanier siegten – und der Orden erhielt zwei Jahre später vom Kaiser die Stadt Tripolis sowie die Insel Malta und die benachbarten Eilande Gozo und Comino als Lehen. Als symbolischer Preis musste dafür jedes Jahr ein Falke bezahlt werden.
Am 26. Oktober 1530 betrat Großmeister Villiers de L’Isle Adam mit 4000 Gefolgsleuten die neue Heimat Malta. Aber die Tore der damaligen Hauptstadt Mdina öffneten sich erst, nachdem der Großmeister geschworen hatte, die Privilegien der Bewohner zu respektieren. Die etwa 12000 Inselbewohner, die von phönizischen, arabischen, italienischen und normannischen Vorfahren abstammten, waren von den neuen Herren anfangs nicht begeistert, denn die Johanniter traten recht hochmütig auf, wie Ernst Staehle in seinem Buch »Die Malteserritter« schreibt. Bald nannten sie sich selbst Malteserritter oder nur Malteser. Auf dem europäischen Festland blieb man bei dem Namen Johanniter.
Malta war zu jener Zeit eine arme Insel, die häufig von Piraten heimgesucht wurde. Aber schon nach wenigen Jahrzehnten hatten die Ritter ihr neues Gebiet in ein blühendes und sicheres Reich verwandelt. Als Erstes errichteten sie in Mdina ein Hospital, in dem 800 Kranke gleichzeitig versorgt werden konnten. Dann befestigten sie die Küsten und reparierten die maroden Festungen. Die Ritter vergrößerten die Häfen, legten neue an, bauten Schiffe, versorgten die Bevölkerung mit Lebensmitteln und brachten ihnen moderne Methoden des Ackerbaus bei.
Die Bewohner waren bald den neuen Herren dankbar – besonders dem Großmeister Jean Parisot de la Valette (1557–1568). Er hatte schon auf Rhodos gegen die Türken gekämpft. Sofort nach seinem Amtsantritt schuf er einen Spionagedienst. Einer von Valettes Agenten, ein Italiener, gehörte sogar zu Suleimans »Rat der Weisen«. Außerdem warb man mit viel Geld venezianische Kaufleute an, die mit den Osmanen Handel trieben. Die Venezianer entlockten den türkischen Handelspartnern und Würdenträgern wichtige Informationen. Diese wurden verschlüsselt und mit unsichtbarer Tinte aus Zitronensaft auf die Frachtbriefe geschrieben. In Venedig entschlüsselten die Empfänger die Botschaften und schickten sie nach Malta.
<+So erfuhr Valette, dass Suleiman einen Angriff auf Malta plante. Auch den Türken war die strategische Schlüsselposition der Insel bewusst: Von ihr aus hätten sie Zugang zum westlichen Mittelmeer gehabt und Italien angreifen können. Großmeister Valette informierte die europäischen Herrscher, doch die reagierten zurückhaltend: Spanien schickte ein paar Soldaten und Papst Pius IV. Geld.

Am 18. Mai 1565 erschien die osmanische Streitmacht mit 200 Schiffen und etwa 40000 Mann vor Malta. Für die Verteidigung der Insel standen nur 592 Ordensritter und etwa 8500 Soldaten zur Verfügung. Die dreieinhalbmonatige Belagerung begann, Ortschaften und Forts wurden beschossen. Die gefallenen und gefangenen Verteidiger wurden von den Türken auf Kreuze genagelt und in den »Großen Hafen« geworfen. Als Antwort ließ Valette alle türkischen Gefangenen enthaupten und deren Köpfe mit Kanonen auf die türkischen Schiffe schießen.

Die Malteser kämpften so verbissen, dass den Angreifern die Zeit davonlief. Sie hatten damit gerechnet, dass der Widerstand in einem Monat gebrochen sein würde, und so waren im August auf den türkischen Schiffen die Lebensmittel aufgebraucht. Wegen des heißen Sommers wurde das Trinkwasser knapp. Dann landeten am 7. September auch noch sizilianische Schiffe zur Unterstützung der Malteser. Einen Tag später verließen die Angreifer den Schauplatz ihrer Niederlage. Die Türken hatten 25000 Mann verloren, die Malteser 7000, darunter 250 Ritter. Als Dank dafür, dass er die christliche Welt vor dem Islam bewahrt hatte, verlieh der Papst dem Orden den Titel »Schild der Christenheit«.

Um in Zukunft Belagerungen noch besser standhalten zu können, wurde Malta weiter befestigt. Am Monte Sciberras entstand eine neue Hauptstadt, für die Großmeister Valette am 28. März 1566 den Grundstein legte. Sie trägt noch heute seinen Namen: Valletta. Für die Ritter erbaute man ein eigenes Quartier im Renaissance-Stil. Frauen durften es nicht betreten. Hunde auch nicht.

All das kostete Geld, und das war meistens knapp, obwohl die Johanniter die Besitzungen des Templerordens erhalten hatten, als dieser 1312 aufgelöst wurde (siehe Kas-ten). Weil es sich dabei um Landbesitz handelte und nicht um Geld, hatte Valette bereits 1558 das Finanzgesetz des Ordens verschärft. Bis dahin muss-ten Ordensniederlassungen wie Klöster, Burgen, Balleien (Provinzen mit mehreren Klöstern) und Komtureien (Provinzen mit mehreren Burgen) jährlich Beiträge an das Hauptquartier abliefern. Valette legte fest: War die Zahlungsfrist um einen Monat überschritten, mussten die dafür Verantwortlichen ihren persönlichen Besitz abliefern. Geschah das nicht innerhalb von neun Monaten, hatte der betreffende Prior, Bailli oder Komtur im Konvent zu erscheinen, wo er enteignet wurde.

Unsummen verschlang auch der karitative Einsatz. In allen europäischen Ländern und ausländischen Besitzungen bis in die Karibik (im 17. Jahrhundert unterhielten die Malteser eine Kolonie auf der Insel St. Christoph der Kleinen Antillen) errichteten die Ritter Hospitäler. Und ihre Katastrophenhilfe war schon damals beeindruckend: 1693 wurde die Stadt Augusta auf Sizilien durch ein Erdbeben zerstört. Als Erste trafen fünf Ordensgaleeren mit Ärzten, Medikamenten, Lebensmitteln und Kleidung ein. Auch nach dem verheerenden Erdbeben in Reggio di Calabria und Messina 1783 half die Ordensflotte schon bald nach der Katastrophe.

Trotzdem scheinen die Ordensleute zu manchen Zeiten mehr gekämpft als gepflegt zu haben. Sie waren auf fast allen großen Kriegsschauplätzen dabei, weil Herrscher sie um Hilfe riefen. So unterstützten sie die »Heilige Liga« (Spanien, Venedig, Savoyen, Toskana und Papst Pius V.) bei der Seeschlacht von Lepanto (heute Naupaktos) im Golf von Patras 1571 mit drei Galeeren. Die Türken, die zuvor Zypern erobert hatten, wurden vernichtend geschlagen. Die Beute für den Orden bestand aus drei Galeeren und zahlreichen Gefangenen, die versklavt wurden.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nahmen die Hospitalritter an allen Türkenkriegen auf dem europäischen Festland und im Mittelmeer teil. Ordensritter kämpften im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) auf katholischer Seite, so der Herzog von Amalfi Octavio Piccolomini als Feldherr und Rudolf Graf Colloredo-Wallsee als General. Auf protestantischer Seite stand ihnen Ordenskollege Johann Georg Markgraf zu Brandenburg von der dortigen Niederlassung gegenüber. Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) kämpften die Mönchsritter auf der Seite Österreichs.

Doch die christlichen Ritter stritten auch für ihre eigenen Interessen. So eroberten sie 1601 die Festung Castelnuovo di Morea auf dem Peloponnes; 1602 zerstörten sie die Stadt Hammamet im heutigen Tunesien; 1604 eroberten sie die ehemalige Ordensinsel Kos. Sie führten einen erbitterten Kampf gegen nordafrikanische Piraten und türkische Handelsschiffe im Mittelmeer. Bald reisten türkische Händler auf Schiffen christlicher Kaufleute, um sicher ans Ziel zu kommen.
Dann begingen die Ordensritter während der Französischen Revolution einen verhängnisvollen Fehler, indem sie 1791 die Flucht von König Ludwig XVI. und seiner Familie finanzierten. Der König wurde gefangen, und das Engagement der französischen Ritter flog auf. Die Folge: Der Orden verlor alle Besitzungen in Frankreich, und viele französische Ritter flüchteten mittellos nach Malta. Jetzt brachen dem Orden nicht nur die französischen Einnahmen weg, die Flüchtlinge kosteten auch noch Geld. Mehrere Schiffe waren bereits verkauft worden. Großmeister Emmanuel Rohan-Polduc konnte den Niedergang der Malteser nicht mehr aufhalten.

Als Folge der Reformation hatte der Orden bereits seine Besitzungen in Schweden und Dänemark eingebüßt; die in Ungarn waren 1526 an die Türken gefallen. Der englische König Heinrich VIII., der sich von der römisch-katholischen Kirche lossagte, und seine Tochter Elisabeth I. lösten zwischen 1539 und 1573 die Ordensbesitzungen in England, Schottland und Irland auf. Nachdem die österreichischen Truppen unter Prinz Eugen die Türken besiegt hatten, wurde 1699 der Friede von Karlowitz geschlossen. Ungarn und Siebenbürgen fielen an Österreich, die Gebiete an der dalmatinischen Küste gingen an Venedig. Damit die Ritter diesen Frieden nicht durch Übergriffe stören konnten, wurden sie für immer aus der Levante (alle östlich von Italien gelegenen Länder und das östliche Mittelmeer) verbannt. Der Orden durfte seine Flotte nur noch im westlichen Mittelmeer gegen die nordafrikanischen Piraten einsetzen.

Und dann kam Napoleon: Auf seinem Weg nach Ägypten landete er am 9. Juni 1798 mit etwa 600 Schiffen und 40000 Soldaten vor Malta. Der damalige Großmeister, der deutsche Baron Ferdinand von Hompesch (1797–1799), hatte 1797 den russischen Zaren Paul I. zum »Verteidiger des Ordens« ernannt. Dieser nahm an, weil er die strategisch wichtige Insel für sich beanspruchte. Das wollte Napoleon verhindern – Baron Hompesch übergab Malta angesichts der Übermacht kampflos an den Korsen und verließ die Insel mit nur noch 16 getreuen Rittern.

Nun wanderte das Ordenshauptquartier durch Europa: St. Petersburg, Messina, Catania und Ferrara waren die Stationen, bevor Gregor XVI. (1831–1846) den Orden 1834 nach Rom holte. Der Papst stellte das frühere maltesische Botschaftsgebäude sowie den »Palazzo dei Cavalieri di Malta« zur Verfügung. Der Orden nahm seine karitative Aufgabe wieder auf.

Obwohl seit mehr als 350 Jahren »Malteser« genannt, lautete der offizielle Titel immer noch »Johanniterorden«. Das führte zu Verwechslungen mit den evangelischen Johannitern, die aus der Ballei Brandenburg hervorgegangen waren. Der preußische Staat säkularisierte zwar 1810/1811 alle kirchlichen Besitzungen, weil er Geld brauchte, 1852 aber rief König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen den Johanniterorden wieder ins Leben. Dieser rein evangelische Orden erhielt den Titel »Ballei Brandenburg des Ritterlichen Ordens vom Spital zu Jerusalem«, genannt »Der Johanniterorden«. Malteser-Großmeister Giovanni Battista Ceschi a Santa Croce ärgerte sich über die Namensgleichheit und ordnete 1899 eine Änderung des Titels an. Fortan hieß der katholische Orden auch offiziell »Souveräner Malteser-Ritterorden vom Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta«, kurz Malteser-Ritterorden.

Beide, Johanniter und Malteser, unterhalten heute Krankenhäuser und Altenheime; auch in der Katastrophenhilfe sind sie aktiv. Die einstigen Mönchskrieger widmen sich nur noch friedlichen Zwecken. Zwar hat der evangelische Johanniterorden (Sitz in Berlin) nur etwa 3300 Mitglieder, aber die Johanniter-Unfallhilfe wird von 1,2 Millionen aktiven und fördernden Mitgliedern getragen. Der katholische Malteserorden (Sitz in Rom) hat 11000 Mitglieder, 80000 ehrenamtliche Helfer, 10000 Angestellte, dazu gehören Ärzte und Sanitäter, und ist in 110 Ländern aktiv. So manches Friedensgespräch zwischen verfeindeten Staaten kommt durch Vermittlung der Malteser in Gang. Seit 1999 sind die Malteser-Ritter auch wieder auf Malta zu Hause. Sie dürfen das Fort St. Angelo für 99 Jahre kostenlos nutzen – jenes Fort, das der Orden einst als erstes Bauwerk auf der Insel in Besitz genommen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HERODOT

Ein Grieche reiste um 450 v. Chr. durch das Land der Pharaonen und schrieb alles auf, was ihm Priester und Fremdenführer erzählten. Sein Werk gilt als Klassiker der Geschichtsschreibung. Doch Historiker bezweifeln heute so manchen Bericht.

Ein Grieche reiste um 450 v. Chr. durch Ägypten und schrieb alles auf, was ihm Priester und Fremdenführer erzählten. Sein Werk gilt als Klassiker der Geschichtsschreibung. Doch Historiker bezweifeln heute so manchen Bericht …

Als Herodot an einem Herbsttag um 448 v. Chr. an der ägyptischen Küs-te an Land geht, wissen die Ägypter, die den Fremden begrüßen, nicht, dass dieser neugierige Grieche in seiner Heimat bereits berühmt für seine Erzählungen ist. Und so können sie sich nicht vorstellen, dass dieser Mann später auch über sie und das Land am Nil berichten wird. Sie machen sogar noch Witze: Die Inschrift auf der Großen Pyramide sei eine Art Tagebucheintrag, erfährt der Neuankömmling bei seinem ersten Besuch in Gizeh, man habe hier vermerkt, wie viel Rettiche, Zwiebeln und Knoblauch die Bauarbeiter verzehrt hätten. Der Fremde ist begeistert, zückt seine Schreibutensilien und notiert den Unsinn. Es sollte nicht der einzige Schabernack sein, auf den er hereinfällt.

Dabei ist Herodot zum Zeitpunkt seiner Reise bereits Mitte dreißig und hat sich vermutlich gut vorbereitet. Allerdings: So berühmt Herodots Schriften sind, so wenig ist über ihn selbst bekannt. Laut Angabe der römischen Adligen Pamphila, die zu Zeiten Kaiser Neros (54–68 n. Chr.) historische Denkwürdigkeiten sammelte, wird der Grieche 53 Jahre vor Ausbruch des Peleponnesischen Krieges in Halikarnass (heute Bodrum) geboren, also 484 v. Chr. In seiner Familie gibt es bereits einen Schriftsteller – Herodots Onkel Panyassis. Sein Epos »Herakleia« erscheint, als Herodot etwa 15 Jahre alt ist. Das Werk ist heute nicht mehr erhalten.

Herodots Heimat Karien, wie der Landstrich an der Südwestküste der heutigen Türkei damals hieß, verzeichnet zu dieser Zeit einen geistigen Umbruch. Die Menschen geben sich nicht mehr zufrieden mit den herkömmlichen Erklärungen über Entstehung und Aufbau der Welt aus göttlicher Willkür und Mythos. Sie wollen den Dingen auf den Grund gehen. Herodots Landsmann Thales von Milet (um 625–547 v. Chr.) und sein Schüler Anaximander (um 610–546 v. Chr.) deuten die irdischen Abläufe erstmals physikalisch und legen damit den Grundstein nicht nur der Philosophie, sondern auch der Mathematik. Wissensdurst und Rationalität liegen in der Luft.

In diesem Umfeld reift der junge Herodot zu einem Allroundtalent heran, das über kaufmännisches Talent und schauspielerische Begabung verfügt haben soll. Er beginnt zu reisen – nach Athen, Sizilien, Babylon, Persien –, hält Vorträge und schreibt seine Erlebnisse nieder. Das Ergebnis ist die Geschichte Griechenlands und des Vorderen Orients von den Anfängen bis etwa 430 v. Chr.: die »Historien«. Herodot versteht unter diesem Begriff übrigens, anders als wir, »Darlegung« oder »Erkundung«.

Schon Cicero lästerte über den griechischen Geschichtsschreiber
Voller Wissensdrang besucht der Grieche auch das Land der Pharaonen, lässt sich von den Ägyptern über die geologische Entstehung, die geografische Ausdehnung des Niltals und über die Quellen des Nils berichten. Da er selbst nicht ägyptisch spricht, verlässt er sich auf Übersetzer. Seine Gewährsleute sind vor allem Priester, doch nicht alles was sie ihm erzählen, übernimmt er ungeprüft: Als sie ihm im Tempel von Sais (einer Stadt im Nildelta) berichten, die Quelle des Stroms sei nachweislich bei Elephan-tine, denn dort sei der Nil so tief, dass selbst ein viele tausend Meter langes Seil nicht den Grund erreicht habe, kommen ihm Zweifel. Nüchtern stellt Herodot fest, dies beweise lediglich, dass »es dort so starke Strudel und Rückströmungen gibt, dass das Senkblei wegen des an die Felsen anbrandenden Wassers nicht auf den Grund hinabgelangen konnte«.

Neben solchen kritischen Gedanken überliefert Herodot jedoch vieles, was dem Reich der Fantasie entstammt. Können wir also seinen Ausführungen trauen? Nur bedingt – das erkannte schon der römische Schriftsteller und Politiker Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.), der über das Mammutwerk des Griechen urteilte: »Sogar bei Herodot, dem Vater der Geschichte, stehen zahllose Fabelerzählungen.«

Was Cicero ahnte, ist heute Gewissheit. Mit Hilfe der modernen Archäologie sind die Altertumsforscher dem geist-reichen Griechen längst auf die Schliche gekommen und stellen fest: Herodot war nicht der systematische und kritische Sammler von Daten, für den man ihn lange hielt. Unbeschwert mixte der schreibende Tourist Fakten mit leichtfertig aufgeschnappten Falschmeldungen, schönte, dramatisierte und scheute sich auch nicht, das eine oder andere zu erfinden, um den Leser bei Laune zu halten. Herodot war kein Historiker. Er schrieb keine Geschichte, sondern Geschichten.

Hervorragendes Material dafür bot das geheimnisvolle Land am Nil, das der Grieche zwischen 448 und 443 v. Chr. für etwa vier Monate bereiste, und dem er das Zweite Buch seiner »Historien« widmete. »Merkwürdige« Sitten herrschten hier. Alles war »anders als anderswo«: Am Nil gingen die Frauen auf den Markt, während die Männer zu Hause blieben und webten; woanders trugen die Priester langes Haar, die ägyptischen Gottesdiener aber schnitten es ab; im Trauerfall ließen sich die Ägypter die Haare wachsen, während es in anderen Ländern geschoren wurde. Jede Beobachtung nahm Herodot begierig auf. Detailreich erzählt er von den so ganz anderen Lebens-gewohnheiten der Ägypter, ihren religiösen Sitten, Beschneidungsriten und Reinheitsgeboten. Selbst die Intimsphäre scheint auf den Kopf gestellt: Die Frauen urinierten im Stehen, beobachtet Herodot, die Männer aber im Sitzen.

Von diesen Angaben dürfte durchaus einiges der Wahrheit entsprechen. Tatsächlich wissen wir anhand von Dar-stellungen, dass die Priester geschorene Köpfe trugen und sich Trauernde das Haupt- und Barthaar wachsen ließen. Auch die Beschneidungs- und Reinheitsriten sind uns heute aus ägyptischen Texten und Darstellungen geläufig. Wahr sind auch Herodots Ausführungen über die Bestattungssitten der Ägypter. Seine Beschreibung der Methoden der Mumifizierung deckt sich mit den Erkenntnissen moderner wissenschaftlicher Untersuchungen von Mumien und der Darstellung in antiken medizinischen Schriftrollen der Ägypter. So entspricht Herodots Ausführung über die Ent-fernung des Gehirns durch die Nase und das Natronbad zur Austrocknung des ausgenommenen Körpers durchaus den Tatsachen.

Nicht alle Pharaonen, die Herodot erwähnt, hat es wirklich gegeben
Doch dann widmet sich Herodot der Geschichte seines Gastlandes, und gerade hier gibt er sich erstaunlich leichtgläubig. Während er in Fragen der Naturwissenschaft selbstbewusst Kritik übt, begegnet Herodot den alten Mythen und Sagen der Vorväter mit Respekt. Sobald er mit uralten Überlieferungen konfrontiert wird, gerät er ins Schwanken. Und so stimmt ausgerechnet im Geschichtsteil von Herodots Zweitem Buch seiner »Historien« so gut wie nichts.

Seit die Hieroglyphen durch den Franzosen François Champollion 1822 entschlüsselt sind, kennen wir die Abfolge der Könige der dreitausendjährigen ägyptischen Geschichte ziemlich genau. Eine wichtige Quelle sind zum Beispiel die »Königslisten« auf Papyrus oder auf Tempelwänden und Stelen, von denen angeblich auch Herodot seine Informationen hat. Doch von den Pharaonen, die der Grieche namentlich nennt, sind nur wenige historisch bezeugt: Der siegreiche Sesostris, mit dem er seine Aufzählung beginnt, dürfte gemäß seiner Taten der vierte König der 12. Dynastie, Sesostris III. (1837–1818 v. Chr.) gewesen sein. Dessen angeblicher Sohn und Nachfolger Pheron ist jedoch nichts anderes als eine Verballhornung des gräzisierten Titels Pharao.

Auch der darauffolgende Proteus hat keine historischen Wurzeln in der ägyptischen Königschronologie. Proteus ist ein griechischer Held der homerischen Odyssee, was Herodot auch nicht verschweigt. Vielmehr nutzt er diese Stelle seiner »Geschichte« für einen Ausflug in die griechische Dichtung und Sagenwelt und zitiert Verse aus der Ilias. Auf den sagenhaften König Proteus folgt laut dem Erzähler ein König namens Rhampsinitos, mit dem der überaus populäre Herrscher Ramses II. gemeint sein könnte. Allerdings regierte dieser Pharao nicht drei Generationen, sondern rund 600 Jahre später als Sesostris III., nämlich von 1279 bis 1213 v. Chr.

Völlig ahnungslos scheint Herodot, wenn er die Pyramidenbauer Cheops, Chefren und Mykerinos (alle um 2500 v. Chr.) als Nachfolger von Rhampsinitos ansetzt. Die darauffolgenden Asychis und Anysis lassen sich hingegen weder namentlich noch anhand ihrer angeblichen Taten mit einem historischen König verbinden. Allerdings erwähnt er den Gegner von Asychis, König Sabakos (historisch belegt als Schabaka: 716–702 v. Chr.) und dessen Einfall in Ägypten, was in eine Zeit verweist, als die Nubier in Ägypten herrschten. Zu guter Letzt springt der Erzähler mit dem angeblich nächsten König Sethos, einem Priester, dann wieder ein paar Jahrhunderte zurück, als Sethos I. (1290–1279 v. Chr.), der Vater von Ramses II., in großer Frömmigkeit über Ägypten herrschte.
Herodot mischt und verschiebt Daten, konstruiert und fabuliert, ohne dass eine Struktur hinter seinen Berichten erkennbar wäre. Allerdings beruft sich der neugierige Grieche stets darauf, sein Wissen von den ägyptischen Priestern zu haben. Ist Herodot da in seinen Aufzeichnungen etwas durcheinander geraten, oder wussten die Priester selbst nicht besser in der Geschichte ihres Landes Bescheid und gaben nur Anekdoten zum Besten? So soll Cheops für den Bau seiner Pyramide seine Tochter zur Prostitution gezwungen haben. Für die Errichtung ihres eigenen Denkmals soll sie von jedem Freier einen Stein erbeten haben; mit diesen Gunstbeweisen hätte man dann die mittlere der drei Königinnen-Pyramiden errichtet.

Auch zu Rhampsinitos liefert Herodot eine Anekdote: Der Pharao häufte riesige Mengen Gold und Silber an, für die er sich ein Schatzhaus errichten ließ. Allerdings wurde er vom Architekten betrogen: Dieser baute einen beweglichen Stein ein, den man entfernen konnte; so betrat man heimlich die Schatzkammer und beraubte den Pharao. Das taten die zwei Söhne des Baumeisters mehrmals, doch wurde einer der Diebe beim letzten Beutezug in einer Falle gefangen, die der Pharao ausgelegt hatte. Den Leichnam des Diebes hängte man öffentlich an die Stadtmauer und ließ ihn bewachen; auf diese Weise wollte Rhampsinitos herausfinden, wer den Toten beweinte und sich als dessen Helfer zu erkennen gab. Doch dem Bruder des Toten gelang es mit List und Tücke, die Wächter auszuschalten und den Leichnam zu entwenden. Zwar versuchte der König mit allen Mitteln, den Meisterdieb zu fangen, doch ohne Erfolg. Die Geschichte endet wie im Märchen: Der Pharao war von der Schlauheit des Diebes so beeindruckt, dass er ihn begnadigte und ihm seine Tochter zur Frau gab.

Wild geht es bei den Pharaonen zu: Es wird gemordet, missbraucht und betrogen; sie sind voll Neid, Missgunst und Habgier – ganz so, wie die Götter des Olymps. Nicht, dass den alten Ägyptern solcherlei Freveltaten fremd gewesen wären, doch hätten sie das niemals aufgeschrieben. Kein Papyrus, keine in Stein verewigte Inschrift hat je die Schandtaten eines gottgleichen Pharaos festgehalten. Stellte doch gerade der unzweifelhafte Ruf eines Königs seine Stellung unter den Göttern sicher. Nur zuweilen, etwa bei den von den Ägyptern als illegitim erachteten Fremdherrschern, kennt man abfällige Bemerkungen der Nachfolger über ihre Vorgänger. Aber davon kann bei den genannten Königen Sesostris III., Ramses II. und den drei Erbauern der Pyramiden keine Rede sein.

Viele Orte, die Herodot beschreibt, hat er nie gesehen
Was veranlasst also Herodot zu dieser üblen Nachrede? Warum bleibt er nicht bei den schriftlich bezeugten Überlieferungen von siegreichen Feldzügen? Die Antwort ist einfach: Weil das niemanden interessiert hätte. Herodot ist ein Entertainer, und allzu deutlich kommt bei ihm die griechische Gedankenwelt zum Vorschein. Er »sucht nicht die ihm fremde Kultur in ihrem eigenen Geist zu erfassen und zu verstehen, sondern er schildert Zustände und Geschehnisse, wie er sie als Grieche versteht und deutet«, erkannte der Ägyptologe Erich Lüddeckens. Herodot bedient sein Publikum mit der griechischen Geisteswelt des 5. Jahrhunderts v. Chr. Hier haben die Helden auch Schattenseiten, sie leisten Übermenschliches und sind dabei doch allzu menschlich. Herodot übersetzt seinem Publikum die ägyptischen Heroen ins griechische Verständnis – und manipuliert dabei nach Belieben. Daher kommt es zu einer »fast unglaublichen Häufung eindeutig unzutreffender oder zumindest höchst eigenartiger Angaben« (wie es der Ägyptologe Werner Kaiser formulierte), als Herodot sich nach einer insgesamt nachvollziehbaren Erkundung des Nildeltas schließlich nach Oberägypten aufmacht.

Schon seine Landschaftsbeschreibungen stimmen nicht. Mal wird der Nil enger, wo er in Wirklichkeit doppelt so breit ist. Dann hält er die Insel Elephantine für eine Stadt und lokalisiert den Ort Syene (heute Assuan) in weiter Entfernung davon. Tatsächlich liegt Syene der Insel Elephantine direkt gegenüber. Abenteuerlich wird es, als der Reisende von seinem angeblichen Besuch im Amun-Tempel von Karnak erzählt. Herodot berichtet, er sei von den Priestern durch den Tempel geführt worden – ebenso wie sein Landsmann Hekataios, der einige Jahre vor ihm Ägypten besucht hatte. Im Tempelinneren hätte man ihm 345 riesige Holzstatuen gezeigt, die angeblich die Ahnenreihe der Oberpriester des Karnaktempels darstellen. Auf jeden von ihnen folge sein Sohn, und so stehe diese Ahnenreihe hier seit Anbeginn der Zeit.

Nichts davon lässt sich mit dem Wissen der Altertumsforscher in Einklang bringen: Eine Ahnenreihe von Oberpriestern ist weder in Karnak noch in einem anderen ägyptischen Tempel nachgewiesen, denn sie würde gegen alle religiösen Sitten und Bräuche verstoßen. Nicht der Oberpriester, sondern der König handelte vor der Gottheit als höchste priesterliche Instanz und ließ sich als solche auch im Tempel abbilden. Auch wurde das Priesteramt nicht vom Vater an den Sohn weitergegeben – das war ein Privileg des Königs. Weder Pharaonen noch Priester hätten jedoch Wert auf Holzstatuen gelegt, denn: Holz ist vergänglich. Für ihre Standbilder wählten die Pharaonen Marmor oder Granit. Und: Man ließ die Figuren auch nicht für immer stehen, sondern räumte sie weg, wenn es im Tempel eng wurde.

So fanden in den Jahren 1903 und 1904 französische Archäologen in der »Cachette« von Karnak 800 Statuen von Göttern, Königen, Königinnen und Privatleuten, die in einem rituellen Statuenbegräbnis in einem der Vorhöfe des Tempels bestattet worden waren. Eine weitere Cachette wurde 1989 im zweiten Hof des benachbarten Luxor-Tempels bei Restaurierungsarbeiten entdeckt. Ägyptische Archäologen legten damals 26 sorgfältig bestattete Götter- und Königsstatuen aus dem Neuen Reich (1539– 1292 v. Chr.) frei, die einst aus Platzmangel aus dem Tempel verschwinden mussten.

Immerhin beweist die Cachette von Karnak, dass der Amun-Tempel zur Zeit der Reise Herodots viele Statuen aufzuweisen hatte: Die 800 Steinfiguren wurden erst im 2. Jahrhundert v. Chr. bestattet, sodass ein Teil von ihnen 300 Jahre zuvor noch in den Tempelhöfen gestanden haben kann. Keinesfalls befanden sie sich dort jedoch seit Anbeginn der Zeit, denn der Bau des Amun-Tempels von Karnak wurde zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. begonnen. Wie also kommt Herodot auf diese Geschichte?
Bodrum und Ihre Umgebung

Adabogazi

Gefunden am Ende der langen Landspitze westlich von Gumbet, haben einige kleine Buchten, die durch eine schützende Insel gegenübergestellt werden, einen Bereich solcher natürlichen Schönheit und Kristallwassers verursacht, dass der lokale Name für diesen idyllischen Punkt das Aquarium ist. Das Aquarium ist nur durch Boote zugänglich, die ihre Passagiere holen, im ursprünglichen Wasser über einem sandigen unteren sichtbaren zu den Tiefen von bis 20 Metern zu schwimmen.

Akyarlar

An fortfahrend hinter Karaincir, führt der Besucher die sehr hohe Küsteeneinfassung von Aspat, mit seiner Osmanefestung auf dem Gipfel und den Ruinen einer alten griechischen Kapelle auf seinen Steigungen zum alten Fischerdorf von Akyarlar. Auf einmal war Akyarlar ein populärer griechischer Sommererholungsort, wie mehrere der alten Häuser, die das Ufer zeichnen, bezeugen. Bis vor kurzem war der Hauptberuf von Akyarlar Fischen und der kleine Hafen würde mit der lokalen Flotte füllen.
Heute hat der Grieche zur nahe gelegenen Insel von Istankoy gerade 5 Kilometer zurückgezogen. über dem geraden und sind die Fischereiflottefischereiflotten durch tägliche Ausflugboote ersetzt worden, aber Akyarlar behält noch seine kleine vertraute Atmosphäre. Die Bucht besteht aus dem kleinen Hafen bei einem Ende und ein kurvender Strand fließt weg in die entgegengesetzte Richtung. Kleine Pensionen und Gaststätten zeichnen das Ufer, das den Fang der restlichen lokalen Fischer kennzeichnet.

Bagla

Hinter Kargi, um eine kleine Landspitze durch Meer oder über einer der fingerlike Kanten, wenn auf dem Landweg reisen die kleine Bucht ist, die Bagla Koyu genannt wird. Wie Kargi Koyu, bietet Bagla auch eine der ursprünglichsten Unterseiten an, die weit von das Ufer verlängern. Mit etwas von der besten im Bereich gefunden zu werden Schwimmen, ist Bagla mit den täglichen Ausflugbooten populär, die dort regelmäßig stoppen.

Bardakci

Gerade Außenseite Bodrum Hafenlügen die kleine Bucht von Bardakci, der lokale türkische Ausdruck für Wasserverkäufer. Möglicherweise leitet der moderne Name für diese kleine Bucht von Bardakci‘ ab; s-Anspruch als der Aufstellungsort des alten Brunnens von Salmacis. Legende hat es, das hier, in einer freien Lache; Hermaphrodites wurden von seiner eigenen Reflexion, dass die Nymphe der Lache ihren Körpern in einem sich für immer anschloß, der Hermaphrodite so verliebt.
Heute kennzeichnet Bardakci die Luxushotels, die kleinen Pensionen und mannigfaltigen die Küsteengaststätten, die einen sandigen Strand umgeben. Ein populärer Anschlag für die täglichen Boote des Einheimischen, die Bardakci nur einige Minuten ist, gehen über den Hügel zwischen den Jachthafen und das Gumbet.

Bitez

Dieser ausgedehnte Strand ist leicht durch eins der vielen dolmuses in Bodrum zugänglich, das normalerweise im Bitez Dorf stoppt, bevor es entlang das strandnahe hinter einigen Hotels und Gaststätten läuft. Zahlreiche Anlegestellen laufen heraus vom Ufer für Schwimmen und das Ein Sonnenbad nehmen. Über dem Strand hinaus erreicht durch trockene Riverbeds, neigten Lügenhunderte Morgen private Mandarinewaldungen durch die Zitrusfruchtlandwirte des Bereichs.
Der andere Name für Bitez ist Agaçli (‚ Voll von Trees‘)und zusammen mit Ortakent ist es der wachsende Bereich der Hauptzitrusfrucht auf der Halbinsel. Der Strand ist mit watersport Enthusiasten und sunworshippers a wie am populärsten.

Die flache Bucht ist mit täglichen Ausflugbooten populär, die normalerweise für eine Nachmittagstasse tee oder ein kühles Bier hinzuziehen. Campingplätze werden unter den Bäumen eingestellt und lokale Boote können von irgendeiner der Anlegestellen angestellt werden. Die Gaststätten und die Stäbe sind am Abend und mit dolmu ziemlich aktiv? es, der spät in die Nacht Bitez läuft, bietet eine Alternative Bodrum Nachtleben an.

Golkoy

Auf halbem Weg entlang der Halbinsel nördlich der Küste, eingebettet in eine große Bucht sind die beiden malerischen Dörfer Türkbükü und Golkoy. Sicher versteckt in den umliegenden Hügeln auf der Westseite der Bucht und geschützt durch zwei Inseln des Dorfes Türkbükü ist ein natürlicher Zufluchtsort für Bereich Fischer, die immer noch von den vielen hölzernen Stege entlang der Strandpromenade. Etwas außerhalb der Bucht sind beliebte Angelgewässer für dil baligi, oder allein.
Weiter, am Fuße der Bucht, das Dorf Golkoy ist in einem grünen Tal fronted von einem langen Sandstrand mit kleinen Pensionen und Restaurants. Die Freuden der Golkoy es viele, aber vielleicht wichtigste unter ihnen ist die Fähigkeit, genießen die ruhige Atmosphäre der einheimischen Fischer, Bauern und Handwerker sich über ihre täglichen Aufgaben mit wenig Sorge um den Lärm und Hektik des modernen Lebens.

Gumbet

In letzter Zeit werden fast ein Resort für sich, die geschützte Bucht von Gumbet ist nur zwei km westlich von Bodrum. So genannte aus den zahlreichen weißen Kuppel Regen Zisternen in der Gegend, Gumbet verfügt über einen der längsten und beliebtesten Strände auf der Halbinsel, das Wasser ist warm und die flachen Hang allmählich von der Küste.
Eine kühle Brise weht von der Mündung in der Bucht auch die heißesten Tage. Als Ergebnis Gumbet ist auch einer der beliebtesten Wassersportarten Zentren, mit dinghyhire, Wasserski, Windsurfen und Parasailing verfügbar von der breiten, Sandstrand.

Die Popularität von Gumbet ist auch zu schwerwiegenden Nachtleben und die Straßen von Gumbet vibrieren bis Morgengrauen mit der Musik von den zahlreichen Bars und Cafés streetside.

Gumusluk

Das ruhige Dorf ist eine der ältesten Siedlungen auf der Halbinsel. Es hat mehrere Restaurants und bescheidenen Pensionen und Motels, behält aber eine kleine Atmosphäre aus dem einfachen Grund, dass die meisten der Gemeinde ist, die eine offizielle archäologische Stätte, so dass keine Änderungen oder neue Landschaftsgestaltung groundbreakings erlaubt.
Dieser Status ist auf den Schutz der antiken Stätte von Myndos, die teilweise von Gumusluk. Die ursprüngliche Lelegian Stadt Myndos stand ein paar Kilometer südöstlich von hier. Im 4. Jahrhundert v. Chr. König Mausolus beschlossen, eine neue Myndos und transplantierten die gesamte Bevölkerung. Vor hundert Jahren gab es Ruinen sehenswert (auch ein Theater und ein Stadion), aber nun diese verschwunden sind, werden schrittweise abgebaut für die Fundamente und Wände der neuen Gebäude.

Wenn Sie zu Fuß zehn Minuten, um die Bucht nordöstlich von Gumusluk sehen Sie eine Wand begraben jutting von einem Hügel ins Meer. Während der Bereich“archäologischen Status verbietet Tauchen mit Panzern, snorklers finden Wände unter Wasser, ebenso wie eine alte Wellenbrecher im Hafen, dass die Besucher mit dem Boot dann bleiben der Nähe der Insel, auf der östlichen Seite der Eingang zu vermeiden, schlägt unter Strukturen.

Die Insel, auch bekannt als Kaninchen-Insel von den Einheimischen, trennt die beiden gut geschützten Buchten von Gumusluk. Wenn Sie sitzen in einem Restaurant und shoreside Uhr für eine Weile werden Sie Kaninchen auf der Insel. Ein Dorfbewohner, die verkauft sie auf Märkten in anderen wirft sie dort. Es ist möglich, mich auf die Insel durch die Knie-tiefen Wasser und Sonne und tauchen Sie von den vielen Felsformationen. Mehrere Restaurants haben Terrassen Dach, ideal für den Genuss der ruhigen Szene oder für den Sonnenuntergang beobachten. Die Restaurants liefern Lebensmittel überraschend guter Qualität in einem uncrowded Umwelt, und die, die von der Hafen sind gekennzeichnet durch ihre rushwoven Sonnenschirme.

Auf dem Weg zurück nach Bodrum ist es möglich, um zu sehen, einer der wenigen noch verbliebenen Windmühlen in der Region; vor Nordwesten, um die vorherrschenden Winde Sommer fahren die Klingen, es schleift lokal gewachsene Weizen nach dem traditionellen Verfahren.

Gundogan

Ein paar Minuten östlich von Yalikavak, vorbei an herrlichen Felsformationen Straßenkontrollen und turmhohen Gipfel in Kiefernwäldern, gelangen Sie zu den abgelegenen Dorf Gundogan. Der alte griechische Name „Farilya“ bedeutet „Sonnenaufgang“ und ist immer noch auf einige Hinweisschilder. Es gibt eine Zeit, die meisten der Einwohner leben von der Küste, die wichtigsten lokalen Industrien der Fischerei und der Schwamm Tauchen, aber Angst vor der britischen Boote Waffe während des Ersten Weltkriegs zu den Dorfbewohnern, um Land-, Wasser aus dem geräumigen und uncrowded.
Sobald ein wichtiges Zentrum der Fischerei, Gundogan wichtigsten Volkswirtschaften befinden sich die Landwirtschaft (vor allem Zitrusfrüchte) und Tourismus. Ein paar kleine, aber komfortable Hotels dot Strand, Meer und die intime Restaurants stolz den frischen Fang von Gundogan verbliebenen Fischer. Ein Meer der Straße nimmt die meisten der zur Verfügung am Strand, aber die zahlreichen Bootsstegen jutting von der Küste bieten viele komfortable und privaten Stellen für Sonnen und Schwimmen. Täglich Boote zur Miete zur Verfügung stehen aus dem kleinen Hafen.

Gundogan bietet auch einige interessante historische Stätten. In der gesamten Bucht ist Küçük Tavsan (Little Rabbit) Island, wo und alten griechischen Kirche ist deutlich sichtbar oben auf dem Hügel. Ein Schritt Aufstieg der Grat nur außerhalb der oberen Dorf führt eine auf einem Flug von 50 Stufen in den Stein und der Eingang zu einer kleinen, aber spektakulär Standort Kloster. Darüber hinaus, auf der anderen Seite der wichtigsten Yalikavak Torba-Straße, gegenüber dem oberen Dorf, eine alte osmanische Turm pokes den Kopf aus dem üppigen Pinienwald.

Kadikalesi

Sechs Kilometer nördlich von Turgutreis und mit dem Auto ist das kleine Dorf am Strand von Kadikalesi (Richter Burg). Oberhalb des Dorfes steht eine griechische Kirche, über hundert Jahre alt und in überraschend gutem Zustand. Griechischen Inschriften sind noch heute sichtbar vor der Tür. Der kleine Sandstrand bietet Schutz vor dem Sommer Brise und ein paar kleine Molen und Restaurants sind rund um auf diesem ruhigen Strand.

Karaincir

Ein kurzer Spaziergang westlich von Bagla Koyu bringt einen zum kleinen Ort Dorf Karaincir , wo die breite Sandstrand ist mit Hotels und Restaurants und zahlreichen Sonnen Pfeiler sind über das Wasser. Dies ist die am weitesten Punkt im Westen von der Bodrum besuchten täglich Bootstouren. Ein ziemlich langer Spaziergang, vorbei an dem Dorf und der Hang gelangen Sie zu den Çifik Schloss Berg am Aspat Aspat, abgekürzt aus Aspandas, bedeutet „nicht geeignet für die Bearbeitung des Bodens“, und der Gipfel des Berges erreicht ist, indem Sie einen schmalen Pfad und Treppen durch die Reste der alten Zivilisation. Die Aussicht von oben ist eine der schönsten auf der Halbinsel.

Kargi

Fortsetzung der bisherigen Ortakent Strand, erreicht man Kargi Bay. Es ist nun möglich, um Kargi Bucht Land Dolmus-Service dient der südlichen Küste der Straße Kargi aber nach wie vor die meisten bequem auf dem Seeweg, über die täglich Ausflugsboote. Kargi verfügt über einen der schöneren Strände auf der Halbinsel, weniger überfüllt mit guten Bademöglichkeiten. Neben ein paar Tavernen am Meer bieten Menüs ein wenig anders aus Standard-Tarif Strand.

Kargi Hauptattraktion sind jedoch mehrere sanfte Kamele, die ihren verdienten halten seit vielen Jahren die Besucher nach oben und unten am Strand.

Herodot erwähnte einen antiken Suezkanal – und hatte Recht
Der Historiker Detlev Fehling hat dafür eine bemerkenswerte, allerdings nicht unumstrittene Erklärung. Er hält die Passage für eine fiktive Konstruktion des Autors, die der Grieche in einem »erstaunlichen Fall ineinander passender Quellenberichte« zu Hause am Schreibtisch erfand. Als Indiz dafür gilt dem Fachmann die Zahl 345, die Herodot als Anzahl der Statuen angibt, und die Fehling im Zusammenhang mit der Generationenangabe im Kapitel zuvor sieht. Dort hatte Herodot die Anzahl der Pharaonen, die nach dem Reichsgründer Menes geherrscht hätten, mit 330 beziffert. Auf diese hätten die zehn namentlich genannten Könige regiert, so wären seit der Reichsgründung »341 Menschenalter« vergangen. Der jüngste Herrscher, den Herodot in seiner ägyptischen Königsliste aufzählt, Asychis, wird aber von ihm selbst in der Kuschitenzeit (746–655 v. Chr.) lokalisiert, sodass man, um in die reale Zeit des Autors zu gelangen, noch vier Generationen dazuzählen muss: ergibt 345. Mit diesem Rechenbeispiel, so schlussfolgert Fehling, sei Herodot des »Tatbestandes« der reinen Konstruktion überführt. Nicht die Amun-Priester in Karnak hätten ihm diese Zahl vorgeführt, sondern die Fantasie des Autors habe hier ihre Brücken geschlagen.

Zuzutrauen wäre es ihm. Denn dass die Theben-Episode erfunden ist, wird heute von keinem Fachmann mehr angezweifelt. Nicht nur ist die Geschichte über die priesterliche Ahnenreihe aus Holz historisch fraglich, viel schwerer wiegt, dass Herodot außer dieser Anekdote nichts weiter zu diesem größten und imposantesten Tempel seiner Zeit zu sagen hat. Warum verliert Herodot, der bei der Beschreibung der unterägyptischen Heiligtümer das kleinste Detail erwähnt, kein Wort über die gigantischen Ausmaße und die Pracht des thebanischen Tempels? Weil er in Wirklichkeit nicht dort war. Er hat das sagenhafte hunderttorige Theben mit seinen prachtvollen Heiligtümern nie gesehen, und er macht auch keinen Hehl daraus. Denn welcher auch nur halbwegs gebildete Grieche hätte ihm abgenommen, dass es über Theben nichts weiter zu berichten gäbe als die Anekdote, er habe zufällig die gleiche Touristenführung erhalten wie Hekataios? Vielmehr dürfte dem antiken Zuhörer und Leser bei dieser Passage klar gewesen sein: Hier wurde ein bisschen geschummelt. Und geschmeichelt. Denn mit der Erwähnung des Hekataios spielte der Autor auf die Allgemeinbildung des Lesers an, womit er ihm auf versteckte Weise um den Bart ging. So ließ sich die eigene Wissenslücke elegant überbrücken.

Doch nicht alles, was der Grieche erzählte und aufschrieb, stammt aus dem Reich der Fantasie. So wurde seine in der Vergangenheit vielfach angezweifelte Angabe über einen Necho-Darius-Kanal, einem Vorläufer des Suezkanals, in-zwischen zumindest für die Zeit des Perserkönigs Darius I. (522–486 v. Chr.) archäologisch bestätigt: Man fand nämlich Stelen, die den Verlauf des Kanals markierten. Auch die Erwähnung eines Nubienfeldzuges unter König Psammetich II. (595–589 v. Chr.) gilt inzwischen als historisch gesichert – durch Inschriften in Unternubien und auf dessen Königsstele in Tanis. Dort entdeckten französische Ausgräber auch Königsgräber der 21. Dynastie (1069–945 v. Chr.). Sie erbrachten so den archäologischen Nachweis, dass die Schilderungen Herodots von spätzeitlichen Tempelbegräbnissen stimmen. Allerdings haben sich bei ihm chronologische Ungenauigkeiten eingeschlichen: Herodot spricht von Gräbern der 26. Dynastie (664–525 v. Chr.). Dennoch sind seine Ausführungen über die damals noch nicht allzu lang zurück-liegende Zeit gründlich recherchiert.
Auch kann man nicht nur davon ausgehen, dass sich allein der Autor gewisse Freiheiten genommen hat. Sicher waren auch seine Gewährsleute nicht immer
auf dem Laufenden. So scheint der Grieche nur in Ausnahmefällen mit gebildeten Ägyptern in Kontakt gekommen zu sein. Alle Auskünfte etwa, die er von Priestern erhalten haben will, lassen sich auf Angaben seines Vorgängers Hekataios zurückführen und sind wohl mehr oder weniger abgeschrieben. Herodot selbst ist wahrscheinlich kaum über die scherzenden Fremdenführer auf dem Pyramidenfeld von Gizeh hinausgekommen.

Ein Comic-Zeichner setzte Herodot ein Denkmal
Dennoch hat der Karl May der Antike mehr Einfluss auf die Literatur und Fantasie seiner Nachkommen genommen, als er sich wohl selbst hat träumen lassen: So wirkt etwa seine Erzählung vom geplündertem Schatzhaus des Ramses bis heute in der Geschichte vom Meisterdieb nach. Die Gebrüder Grimm erzählen sie so: Der Meisterdieb, Sohn eines armen Bauern, soll eigentlich vom Grafen wegen seiner Verbrechen gehängt werden. Doch da der Graf der Pate des Diebes ist, lässt er Gnade vor Recht ergehen – allerdings nur, wenn er drei Proben seiner Kunst abgibt. Erstens soll er dem Grafen das streng bewachte Leibpferd aus dem Stall stehlen; zweitens dem Grafen nachts das Betttuch wegnehmen, ohne dass dieser das bemerkt; und drittens soll er den Pfarrer und den Küster aus der Kirche entführen. Mit List und allerlei Tricks löst der Dieb schließlich alle Aufgaben – und bleibt am Leben.

Und auch den Nachkommen der Touristenführer an der Cheopspyramide hat Herodot ein Schnippchen geschlagen: Sie erzählten Ende der 1940er-Jahre dem belgischen Comic-Zeichner Edgar P. Jacobs, dem Erfinder von »Blake und Mortimer«, von einer geheimen Kammer unter der Großen Pyramide. Jacobs nahm dies zur Vorlage für seinen 1950 erschienen Comic-Krimi »Das Geheimnis der Großen Pyramide«, der weltweit Millionenauf-lagen erzielte. Die unwahre Geschichte von der geheimen Kammer geht auf Herodot zurück, dem die ägyptischen Fremdenführer so zu seinem wohl bemer-kenswertesten Denkmal verhalfen.

Bodrum und Ihre Umgebung

Adabogazi

Gefunden am Ende der langen Landspitze westlich von Gumbet, haben einige kleine Buchten, die durch eine schützende Insel gegenübergestellt werden, einen Bereich solcher natürlichen Schönheit und Kristallwassers verursacht, dass der lokale Name für diesen idyllischen Punkt das Aquarium ist. Das Aquarium ist nur durch Boote zugänglich, die ihre Passagiere holen, im ursprünglichen Wasser über einem sandigen unteren sichtbaren zu den Tiefen von bis 20 Metern zu schwimmen.

Akyarlar

An fortfahrend hinter Karaincir, führt der Besucher die sehr hohe Küsteeneinfassung von Aspat, mit seiner Osmanefestung auf dem Gipfel und den Ruinen einer alten griechischen Kapelle auf seinen Steigungen zum alten Fischerdorf von Akyarlar. Auf einmal war Akyarlar ein populärer griechischer Sommererholungsort, wie mehrere der alten Häuser, die das Ufer zeichnen, bezeugen. Bis vor kurzem war der Hauptberuf von Akyarlar Fischen und der kleine Hafen würde mit der lokalen Flotte füllen.
Heute hat der Grieche zur nahe gelegenen Insel von Istankoy gerade 5 Kilometer zurückgezogen. über dem geraden und sind die Fischereiflottefischereiflotten durch tägliche Ausflugboote ersetzt worden, aber Akyarlar behält noch seine kleine vertraute Atmosphäre. Die Bucht besteht aus dem kleinen Hafen bei einem Ende und ein kurvender Strand fließt weg in die entgegengesetzte Richtung. Kleine Pensionen und Gaststätten zeichnen das Ufer, das den Fang der restlichen lokalen Fischer kennzeichnet.

Bagla

Hinter Kargi, um eine kleine Landspitze durch Meer oder über einer der fingerlike Kanten, wenn auf dem Landweg reisen die kleine Bucht ist, die Bagla Koyu genannt wird. Wie Kargi Koyu, bietet Bagla auch eine der ursprünglichsten Unterseiten an, die weit von das Ufer verlängern. Mit etwas von der besten im Bereich gefunden zu werden Schwimmen, ist Bagla mit den täglichen Ausflugbooten populär, die dort regelmäßig stoppen.

Bardakci

Gerade Außenseite Bodrum Hafenlügen die kleine Bucht von Bardakci, der lokale türkische Ausdruck für Wasserverkäufer. Möglicherweise leitet der moderne Name für diese kleine Bucht von Bardakci‘ ab; s-Anspruch als der Aufstellungsort des alten Brunnens von Salmacis. Legende hat es, das hier, in einer freien Lache; Hermaphrodites wurden von seiner eigenen Reflexion, dass die Nymphe der Lache ihren Körpern in einem sich für immer anschloß, der Hermaphrodite so verliebt.
Heute kennzeichnet Bardakci die Luxushotels, die kleinen Pensionen und mannigfaltigen die Küsteengaststätten, die einen sandigen Strand umgeben. Ein populärer Anschlag für die täglichen Boote des Einheimischen, die Bardakci nur einige Minuten ist, gehen über den Hügel zwischen den Jachthafen und das Gumbet.

Bitez

Dieser ausgedehnte Strand ist leicht durch eins der vielen dolmuses in Bodrum zugänglich, das normalerweise im Bitez Dorf stoppt, bevor es entlang das strandnahe hinter einigen Hotels und Gaststätten läuft. Zahlreiche Anlegestellen laufen heraus vom Ufer für Schwimmen und das Ein Sonnenbad nehmen. Über dem Strand hinaus erreicht durch trockene Riverbeds, neigten Lügenhunderte Morgen private Mandarinewaldungen durch die Zitrusfruchtlandwirte des Bereichs.
Der andere Name für Bitez ist Agaçli (‚ Voll von Trees‘)und zusammen mit Ortakent ist es der wachsende Bereich der Hauptzitrusfrucht auf der Halbinsel. Der Strand ist mit watersport Enthusiasten und sunworshippers a wie am populärsten.

Die flache Bucht ist mit täglichen Ausflugbooten populär, die normalerweise für eine Nachmittagstasse tee oder ein kühles Bier hinzuziehen. Campingplätze werden unter den Bäumen eingestellt und lokale Boote können von irgendeiner der Anlegestellen angestellt werden. Die Gaststätten und die Stäbe sind am Abend und mit dolmu ziemlich aktiv? es, der spät in die Nacht Bitez läuft, bietet eine Alternative Bodrum Nachtleben an.

Golkoy

Auf halbem Weg entlang der Halbinsel nördlich der Küste, eingebettet in eine große Bucht sind die beiden malerischen Dörfer Türkbükü und Golkoy. Sicher versteckt in den umliegenden Hügeln auf der Westseite der Bucht und geschützt durch zwei Inseln des Dorfes Türkbükü ist ein natürlicher Zufluchtsort für Bereich Fischer, die immer noch von den vielen hölzernen Stege entlang der Strandpromenade. Etwas außerhalb der Bucht sind beliebte Angelgewässer für dil baligi, oder allein.
Weiter, am Fuße der Bucht, das Dorf Golkoy ist in einem grünen Tal fronted von einem langen Sandstrand mit kleinen Pensionen und Restaurants. Die Freuden der Golkoy es viele, aber vielleicht wichtigste unter ihnen ist die Fähigkeit, genießen die ruhige Atmosphäre der einheimischen Fischer, Bauern und Handwerker sich über ihre täglichen Aufgaben mit wenig Sorge um den Lärm und Hektik des modernen Lebens.

Gumbet

In letzter Zeit werden fast ein Resort für sich, die geschützte Bucht von Gumbet ist nur zwei km westlich von Bodrum. So genannte aus den zahlreichen weißen Kuppel Regen Zisternen in der Gegend, Gumbet verfügt über einen der längsten und beliebtesten Strände auf der Halbinsel, das Wasser ist warm und die flachen Hang allmählich von der Küste.
Eine kühle Brise weht von der Mündung in der Bucht auch die heißesten Tage. Als Ergebnis Gumbet ist auch einer der beliebtesten Wassersportarten Zentren, mit dinghyhire, Wasserski, Windsurfen und Parasailing verfügbar von der breiten, Sandstrand.

Die Popularität von Gumbet ist auch zu schwerwiegenden Nachtleben und die Straßen von Gumbet vibrieren bis Morgengrauen mit der Musik von den zahlreichen Bars und Cafés streetside.

Gumusluk

Das ruhige Dorf ist eine der ältesten Siedlungen auf der Halbinsel. Es hat mehrere Restaurants und bescheidenen Pensionen und Motels, behält aber eine kleine Atmosphäre aus dem einfachen Grund, dass die meisten der Gemeinde ist, die eine offizielle archäologische Stätte, so dass keine Änderungen oder neue Landschaftsgestaltung groundbreakings erlaubt.
Dieser Status ist auf den Schutz der antiken Stätte von Myndos, die teilweise von Gumusluk. Die ursprüngliche Lelegian Stadt Myndos stand ein paar Kilometer südöstlich von hier. Im 4. Jahrhundert v. Chr. König Mausolus beschlossen, eine neue Myndos und transplantierten die gesamte Bevölkerung. Vor hundert Jahren gab es Ruinen sehenswert (auch ein Theater und ein Stadion), aber nun diese verschwunden sind, werden schrittweise abgebaut für die Fundamente und Wände der neuen Gebäude.

Wenn Sie zu Fuß zehn Minuten, um die Bucht nordöstlich von Gumusluk sehen Sie eine Wand begraben jutting von einem Hügel ins Meer. Während der Bereich“archäologischen Status verbietet Tauchen mit Panzern, snorklers finden Wände unter Wasser, ebenso wie eine alte Wellenbrecher im Hafen, dass die Besucher mit dem Boot dann bleiben der Nähe der Insel, auf der östlichen Seite der Eingang zu vermeiden, schlägt unter Strukturen.

Die Insel, auch bekannt als Kaninchen-Insel von den Einheimischen, trennt die beiden gut geschützten Buchten von Gumusluk. Wenn Sie sitzen in einem Restaurant und shoreside Uhr für eine Weile werden Sie Kaninchen auf der Insel. Ein Dorfbewohner, die verkauft sie auf Märkten in anderen wirft sie dort. Es ist möglich, mich auf die Insel durch die Knie-tiefen Wasser und Sonne und tauchen Sie von den vielen Felsformationen. Mehrere Restaurants haben Terrassen Dach, ideal für den Genuss der ruhigen Szene oder für den Sonnenuntergang beobachten. Die Restaurants liefern Lebensmittel überraschend guter Qualität in einem uncrowded Umwelt, und die, die von der Hafen sind gekennzeichnet durch ihre rushwoven Sonnenschirme.

Auf dem Weg zurück nach Bodrum ist es möglich, um zu sehen, einer der wenigen noch verbliebenen Windmühlen in der Region; vor Nordwesten, um die vorherrschenden Winde Sommer fahren die Klingen, es schleift lokal gewachsene Weizen nach dem traditionellen Verfahren.

Gundogan

Ein paar Minuten östlich von Yalikavak, vorbei an herrlichen Felsformationen Straßenkontrollen und turmhohen Gipfel in Kiefernwäldern, gelangen Sie zu den abgelegenen Dorf Gundogan. Der alte griechische Name „Farilya“ bedeutet „Sonnenaufgang“ und ist immer noch auf einige Hinweisschilder. Es gibt eine Zeit, die meisten der Einwohner leben von der Küste, die wichtigsten lokalen Industrien der Fischerei und der Schwamm Tauchen, aber Angst vor der britischen Boote Waffe während des Ersten Weltkriegs zu den Dorfbewohnern, um Land-, Wasser aus dem geräumigen und uncrowded.
Sobald ein wichtiges Zentrum der Fischerei, Gundogan wichtigsten Volkswirtschaften befinden sich die Landwirtschaft (vor allem Zitrusfrüchte) und Tourismus. Ein paar kleine, aber komfortable Hotels dot Strand, Meer und die intime Restaurants stolz den frischen Fang von Gundogan verbliebenen Fischer. Ein Meer der Straße nimmt die meisten der zur Verfügung am Strand, aber die zahlreichen Bootsstegen jutting von der Küste bieten viele komfortable und privaten Stellen für Sonnen und Schwimmen. Täglich Boote zur Miete zur Verfügung stehen aus dem kleinen Hafen.

Gundogan bietet auch einige interessante historische Stätten. In der gesamten Bucht ist Küçük Tavsan (Little Rabbit) Island, wo und alten griechischen Kirche ist deutlich sichtbar oben auf dem Hügel. Ein Schritt Aufstieg der Grat nur außerhalb der oberen Dorf führt eine auf einem Flug von 50 Stufen in den Stein und der Eingang zu einer kleinen, aber spektakulär Standort Kloster. Darüber hinaus, auf der anderen Seite der wichtigsten Yalikavak Torba-Straße, gegenüber dem oberen Dorf, eine alte osmanische Turm pokes den Kopf aus dem üppigen Pinienwald.

Kadikalesi

Sechs Kilometer nördlich von Turgutreis und mit dem Auto ist das kleine Dorf am Strand von Kadikalesi (Richter Burg). Oberhalb des Dorfes steht eine griechische Kirche, über hundert Jahre alt und in überraschend gutem Zustand. Griechischen Inschriften sind noch heute sichtbar vor der Tür. Der kleine Sandstrand bietet Schutz vor dem Sommer Brise und ein paar kleine Molen und Restaurants sind rund um auf diesem ruhigen Strand.

Karaincir

Ein kurzer Spaziergang westlich von Bagla Koyu bringt einen zum kleinen Ort Dorf Karaincir , wo die breite Sandstrand ist mit Hotels und Restaurants und zahlreichen Sonnen Pfeiler sind über das Wasser. Dies ist die am weitesten Punkt im Westen von der Bodrum besuchten täglich Bootstouren. Ein ziemlich langer Spaziergang, vorbei an dem Dorf und der Hang gelangen Sie zu den Çifik Schloss Berg am Aspat Aspat, abgekürzt aus Aspandas, bedeutet „nicht geeignet für die Bearbeitung des Bodens“, und der Gipfel des Berges erreicht ist, indem Sie einen schmalen Pfad und Treppen durch die Reste der alten Zivilisation. Die Aussicht von oben ist eine der schönsten auf der Halbinsel.

Kargi

Fortsetzung der bisherigen Ortakent Strand, erreicht man Kargi Bay. Es ist nun möglich, um Kargi Bucht Land Dolmus-Service dient der südlichen Küste der Straße Kargi aber nach wie vor die meisten bequem auf dem Seeweg, über die täglich Ausflugsboote. Kargi verfügt über einen der schöneren Strände auf der Halbinsel, weniger überfüllt mit guten Bademöglichkeiten. Neben ein paar Tavernen am Meer bieten Menüs ein wenig anders aus Standard-Tarif Strand.

Kargi Hauptattraktion sind jedoch mehrere sanfte Kamele, die ihren verdienten halten seit vielen Jahren die Besucher nach oben und unten am Strand.

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